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Tarot: Crows Fly Black

Eine der meist unterschätzten Bands aus Finnlamd
Wertung: 9.5/10
Genre: Heavy Metal
Spielzeit: 46:47
Release: 19.01.2007
Label: Nuclear Blast

Dieses Urgestein der finnischen Metal-Szene meldet sich aufgrund der zur Zeit verständlichen Pause der Band Nightwish zurück. In den Achtzigern gegründet und inzwischen mit Marco Hietala am Bass und bei den Vocals mitverantwortlich, entzog sich die Band bisher gekonnt dem deutschen Publikum. Ihre bisher erschienenen acht Alben sind eigentlich nur sehr schwer in deutschen Landen zu ergattern. Dies soll sich nun ändern, da man mit Nuclear Blast ein großes Label für sich gewinnen konnte. Und das ist auch verdammt gut so.

Der Titeltrack und gleichwohl Opener des Albums „Crows Fly Black“ zeigt sehr schnell, dass es sich hier um klassischen Heavy Metal handelt. Der Song hämmert sich erbarmungslos durch die Gehörgänge und zusätzlich zum sehr gelungenen druckvollen Sound zeichnet sich Sänger Tommi Salmela`s Gesang aus, welcher sich auch im weiteren Verlauf des Albums in die Richtung Rob Halford ohne die hohen Screams entwickelt. Beim Titeltrack kommt aber noch eine gesunde Portion Bruce Dickinson dabei. Das alles aber, ohne wie ein billiger Abklatsch zu wirken. Die gelungenen Keyboardeinsätze von Janne Tolsa runden diesen tollen Song gekonnt ab.

„Traitor“ beginnt da schon ein wenig spritziger. Die Band schafft es spielend, die Qualität der NWOBHM einzufangen und ohne neumodischen Schnickschnack in einem aktuellen Soundgewand zu zocken. Gitarrist Zachary Hietala (Bruder von Marco) zeigt den ein oder anderen tollen Gitarrenlauf. Dieser Song dürfte bei genügend Publikum live zu einer wahren Hymne geraten.

„Ashes To The Stars“ weiß durch seine unterschiedlichen Gesangslinien zu überzeugen. Fantastisches Gitarrenspiel, welches sich mit immer druckvollen Bass und Drumparts zu einem gelungenem Song mit Mitgröhlcharakter entwickelt, obwohl der Song zum Mitsingen fast schon zuviel Text beinhaltet.

Spätestens mit „Messenger Of Gods“ wird mir dann der Verstand gänzlich geraubt! Die Kopfhörer fliegen durch den Raum beim Headbangen! Sorry, aber um 4:12 morgens wird mein Nachbar ein bis zum Ende aufgerissene Anlage nicht wirklich tolerieren. Aber diese Gitarren und der Chorus können eigentlich nur mit ohrenschädigenden Dezibelstärken entsprechend gewürdigt werden! Hölle, wie der Song abgeht und jedem Metalfan eigentlich ein breites Grinsen ins Gesicht meißeln müsste. Also, wenn die vorherigen Alben auch nur annähernd diese Qualität besitzen, sollte man die hohen Preise, wenn man sie irgendwo bekommt, nicht scheuen oder darauf hoffen, dass der Backkatalog bald auch hier auf breiter Front veröffentlicht wird!

„Before The Skies Come Down“ ist nach diesem Song schon fast hittauglich. Das Ganze aber, ohne auch nur annähernd an Druck und Intensität zu verlieren. Allein die Vocals machen den Song etwas allgemeinverträglicher. Großes Kino! Aber auch eine gelungene Überleitung zum nächsten Song.

„Tides“ würde ich dann schon fast als Powerballade der Extraklasse bezeichnen! Geniale, einschmeichelnde Chorusse mit schleppender, dramatischer musikalischer Umsetzung. Nicht zu vergessen die heftigen, immer wiederkehrenden Monsterriffs. Hier reiht sich ein Höhepunkt an den anderen!

„Bleeding Dust“ ist ein Song, über den Judas Priest sicherlich froh wären, wenn sie ihn geschrieben hätten. Ja, als Metal Fan, der der NWOBHM nachtrauert, weil es nur noch wenige Alben heutzutage gibt, die deren Intensität verkörpern, treibt mich dieses Album in den siebten Himmel.

Der nächste Song ist die Singleauskopplung „You“, die in Finnland, wie sollte es auch anders sein, letztes Jahr den 1. Platz der Charts eingenommen hat. Tja, die Finnen sind manchmal ein komisches Völkchen, lassen sie sich doch glatt mit einem der eher nur als gut zu bezeichnenden Songs des Albums zu so einer Chartplatzierung hinreißen. Was passiert denn dort, wenn hier noch weitere Singles ausgekoppelt werden?

„Howl“ beginnt mit gefühlvoll akustischen Gitarren, bevor er aufspringt und stampfend durch das Trommelfell walzt. Immer wieder werden die melodiösen Gitarren eingestreut. Gelungen und meiner Meinung nach besser als „You“, besonders, wenn man sich mal das Solo von Zachary und den Chor zum Ende des Songs reinzieht. Kompromisslos und nie schmalzig.

Leider, leider wird dann mit „Grey“ schon der letzte Song des Albums eingeleitet, welcher aber auch den Ruf nach mehr Musik verstärkt. Marco Hietala`s Bass brät sich einen und die Drums von Pecu Cinnari zeigen, dass wirklich softe Mucke mit ihnen nicht zu machen ist. Obwohl der Song schon relativ gemäßigt daherrockt, was aber hauptsächlich durch Tommi Salmela`s super Gesang entsteht, wird dem Zuhörer nie langweilig.

Fazit: Eine tolle Band, welche mangels vernünftigen Vertriebs/Labels bislang wenig Beachtung im alten Europa bekommen hat. Hier zocken gestandene tolle Musiker ein Brett, dass es jeden Heavy Metal Fan die Freudentränen ins Auge treiben müsste. Schade, dass die Band eigentlich bisher hauptsächlich in Finnland Beachtung fand. Dies wird sich aber sicher mit diesem Album ändern. Ich kann nur jedem Headbanger raten, sich schnellstens die Scheibe zu besorgen und dann auf der Tour mit Diablo vom 05.02.2007 bis 14.02.2007 kräftig abzufeiern und die Matte zu schwingen.

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