Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Team Sucker Punch: Hangman’s Syndicate

Tolles Debut mit nicht immer ganz gelöster Handbremse
Wertung: 7.5/10
Genre: Punk’n’Power Rock’n’Roll
Spielzeit: 50:36
Release: 17.02.2012
Label: Pede Punch Records

Es ist vollbracht! So lauten die ersten Worte der Punch-News im Februar 2012, und sie drücken wohl auch den gehörigen Batzen Erleichterung aus, den Brocken an Arbeit beiseite geschafft zu haben, endlich das eigene Produkt in den Händen zu halten. Mit „Hangman’s Syndicate“ liegt also endlich das Debut der Gelsenkirchener/ Essener Team Sucker Punch vor – lange genug mussten die Fans schließlich warten, denn schon beim Unholy Underground II Anfang des Jahres 2011 versprachen die Jungs das baldige Release – ein Jahr später dann endlich Realität, die dann auch erstmalig im Finale des Unholy Underground III für schmales Geld vor der VÖ über die Theke wanderte.

Wie sehr sich die schon erspielte Fanschaft auf dieses Album freute, kann man allein daran ermessen, dass die auf 55 Exemplare „Hangman's Syndicate Steelbox" in Windeseile ebenfalls schon vergriffen war, bevor das Gros der weiteren Fans überhaupt davon Kenntnis gewinnen konnte – die Live-Qualitäten des Quartetts haben sich hier offenbar ausgezahlt, denn genau das können sie live wie schon hier berichtet mehr als ordentlich.

Doch wer live so einiges auf der Pfanne hat, muss ja nicht zwangsläufig auch auf dem Silberling glänzen – es gibt schon Beispiele genug, wo solche Diskrepanzen für liegen gebliebene Tonträger, aber gut besuchten Shows sorgten. Deswegen gleich die beruhigenden Worte, die keineswegs als szenetypische Floskel gelten: Team Sucker Punch rocken auch auf CD recht ordentlich. Ein paar wenige Abstriche sind allerdings auch vorhanden, denn sie schaffen es nicht zu 100%, die auf der Bühne versprühte Energie auch im Studio einzufangen – live sind sie einfach ein wenig rotziger, ein paar Liter mehr schwitziger, wenn man so will.

Powerrock aus dem Pott – dieses Etikett haben sie sich auf ihr Label gepinnt, unterschlagen dabei aber ein wenig den deutlichen Punk-Ausschlag, der sich durchweg durch den arschtretenden Rock’n’Roll zieht – eine Mischung aus gemäßigten So What und der rockigen Spätphase der Upright Citizens.

Wie fett sie rocken können, zeigen sie mit „Mr. Manager“ auf. Zuerst baut sich eine breite Gitarrenwand auf, und selbst wenn das Tempo immer wieder herausgenommen wird, packt Zanna mit seinen aggressiven Vocals an den Eiern und schafft es locker, die angepisste Stimmung passend herüberzubringen, dazu passend Pedes Solo, welches im Mittelteil eine freche Note einbaut – der Track kommt einfach auf den Punkt. Zweiter Anspieltipp: „Bad Bone Shakers“, denn auch hier transportieren Team Sucker Punch ihre Live-Power auf den digitalen Silberling, man riecht förmlich die sich zersetzenden Transpirationsflecken am Shirt; wieder ein freches Solo, ein Mitgrölrefrain und ein ständiger Tritt in den Allerwertesten.

Was sich im Verlaufe des Albums als hart rockende Variante herausstellt, ist beim Opener „The Last Dance Of The Hangman“ noch nicht wirklich zu erahnen. Das einleitende Schlagzeug wird schnell von einem sehr schönen melodischen Gitarrenpart abgelöst, doch schnell mischt die Akustikgitarre die Szenerie auf; Zanna lässt ein wenig die Dynamik im ruhigen Part vermissen, kann aber mit dem Aufbrausen der Gitarren wieder punkten. Hier wird ein wenig das Dilemma der Scheibe deutlich: Zanna ist in den ruhigen Gesangspassagen noch ein wenig zu limitiert, seine Sternstunden sind eher dann gegeben, wenn er wütend ins Mikro shouten darf. Etwas besser kommt seine Stimme im balladesken Teil bei „Life Goes On“ herüber, doch auch hier kann er im späteren Verlauf mit seinen aggressiveren Vocals eher punkten.

Aber über diese kleinen Makel kann man locker hinwegsehen, denn Team Sucker Punch wirbeln auch so genug Staub auf: Der treibende Punk-Rocker „I Don’t Care“ mit einer fetten Upright-Citizens-Attitüde und teilweise verzerrten Vocals, das sich locker ins Ohr einnistende, sehr griffige „Distance“ oder das stampfende „Cuz (All I Ever Wanted)“ mit seinen funky-Schlusseinlagen (laut Booklet auch der Rausschmeißer, allerdings bietet die CD mit der akustischen Version von „The Last Dance Of The Hangman“ einen weiteren, nicht genannten Track). Die Ballade „Never Forget“ ist den Jungs sicherlich sehr wichtig, stört aber den Fluss der CD ungemein.

Das Debut kann sich hören lassen – die balladesken Töne nehmen zwar leider so manches Mal den Schwung raus, passen aber auch wieder gut in das Gesamtkonzept. Wenn Team Sucker Punch es nun noch auf dem nächsten Werk schaffen, ihre rotzige Live-Energie auf CD zu übertragen, dann dürfte den Schritten nach oben Tür und Tor geöffnet sein. Mit „Hangman’s Syndicate“ machen sie einen ersten wichtigen Schritt, sollten aber die Handbremse komplett lösen, was sie live ja immer wieder beweisen. Das richtige Tourpackage könnte übrigens lauten: Turbo AC’s, Crossplane und die wiedergeborenen So What sowie natürlich Team Sucker Punch.

comments powered by Disqus

Sieben Alpha-Hein-Mücks

Doomiges Live-Konzert in eine mögliche neue Normalität

Der Erstlingsroman des Musikers kann sich sehen lassen

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna

Von Jahr zu Jahr kommt man einfach immer mehr auf den Boden der Tatsachen