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Tempesta: The Other Side

Rockt noch härter als der "ZDF Fernsehgarten"
Wertung: 3/10
Genre: Southern Rock
Spielzeit: 47:32
Release: 04.09.2009
Label: Fastball Music

Country Rock aus der Schweiz. Country Rock aus der Schweiz?! Richtig gelesen, Tempesta spielen eine Mischung aus eben diesen beiden Musikstilen und sind in ihrer Heimat damit so erfolgreich, dass sie sie immerhin auf zwei Longplayer und über zweihundert Konzerte verweisen können. Nicht schlecht für eine Band, die ihr ganzes Programm in Eigeninitiative durchzieht. Noch dazu scheinen auch ihre Videoclips und Singles bei den Eidgenossen in Dauerrotation zu sein, was für einen hohen Bekanntheitsgrad in unserem südlichen Nachbarland spricht. Wie schlägt sich also das dritte Album „The Other Side“, welches von Al Button (der unter anderem schon mit Kid Rock aber auch mit R.Kelly arbeitete) gemixt und gemastert wurde?

Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber Country war noch nie mein Ding. Gegen guten Southern Rock à la Lynyrd Skynyrd (die übrigens auch andere Lieder als „Sweet Home Alabama“ geschrieben haben) habe ich aber gar nichts, von daher klangen Tempesta zunächst mal interessant. „The Other Side“ läutet das gleichnamige Album zunächst auch recht ordentlich ein. Der Gesang klingt mächtig nach Bon Jovi, während die instrumentale Fraktion brav im mittleren Tempo verweilt und dabei härtemäßig genau auf Radio-Niveau liegt. Hängen bleiben tut auch nichts, aber immerhin kann man auch nicht groß meckern.

„Talk Of The Town“ bedient textlich so ziemlich alle „Sperrt eure Töchter ein, ich bin ein harter Rocker“-Klischees, die man sich vorstellen kann. Irgendwie passt es ja zu der Musik, die mächtig nach den amerikanischen Südstaaten klingt. Man kauft es der Band nur zu keiner Sekunde ab, so dass der Song eher unfreiwillig komisch wirkt. Dennoch war das Album bis hierhin noch okay, aber nun wird es richtig übel. Denn was ich befürchtet hatte, tritt nun ein: Country Balladen sind angesagt.

„The Way It Is“, „No Matter What They Say“ und „I'm Sorry“ (mit Gästsängerin Rachel Williams) nennt sich das dreiteilige, akustische Attentat, welches mit klebrig-süßen Herzschmerz-Lyrics und kitschigen Gitarren die Ohren malträtiert. Da hilft es auch nicht, wenn man bei „I'm Sorry“ versucht, das Gitarrensolo von „November Rain“ von Guns'n Roses zu kopieren. Nichts kann die Bilder vor dem geistigen Auge verscheuchen, in denen man ältere Männer mit falschem Lächeln und noch falscheren Cowboyklamotten aus Polyester vor irgendwelchen LKWs herumstehen sieht.

Angeblich sollen Tempesta aber auch rocken können, was aber auch nur bedingt richtig ist. „Hurts Me“ ist tatsächlich einigermaßen in Ordnung und hätte es mit einigem Wohlwollen vielleicht auf ein neueres Bon Jovi Album schaffen können. Das Problem bei Liedern wie „Nashville“ oder „Get Over This“ lässt sich aber schnell zusammenfassen: Egal, ob die Band ein wenig mehr rocken will oder eine entspannte Nummer vom Stapel lässt, es passiert rein gar nichts. Zahnlos, langweilig und völlig überflüssig plätschern die Songs aus den Boxen. Klar, das tut niemandem weh, aber wenn man sich das bewusst anhören muss, kann das ganz schön an den Nerven zerren.

Wenn ihr glühende Verehrer der Schweizer seid oder ihr mal was Härteres als Truck Stop sucht, dann schlagt zu. Wenn ihr Southern Rock mit Arschtritt-Faktor sucht, macht bloß einen ganz großen Bogen um dieses Machwerk. Ich bin jetzt noch ganz müde.

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