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Tarja: What Lies Beneath (Deluxe Edition)

Die Deluxe Edition ist etwas zweifelhaft, aber dennoch ein beeindruckendes Werk
Wertung: 8.5/10
Genre: Symphonic Gothic Rock Metal
Spielzeit: 73:28
Release:
Label: Universal Music

Knapp einen Monat ist es her, dass ich das Review zur aktuellen Tarja-CD schreiben durfte. Wie damals schon angekündigt, folgt nun die Besprechung der Deluxe Edition. Man konnte im eigentlichen Review nur erahnen, welches Klangpotential hinter der neuen Produktion steckt, da es lediglich über Stream auf den PC-Lautsprechern ausgegeben werden konnte. Über die richtige Audioanlage entfaltet dieses kleine Meisterwerk noch deutlich mehr Reiz.

Der Klanggewinn ist nicht zu überhören, Songs wie „Anteroom Of Death“ oder auch gerade „The Archive Of Lost Dreams“ gewinnen hier zusätzlich an Dynamik und sorgen, speziell beim letztgenannten für Gänsehaut am ganzen Körper. Eine klare Aufwertung von 0,5 Punkten wäre da gerechtfertigt, aber diese Bedenken wurden ja schon geäußert. Dieses Mal erspare ich mir aber die Besprechung der „regulären“ CD, denn das könnt ihr hier nachlesen.

Als Beispiel muss hier auch „Crimson Deep“ angeführt werden, welches mit diesen fast schon heroischen Gitarrenparts nun auch zum Anspieltipp aufgewertet wird.

Die Bonus-CD der „Deluxe Edition“ beinhaltet drei Songs (ein Cover) und ein Video, in dem sich Tarja zum neuen Album ausführlich äußert. Diese drei Songs bringen gerade einmal achtzehn Minuten zusätzliche Musik. Wenn da nicht das Video wäre, hätte man das auch ohne Probleme auf die Standard Edition packen können, denn so beläuft sich die Gesamtspielzeit gerade mal auf dreiundsiebzig Minuten.

„We Are“ beginnt allein mit Tarjas Stimme und herrlicher Melodie. Vom Cello unterstützt, schleicht der Song ins Gedächtniszentrum, um dann mit Bandunterstützung für einen Energieschub zu sorgen. Das Break, wieder mehr Ruhe und Tarja glänzt in bestem Lichte. Einfach ergreifend und wunderschön. Ein toller Song, der die Fanherzen höher schlagen lassen wird. Das Wechselspiel gelingt einwandfrei und zeigt natürlich auch das Können der Band.

„Najad“ beginnt ein wenig spacig oder vielleicht auch ein wenig mit Unterwasser-Flair. Percussion und Keyboards dominieren den Beginn, der natürlich von der elfenhaften Stimme veredelt wird. Auch wenn die Band einsetzt, so hat das nichts mit Rock oder ähnlichem zu tun. Es ist einfach nur schön und verführt zum Träumen. Ein toller Herzensschmeichler, der aber hinter den anderen Stücken des Albums etwas zurücksteht.

Dann erwartet den Hörer das Cover von Whitesnake: „Still Of The Night“. Es hat schon Einzug in die Setlist bei Konzerten genommen und ist demzufolge ist dies alles andere als nur ein Bonussong. Jetzt liegt die Messlatte natürlich sehr hoch, da Whitesnake zu meinen absoluten Favoriten gehört. Aber gehen wir unvoreingenommen an die Sache. Schon allein die musikalische Eröffnung zerstört eigentlich die Energie des Songs. Da ist kein Zug, kein Aufpeitschen, was ja gerade das Original ausgemacht hat. Nein, wieso hat sie das nur gemacht? Schwach, unterdurchschnittlich und eigentlich fast schon ermüdend, was da vom Original übrig geblieben ist. Hatte das doch damals noch mit „Over The Hills And Far Away“ von Gary Moore gut funktioniert, zeigt sie nun, dass es auch anders geht. Dieser Versuch, mehr ist das leider nicht, ist der musikalische Tiefpunkt des gesamten Albums. Das Original scheint zu stark zu sein. Das, was da an den Gitarren abgeliefert wurde, geht konträr zur Intention des Songs. Orchester und die neumodischen Soundtupfer können zwar als nett durchgehen, aber das war es dann auch schon.

Dann gibt es da noch das vierzehn-minütige Video, in dem Tarja über das Album spricht. Es gibt quasi ein „Song by Song“ und zusätzliche Erklärungen. Die zahlreichen Gastmusiker werden erwähnt und es gibt auch mal kurze Einspieler vom Recordingprozess. Die Auflösung ist schwach, aber das Ganze wird recht geschickt und Abwechslungsreich gestaltet. Die Soundsamples wechseln, es gibt diverse verschiedne Einstellungen der Kamera und man wechselt zwischen Farb- und Schwarz/Weiß Bildern. Aber ich will hier auch nicht zuviel verraten.

Fazit: Das Album kann an sich schon sehr stark punkten. Durch die starke facettenreiche Produktion gibt einen halben Punkt mehr, wären wir bei 9,5, was der Song „We Are“ bestätigt. „Najad“ liegt leicht darunter, aber „Still Of The Night“ sorgt für einen kleinen Schritt nach unten. Man liegt als bei 8,5 bis 9 Punkten. Das Album hat sich auch nach dieser Dauer noch kein bisschen abgenutzt und weist nun zig Durchläufe auf. Mit Hinblick auf die für zwei CDs überschaubare Spielzeit der Audiotracks entscheide ich mich für den niedrigeren Wert, da das Video sicher nicht genug Anreiz gewesen wäre, wenn schon die Standard Edition randvoll mit Musik gewesen wäre. Für Fans ist diese Edition ein Muss, für alle anderen zumindest eine große Überlegung wert.

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