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Tanzwut: Weiße Nächte

Wie Phönix aus der Asche sind sie wieder da: schöner als zuvor
Wertung: 9.5/10
Genre: Mittelalter Rock
Spielzeit: 52:30
Release: 16.09.2011
Label: Teufel Records

Sie sind wieder da, in neuer Formation und mit neuem Wind. „Weiße Nächte“ heißt das Album, die Band, von der hier die Sprache ist, ist natürlich Tanzwut. Die Dudelsäcke sind wieder ausgepackt und es geht mit ihnen direkt mit dem Titelsong „Weiße Nächte“ los. Der Song lädt von den ersten Takten dazu ein, mitzuschunkeln, zu tanzen und nach dem ersten Refrain auch dazu, mitzusingen, denn auch nach zu viel Bier oder Met, lässt sich dieser mitlallen. So eingestimmt geht es weiter mit „Wie Phönix Aus Der Asche“. Besser könnte man die eigene Neuaufstellung gar nicht in einen Song packen. Teufels Stimme und das Zusammenspiel der Musiker zeigen auf, dass dieser Vogel nun so viel schöner ist als vorher - wie ein Phönix eben. Der Song geht direkt ins Ohr, der Refrain lässt einen nicht mehr los und thematisch hätte als zweiter Song eines Albums nach einer Neuformation keiner besser an die zweite Stelle gepasst.

Das ist aber auch exakt das, was die enthaltenen Songs hier zeigen: Tanzwut sind wieder da und das mit so viel mehr Power, dass man die Spielfreude Note für Note und Textzeile für Textzeile spüren kann. Auch der dann folgende Song „Gift“, eine Hommage an Schneewittchen, an die Schönheit und an die böse Königin, passt wie die Faust aufs Auge. Der Sound des Albums ist keineswegs anders oder neu, dennoch unterscheidet sich das Album sehr von „Schattenreiter“. Es ist frischer und irgendwie mehr Tanzwut. Die mittelalterlichen Instrumente paaren sich mit Rockelementen und herauskommt ganz einfach Tanzwut.

Was natürlich auch nicht fehlt, sind Songs über die alten Zeiten und die Freizeitgestaltung damals. Von musikalischer Untermalung ist die Rede, von Saufgelagen und wiederholten Sünden. Song um Song entfaltet sich eine mittelalterliche Welt, die uns allen doch so bekannt ist. Teufel geleitet den Hörer durch die Tanzwut-Welt und wer die Band dieses Jahr schon live anschauen konnte, weiß genau, dass die auf der Platte enthaltene Power live nochmals überboten wird.

Der schon einmal gespielte Song „La Filha Dau Ladre“ findet auch wieder einen Platz auf der Neuveröffentlichung. Hört man den Song, fühlt man sich direkt in eine alte Schenke versetzt und man kann den Krug Met vor sich direkt riechen. Interessant ist, warum dieser Song neu aufgenommen wurde. Vielleicht, um zu zeigen, dass man trotz Neuaufstellung noch immer Tanzwut, aber eben mit mehr Schwung ist, denn genau so wird die Neuvertonung dieses uralten Songs aufgenommen. Und nein, sie hätten an dieser Stelle nicht ein altes Tanzwut-Stück nehmen können, das klänge falsch. Somit ist es eine wirklich gute Wahl, diesen Song zu nehmen.

„Königin Der Nacht“ ist auch unbedingt anzuhören. Er hat richtig rockige Passagen, aber auch ruhige und welche, die zum Nachdenken anregen. Die eher klassischen Dudelsackparts am Ende machen das Stück rund. Den Abschluss des Albums leitet „Pest Und Teufel“ ein. Schnelle Takte nehmen den Hörer und reißen ihn direkt mit. Als Teufels Stimme erklingt, wird es ruhiger, bis es dann im Refrain wieder dazu kommt, dass man nur noch mitgerissen wird. Hier scheint die Band noch einmal auf den Ursprung ihres Namens hinzuweisen, denn dieser Begriff kommt aus der Zeit, in der die Pest wütete. Menschen haben zu Melodien getanzt, vielleicht um zu vergessen - und das bis zum Umfallen, bis zum Tod.

An dieser Stelle gibt es nur noch zu sagen: Tanzwut sind wieder da und bringen frischen Wind mit, ohne sich selbst zu verraten, mittelalterlichen Rock, den man wieder und wieder und wieder hören kann.

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