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Tausend Löwen Unter Feinden: Zwischenwelt

Auf Dauer zu stumpf, zu sicher, zu zahnlos
Wertung: 6/10
Genre: Hardcore, Beatdown, Metal
Spielzeit: 31:54
Release: 14.06.2019
Label: Unitiy Worldwide Records/Swell Creek Records

Die Nordrhein-Westfalen Tausend Löwen Unter Feinden gehören mittlerweile zu den bekanntesten Hardcore-Bands in Deutschland, sind aber bisher an der Schreiberin dieser Zeilen vorbeigegangen beziehungsweise konnten sich nur durch den eindrucksvollen Namen einen Platz im hintersten Eck des Musikgedächtnisses sichern. Musikalisch bewegt sich die Band auch mit dem bereits im Sommer erschienenen aktuellen Album „Zwischenwelt“ wieder zwischen Metal und Hardcore mit deutlichem Schwerpunkt auf letzterem – bisschen stumpf, bisschen prollig, aber mit teils überraschend filigranen Gitarrenarrangements.

Blöd, wenn man nur auf die Musik achtet statt sich auch die Texte anzuschauen, denn gerade da wird die Prolligkeit über Bord geworfen, stattdessen geht es um Vergänglichkeit, um gesellschaftliche Herausforderungen, um die Ohnmacht, handeln zu müssen, aber nicht recht zu wissen, wie. Schon das Artwork kann hier einige Pluspunkte einfahren – sowohl Front- als auch Backcover basieren auf Gemälden der Künstler Carstian Luyckx beziehungsweise Evert Collier und stammen aus dem 17. Jahrhundert. Dass man es hier also keineswegs mit einer Band zu tun hat, die sich im intellektuell niederschwelligen Bereich austobt, dürfte schnell klar sein.

Im ersten Durchlauf gestaltet sich eine Bewertung aber doch etwas schwieriger als man im Voraus hätte erahnen können. Der Hörer sieht sich massiven Soundwalls gegenüber, pumpenden Breakdowns, galoppierenden Drums und einem Sänger, der über die gesamte Albumlänge recht ordentlich austeilt – Gangshouts natürlich inklusive („Rattenkönig“). Insgesamt aber, und das muss man ganz deutlich sagen, hat „Zwischenwelt“ nicht das Potential, sich in der persönlichen Playlist dauerhaft zu halten; und das trotz ziemlich penetranter Ohrwürmer à la „Neue Geschichten“. Auch hier wieder: geile Instrumentalpassagen, schöner Groover, aber unterm Strich hält sich der Song dann auch nur ein paar Umdrehungen lang.

Nur knapp anderthalb Minuten lang knallt dann „Kraft“ mit ziemlich heftigem Geballer aus den Boxen, das Intro hätte man sich aber durchaus sparen und stattdessen gleich von null auf hundert beschleunigen können. Dabei hat der Opener „Stillstand“ die Messlatte gar nicht mal so niedrig angesetzt, auf Albumlänge gesehen gehen TLUF aber zu sehr auf Nummer sicher, verschanzen sich hinter dem Prolo-Geballer und Vocals, die zwar kraftvoll, aber mit der Zeit doch auch monoton daherkommen.

Ziemlich schade ist das vor allem deswegen, weil hier talentierte Musiker am Start sind und vor allem die eigentlich sehr spannende Thematik, die aus den Texten spricht, in teils derartig stumpfes Gepolter verpackt wird, dass das Niveau gleich mal einige Etagen fällt. Immer wieder blitzen intelligente Arrangements auf („Geister“, „Freunde“), nur um dann niedergewalzt zu werden. So bleibt wenig Raum für Entfaltung und Experimente. So zeigen sich Tausend Löwen Unter Feinden trotz des bissigen Bandnamens streckenweise fast schon zahnlos. Wirklich schade – Beatdown geht auch anders.

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