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Teethgrinder: Misanthropy

Ein echter Wutbrocken
Wertung: 8/10
Genre: Grindcore, Crust, Noise
Spielzeit: 40:12
Release: 25.05.2015
Label: Lifeforce Records

Die Niederlande sind mittlerweile berühmt-berüchtigt für ihre krassen Grindcore-Kapellen, seien es Cliteater, Inhume oder Rectal Smegma – lärmige Splatter-Texte und heilloses Geknüppel haben unsere Nachbarn in den letzten Jahren zu einem musikalischen Trademark gemacht. Seit zwei Jahren mischen hier auch Teethgrinder mit, die ihre Mischung aus Grind, Crust, Noise, Black Metal und Sludge jetzt zum ersten Mal auf Full-Length-Spielzeit gebannt haben.

Untergekommen sind die Jungs bei den umtriebigen Lifeforce Records, denen es scheinbar imponierte, dass die Band die Erstlings-EP „Hellbound“ in Vinylformat so schnell unter die Leute brachte, dass eine CD-Variante nachgepresst werden musste. Mit einem richtigen Label im Rücken dürfte es für das Quartett noch eine Spur einfacher sein, neue Fans an Land zu ziehen und ordentliche Tourslots auf die Beine zu stellen, auch wenn die oben beschriebene musikalische Mischung im ersten Durchlauf ein wenig an die Substanz geht.

Dabei ebnet gerade der Opener „Rites Of Sorrow“ den Weg für Teethgrinder, wuchten die brachialen Gitarren und das düstere Schlagzeug den Song doch direkt aus den Boxen, durchsetzt mit Stimmen, die klingen wie aus den Nachrichten herausgezogen, und dem wutentbrannten Gekreische von Sänger Jonathan Edwards – ein Einstieg, wie er besser kaum sein könnte.

Danach geht es mit Songs wie „Waste“ eine ganze Spur noisiger zu Werke, der stampfende Groove des Einstiegssongs hat erstmal ausgedient, „Desolation“ bringt dann aber zumindest eine 2-Step-Passage mit, bei denen sicherlich das ein oder andere Tanzbein geschwungen wird. Tatsächlich können Teethgrinder gerade bei solchen Songs wesentlich mehr punkten als bei reinem Grind-Getöse; bestes Beispiel hierfür ist das rasante „Death Of The Individual“, das im Intro eher an alte Thrash-Recken denken lässt, auch die schneidenen Gitarren wecken Erinnerungen an Klassiker, in Kombination mit ordentlichem Geschrei prescht der Track aber gnadenlos nach vorne. Richtig mächtig kommt dann auch „Medusa“ daher, bei dem Edwards klingt wie aus den tiefsten Tiefen der Hölle entsprungen – super Track!

Im hinteren Drittel sind die Wiedererkennungsmomente dann etwas spärlicher gesät, bei Stücken wie „Means To My End“ knüppeln Teethgrinder im Vergleich eher stur vor sich hin, technisches Können kann man den Vieren aber auch hier nicht absprechen. Mit dem Titeltrack haben die Niederländer dann zum Finale einen Achtminüter herausgehauen, der zu einem nicht unerheblichen Teil wieder von Nachrichtenstimmen getragen wird, allerdings beanspruchen die massiven Gitarrenpassagen die gesamte Aufmerksamkeit des Hörers. Ob man den Song auf die volle Länge hätte ausbreiten müssen, sei mal dahingestellt, allerdings kann die Instrumentalfraktion hier noch mal ganz offensichtlich ihr Können unter Beweis stellen.

Wahnsinn, was Teethgrinder hier teilweise auffahren, um den Hörer in den Bann zu ziehen, zu überfahren und mit dem Gesicht voran in den Dreck zu werfen. Ein verhältnismäßig transparenter Sound macht es möglich, dass „Misanthropy“ geordneter klingt als es vermutlich ist. Gegen Ende finden sich ein paar Lückenfüller, im Grunde zeigen Teethgrinder aber in Songs wie „Medusa“ schon ihre ganze Stärke.

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