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Ten Years After: Now

Ten Years After - Noch lange nicht vom alten Eisen
Wertung: 8.5/10
Genre: Rock ´n Roll
Spielzeit: 45:9
Release: 18.07.2005
Label: Eigenproduktion

Wie das Leben eben manchmal so spielt: Eigentlich war im Gespräch gewesen, dass ich das aktuelle Doppel-CD Live Album “Roadworks“, von der Rock ´n Blues Legende Ten years after besprechen sollte, welches im letzten Spätsommer erschien. In meinem Briefkasten fand ich sodann auch jene Presseinfo von “Roadworks“ wieder. Aber eben leider nicht die dazugehörige CD, sondern lediglich ihr letztes Studioalbum mit dem Titel “Now“ (ebenfalls aus dem Jahr 2005). Eine Tatsache, die im Endeffekt nicht wirklich schlimm ist und auch zeigt, dass selbst bei großen Promotion Firmen lediglich nur Menschen arbeiten. *smile*Und da wir hier ja allgemein recht flexibel und unkompliziert handeln und arbeiten, mache ich mich doch sogleich auch mal an eben jenen letzten Output namens “Now“ ran:

Erst mal sei an dieser Stelle natürlich die personelle Änderung erwähnt, welche die mittlerweile nun schon seit gut 40 Jahren agierende Rock-Combo vollzogen hat: So spielt nun neben den alten Woodstock Helden Leo Lyons, Chick Churchill und Ric Lee ein Jungspund von gerade mal 26 Jahren (anno 2004) in dieser „Altherren-Riege“ mit und ersetzt den göttlichen Alvin Lee an der Elektrogitarre. Der Name des jungen Musikers lautet Joe Gooch und es ist wahrhaft atemberaubend, was dieser Jungvirtuose an diesem Instrument für Wunder vollbringt: Wie ein junger Gott (und alter Hase zugleich), fügt er sich zugleich subtil wie aber auch omnipräsent in das Handwerk der Urbesetzung ein und lässt einen wahrlich staunend zurück, was die Beherrschung seines Instruments anbelangt. Besonders beim extrem langen Gitarrensolo im Mittelstück des Liedes “Long time running“, lassen einen Erinnerungen an alte Gitarrengötter alá Joe Satriani und Pete Townsend nicht mehr los. Ungelogen werden wir von diesem jungen Talent noch sehr viel hören!

Aber auch sonst weiß das Album mit seinem recht rockigen und kernigen Grundgerüst aus klassischem Rock ´n Rock, gemischt mit einer gelungenen Priese aus traditionsbewussten Memphis-Rockblues, vollkommen zu überzeugen: “When it all falls down“ ist ein knapp dreieinhalb minütiges Eröffnungsfeuerwerk, wie es im Buche steht = Laut, rockig, direkt und eingängig (und mit leichten „Wild West“- und Thin Lizzy Attributen versehen). Es macht sogleich klar, wo und wie die Musik spielt: Ten years after sind auch nach gut 40 Jahren wahrlich nicht müde geworden und geben ordentlich Gas wie eh und je!

“A hundred miles high“ ist eine leicht episch und träumerische angelegte Rock-Ballade, die einen beim Hören förmlich die trockenen Sandkörner der weiten und heißen Prärie in den Haaren spüren lässt. Ein Traum, sicherlich nicht nur bei langen Autofahrten und klassischen Rockabenden in der heimischen (Rock-)Kneipe und Bar.

Deutlich wuchtiger und direkter geht es bei “Time to kill“ zur Sache, welches sich aber auch hier prächtig versteht, die vergangenen (musikalischen) Tage der Band mit dem modernen Sound des 21. Jahrhunderts zu kombinieren, ohne dass es je unpassend wirkt. Und letztendlich ist “King of Blues“ auch eine Jailhouse-Rocknummer der klassischen Sorte und will sich auch keinesfalls damit verleugnen! Hier steht der Spaß an der Freude am Leben an erster Stelle mit und fordert zugleich zum Schwingen des Tanzbeines auf.

Zwar mag der eine oder andere nun evtl. bemängeln, dass auf die Dauer gesehen die musikalische Abwechslung etwas zu kurz kommen würde. aber nun gut: Ten years after sind das, was sie nun mal sind. Nämlich eine der letzten und wirklich markant-kernigen Rock Formationen des vergangenen Jahrhunderts und haben es demzufolge am allerwenigsten nötig, sich irgendwelchen Trends unterzuordnen. Ten years after ziehen ihr Ding durch, so wie sie es für richtig halten und fahren mit dieser Einstellung wahrlich sehr, sehr gut, wie man auf “Now“ deutlich hören kann!

Soviel also zu dem Thema, dass Verwechslungen immer etwas „Negatives“ anhaften würde. Denn hier ist es definitiv NICHT der Fall gewesen und ich bin weiß Gott froh, dieses geniale Werk in meinem Briefkasten vorgefunden zu haben und letztendlich auch besprechen zu dürfen. Denn Ten Years After beweisen hier wirklich eindrucksvoll, dass sie noch lange nicht zum „alten Eisen“ gehören und dass eine kleine Prise an „Jugendwahn“ auch sehr sinnvoll genutzt und eingesetzt werden kann, wie man deutlich am Beispiel von Joe Gooch sehen (bzw. hören) kann.

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