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Tarot: Gravity Of Light

„Ende gut - alles gut“ könnte man zu diesem Album sagen
Wertung: 7/10
Genre: Heavy Metal
Spielzeit: 48:22
Release: 23.04.2010
Label: Nuclear Blast

Drei Jahre ist es her, dass Tarot ihr letztes Album „Crows Fly Black“ veröffentlichten und Mr. Hietala uns Rede und Antwort stand. Nachdem das Album in den finnischen Charts auch den Platz Nummer fünf erreichen konnte, ist man natürlich sehr gespannt, wie sich das Quintett im Jahre 2010 des Herrn präsentiert.

Um es vorweg zu nehmen: Man hat sich des etwas düstereren Anstriches entledigt und zockt nun mit mehr Augenmerk auf Komplexität und trotzdem Geradlinigkeit, was sich erstmal wie ein Widerspruch anhört, sich dann aber dennoch anders herausstellt

„Satan Is Dead“ ist nicht unbedingt der Opener, den ich mir erhofft habe. Man zockt leicht treibend vorwärts und bremst lediglich beim gelungenen Refrain das Ganze ein wenig ab. Der Sound ist klar definiert und eigentlich tadellos. Ohne den Refrain könnte man aber von einem Langeweiler erster Güte sprechen, worüber auch der gute Gesang und die solide Instrumentierung nur schwer hinwegtäuschen können. Man befindet sich eher im Power Metal als im erwarteten Heavy Metal.

„Hell Knows“ beginnt spannender und düsterer zugleich. Mit kräftigem Druck malträtiert Marco Hietala seinen Bass und auch sein Bruder Zachary sorgt mit seiner Gitarre für einige Freude. So kommt etwas Schwere in den Song, welcher dann aber irgendwie von dem Gesang auch gleich wieder ein wenig zerstört wird. Ich bin hin und her gerissen, aber letztendlich ist hier ein wirklich toller Song irgendwie zu Grabe getragen worden. Das leicht aufkommende Doomfeeling wird mit zuviel hellen Tönen verschüttet.

„Rise!“ kann leider auch bei weitem nicht an Songs wie „Messenger Of Gods“ oder „Bleeding Dust“ vom Vorgängeralbum heranreichen. Was ist los mit Tarot? Das ist doch nicht die Band, die es vor drei Jahren im Studio und auf der Bühne so richtig hat krachen lassen. Netter Power/Heavy Metal ohne Glanzlichter.

„The Pilot Of All Dreams“ zieht dann merklich das Tempo an. Schade, dass er ohne irgendwelche Gedächtnisstimulationen zu erwirken durch den Gehörgang zischt. Das ist irgendwie das Manko auf diesem Album. Wirklich schlecht ist es nicht, aber nachdem die Band die Qualitätsmesslatte mit „Crows Fly Black“ derart hoch gelegt hatte, wirkt das alles recht schwach.

„Magic And Technology“ klingt dann ein wenig wie eine Doom-Coverversion von Judas Priest. Der Song hat was und der Schädel bewegt sich gemächlich vor und zurück. Der Groove sorgt hier für den entscheidenden Qualitätssprung. Hat die Band da eine neue Musikrichtung für sich entdeckt? Salmela und M. Hietala ergänzen sich gesanglich wirklich gut. Janne Tolsa darf dann zu Beginn von „Calling Down The Rain“ mit seinem Keyboard für negative Stimmung sorgen, das hört sich irgendwie schlimm an. Trotzdem überzeugt der Song letztendlich durch seinen Charme. Schade, dass man nicht mehr Songs dieses Kalibers an Bord hat.

„Caught In The Deadlights“ wirkt dann auch eher wie ein Überbleibsel vergangener Studioarbeiten. Hin und wieder blitzt etwas Gutes hervor, aber der Gesamtsong verendet im Mittelmaß. Das ist noch einmal so enttäuschend, wenn man bedenkt, welches Potential in der Band steckt. Diese eher nach Geistern klingenden Keyboards sorgen auch nicht wirklich für eine positivere Grundstimmung.

„I Walk Forever“ ist dann eine kleine Überraschung. Ein Mitgrölsong erster Kajüte mit emuliertem Klavier und Cello, die den Beginn des Stückes aufpeppen. Man denkt unweigerlich an eine Mischung aus Melodic Metal und True Metal, dies natürlich auch wegen der Lyrics. Ein Song, der live natürlich perfekt funktionieren wird. Die zweite Gitarre fehlt hier aber definitiv und irgendwie hätte ich solch einen Song nun wirklich nicht von Tarot erwartet. Lässt man mal die Erwartungshaltung an die Band weg, ist dies ein echter Anspieltipp.

„Sleep In The Dark“ weiß dann das Ruder wirklich herumzureißen. Rifflastig wird hier dem Metal gefrönt. Rau ächzt die Gitarre unter der Belastung. Die NWOBHM-Freunde können sich freuen. Ein starker Song mit genügend Antrieb zum ausgelassenen Headbangen, denn Drummer Cinnari sorgt für den gelungenen Rhythmus.

Zum großen Finale kommt dann noch ein wirklicher Übersong. „Gone“ ist eine Powerballade, die sich gewaschen hat. Hier hat die Band alles richtig gemacht. Die Melodie brennt sich ins Gehirn, die famosen Übergänge zwischen powervollen und ruhigen Momenten sorgen für Adrenalinschübe. Ob solch ein Song allerdings als Abschluss eines Albums richtig steht, darüber sollen sich andere den Kopf zerbrechen. Zumindest bewirkt dies einen noch halbwegs versöhnlichen Höhepunkt zum Ende hin, der auch die Punktwertung noch einmal ein gutes Stückchen rausreißt.

Fazit: Tarot sind anno 2010 nicht mehr das, was sie 2007 waren. Ohne den markanten Gesang könnte man das Ganze auch ohne Probleme unter einem anderen Namen verkaufen. Marco hält hier das Ganze zusammen, sozusagen mit freundlicher Unterstützung von Salmelo. Erstmals fällt relativ deutlich auf, dass eine zweite Gitarre nicht zugegen ist. Für mich ist das Album „Gravity Of Light“ eine Enttäuschung. Aber unvorbelastet muss man von einem soliden Album sprechen, welches sich gerade zum Ende hin positiv entwickelt. Von einem Blindkauf aufgrund der Erfahrungen mit dem Vorgängeralbum ist aus den oben angeführten Gründen abzuraten.

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