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Terminal Choice: Khaosgott

Nur selten waren sie beklemmender und bizarrer
Wertung: 9/10
Genre: EBM
Spielzeit: 65:10
Release: 13.11.2000
Label: Out Of Line

Im April 1996 erschien genau ein Jahr nach der Veröffentlichung des Debütalbums “In the shadow of death“ die EP “Khaosgott“, welche die Düster-Elektroniker von Terminal Choice nun vollends in der Gothic- und Dark Electro Szene etablieren sollte. Nachdem das Erstlingswerk noch mit einigen recht deutlichen Trash-Elementen innerhalb der einzelnen Stücke zu kämpfen hatte, legte man die Messlatte für “Khaosgott“ doch deutlich höher, was das Songwriting und vor allem die Produktion betraf. Thematisch blieb man sich insofern auch weiterhin treu, als dass es inhaltlich weiterhin um Themen wie Liebe, Tod und Zerstörung ging.

Schon der ziemlich sinistere und klinisch-kalte “Prologue“ macht deutlich, dass hier wahrlich jemand seine Hausaufgaben gemacht hat: Sphärische und kalte Elektroklänge vermischen sich mit unheilschwangeren Textpassagen über Vergeltung und menschliche Niedertracht, um daraufhin in einer (instrumentalen) “Fleischesmacht“ zu gipfeln. Und was hier zu hören ist, lässt sofort sämtliche Tanztempel der Dark Electro und Noise Fraktion erbeben: Schranzige und krächzende Beats, zermürbend-düstere Melodieführung und eine nahezu apokalyptische Atmosphäre, wie man es bis dato von Terminal Choice in dieser Form nicht gewohnt war! Titelgebender “Khaosgott“ ist nahezu ein eben solcher elektronischer Bastard, auch wenn er vordergründig etwas Tempo heraus nimmt und mehr auf beklemmende Atmosphäre setzt. Die in Deutsch gesprochenen Sprachsequenzen verheißen nichts Gutes: „Gott ist im Chaos gestorben“... und lässt aus Rache einen unaufhaltsamen Sturm der Zerstörung über die Erde hinweg ziehen. Einen Ausweg gibt es hierbei für nichts und niemanden. Nachfolgender Titel “The Age of Suffering“ gehört zweifelsohne zu den ganz großen Klassikern aus dem TC Repertoire neben “Totes Fleisch“ und “Der schwarze Mann“. Jener etwas über sechs Minuten langer Track zeigt wieder einmal wunderbar Chris Pohls Gespür für die passenden Filmsamples zu seinen Songs. Im Grunde könnte man “The Age of Suffering“ sogar als thematisches Prequel zum Klassiker “Totes Fleisch“ betrachten. Da nicht nur hier die hervorragenden Samples aus Lamberto Bavas Horror- und Splatterklassiker “Dämonen“ ihre nihilistische Verwendung fanden, sondern auch inhaltlich hier konsequent ein Weltuntergangs-Szenario beschrieben wird, welches dann in “Totes Fleisch“ seine endgültige Konsequenz erfährt. Wahrlich ein Klassiker seiner Art und ein Titel, der das Prädikat „Kult“ durchaus verdient hat wie kein zweiter.

Dass menschliche Torturen und körperliche Deformierungen gerade in den frühen Tagen zeitgenössische Themenfelder bei Terminal Choice waren, beweist hier einmal mehr “Deathwish“. Jene extrem eingängige Elekrohymne handelt zwar von dem finalen Todeswunsch seiner Protagonistin, doch muss man sich die Frage stellen: „Zu welchem Preis das Ganze?“ Und vor allem: Bringt ihr der Tod wirklich den erlösenden Seelenfrieden? Mitnichten, muss man hier sagen. Als passende Verdeutlichung jener höllischen Qualen wird der Song komplett mit den englischen Sprachsamples aus Clive Barker´s Horrorklassiker “Hellraiser“ unterlegt (inkl. des berühmt-berüchtigen „Jesus wept“ – Monologes).

Während “The Forest“ und “Queen of Darkness“ deutlich ruhigere Töne anschlagen (aber nicht minder morbid daherkommen), setzt der Titel “The Witchhunter“ auf ein ganz besonderes und zu diesem Zeitpunkt erstmals verwendetes Stilmittel innerhalb des TC Universums: Nämlich Elektrogitarren. Und zwar sogar recht krachende in Kombination mit düster-elektronischen Klängen, Chris Pohls künstlich verzerrter Stimme und einem atmosphärisch-diabolischen Stück Musikgeschichte, welches aus der Ego-Perspektive erzählt wird und von den recht blutigen Abenteuern eines Hexenjägers handelt.

Seinerzeit im Jahre 1996 fand an dieser Stelle die EP ihr reguläres Ende bzw. man konnte sich hier bereits auf den Hiddentrack “Hate is just a four letter word“ einstellen, welcher passenderweise erst als Titeltrack Nr. 66 zu hören war. Aber dank der Neuauflage im Jahre 2000 gibt es noch zwei zusätzliche Bonustracks zu hören, die da lauten: “Tonight“ und “I want you“. Diese Titel stammen aus den frühen Jahren 1993 und 1994 und bilden sozusagen die ersten, musikalischen Gehversuche aus dem (damals noch) Ein-Mann-Projekt Terminal Choice.

Abschließend sei also gesagt: Wer auf düsteren und morbid gehaltenen Dark Electro mit leichten Noise-Anleihen steht, wird an diesem Werk garantiert nicht vorbei kommen! Nur selten war die Formation Terminal Choice beklemmender und bizarrer als hier bei jenem “Khaosgott“, welcher nicht umsonst noch heute als eine der wichtigen Platten aus der Vita der Band bezeichnet wird.

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