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Tanzwut: Ihr wolltet Spaß

Insgesamt sehr gelungene CD
Wertung: 8/10
Genre: Mittelalter Rock
Spielzeit: 49:10
Release: 07.04.2003
Label: Pica Music

Mit "Ihr wolltet Spaß" setzen Tanzwut einen weiteren Fixpunkt in ihrer musikalischen Laufbahn. Drei Jahre mussten die Fans seit dem "Labyrinth der Sinne" auf den neuen Tonträger warten. Dies sei den Musikern aber verziehen – denn auch das Parallelprojekt Corvus Corax benötigt Zeit.

Der typische Tanzwut – Sound ist größtenteils erhalten geblieben. Man stellt fest, dass ein Trend, dessen Opfer schon viele vergleichbare Bands geworden sind, scheinbar weitgehend an Tanzwut vorbeigezogen ist. Die Rede ist von der Betonung rockiger Elemente, die die mittelalterlichen Klänge in den Hintergrund rücken lässt oder auch ganz vertreibt. Kein Wunder, denn durch ihr eigens gegründetes Label Pica Records sind ihnen alle musikalischen Tore weit geöffnet. Im Vergleich zu den vorherigen Alben fällt außerdem auf, dass sich die mittelalterlichen Elemente besser an das Gesamtgefüge der Musik anpassen und diese so noch harmonischer klingen lassen. Vor allem verantwortlich dafür sind die stimmigen teils vordergründigen und teils untermalenden Melodien.

"Wieder Da" ist gleich zum Beginn der CD schon der erste Höhepunkt. Kraftvoll meldet sich die Band zurück und fordert zum Tanzen auf. Die unverkennbare Stimme des Sängers Teufel scheint weiter in den Vordergrund gerückt zu sein, als es früher der Fall gewesen ist. Dies ist auch in Liedern wie"Meer" und "Für Immer", zwei etwas ruhigere Stücke der CD, besonders zu beobachten. Ganz im Kontrast dazu stehen einige kraftvolle, rockige und teils auch aggressive Songs, wie zum Beispiel "Nein Nein" oder "Erdbeerrot", welches sich textlich mit dem Thema „Onanie“ beschäftigt. Die Texte sind zumeist deutsch geblieben, schlagen aber in zwei Stücken ins Lateinische um: Wo beim "Labyrinth der Sinne" aus Passagen Beethovens Ode an die Freude und Mephistos Monolog aus Goethes Faust der Track "Götterfunken" geschmiedet wurde, wurden diesmal Beethovens Fünfte, die Vagantenbeichte aus der Carmina Burana zusammen mit dem Text "Ordo Virtutu"m von Hildegard von Bingen zu dem Song "Fatue" zusammengesetzt. Das zweite lateinische Stück ist die langsame und sehr klangvolle Ballade "Caupona", die vom Stil her der Nachfolger von "Niemals Ohne Dich" der vorherigen CD sein könnte.

Dieses Stück bildet den Abschluss einer insgesamt sehr gelungenen CD, die ihren Vorgängern kein bisschen nachsteht und die lange Wartezeit in jeder Weise rechtfertigt.

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