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Tank86: Rise

Alles dabei, was man zum Mopedheizen, Cabrio-Cruisen, Entfrosten oder auch Rückbankfummeln braucht
Wertung: 8.5/10
Genre: Stoner/ Doom/ Instrumental
Spielzeit: 48:04
Release: 30.05.2011
Label: Rising Magma Records

Die Niederländer Tank86 gehören ganz sicher zu den Bands, die schnell im Wust der ganzen aufstrebenden Bands unterzugehen drohen, zumal sie durch den Verzicht auf Vocals dann auch noch einen eher kleineren „Markt“ bedienen. Dass aber genau diese ausdrucksstarke Musikform wieder schwer angesagt ist, machen ja auch die Erfolge von z.B. Long Distance Calling deutlich, die aber im Gegensatz zu Tank86 noch häufig mit Vokalfragmenten arbeiten. Live-technisch sind letztere in deutschen Breitengraden ebenfalls so gut wie noch gar nicht in Erscheinung getreten, da stehen bisher einige Dates im Vorprogramm von Dozer auf dem Plan, die nun aber auch schon etwas mehr als drei Jahre vorbei sind.

Bisher standen in der Band-Discographie die beiden EPs „Ariba“ von 2005 und „Behold“ aus dem Jahre 2008 zu Buche, für den nun ersten vorliegenden Longplayer „Rise“ hat sich das Quartett allerdings auf den Hosenboden gesetzt und komplett acht neue Stücke komponiert – ein Pluspunkt ist damit schon sicher, kommt es doch nicht zum neuerlichen Aufguss alten Materials. Und weil die Angebote diverser Labels nicht mit ansprechendem Inhalt gefüllt waren, haben die Jungs gleich mit Rising Magma Records auch ein eigenes Stück Firme gegründet und lassen auch hier die Do-it-yourself-Mentalität wieder ein Stück aufleben.

Schon nach einem ersten Durchlauf lässt sich konsterniert feststellen: Wie haben es die Holländer geschafft, die trockene Wüstenluft rund um die Route 66 so unweit von Nijmegen zu verlegen? Sicherlich haben noch viele Fans die endlosen Griffbrettwichsereien irgendwelcher vermeintlichen Gitarrengötter aus den Achtzigern im Kopf, doch damit ist man nur allzu sehr auf dem Holzweg, denn Tank86 schreiben richtige Songs, stimmungsvoll und abwechslungsreich statt selbstverliebtes Gefrickel.

So ist schon der Opener „Barrosphere“ ein extrem brutaler Doomer, der so gar nicht den Gesang vermissen lässt, etwas später ziehen die pumpenden Double-Bass-Hämmer an und ballern zusammen mit Riff-orientierter Urgewalt jeden Zweifel einfach hinfort. Mit „Gottes Krieger“ ziehen sie das Tempo sogar gehörig an, variieren geschickt im Mittelteil, lassen neben einigen mordsmäßig geilen Riffs auch der Leadgitarre ihren Lauf in die Freiheit, bei „Infidel“ schleichen sich ganz leichte Amon Amarth-Anleihen ein – Doom-Stoner, was will dein Herz mehr.

Das niederländische Quartett Tank86 hat hier ganze Arbeit geleistet – ein Instrumentalwerk, welches mit staubigen Spannungsbögen, fett bratenden Gitarren und abwechslungsreichem Songwriting auf mehr als 48 Minuten zu begeistern weiß. Doom, Stoner, Sludge, schnellere Nummern – alles dabei, was man zum Mopedheizen, Cabrio-Cruisen, Entfrosten oder auch Rückbankfummeln braucht.

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