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Taking Dawn: Time To Burn

Frischer Glam Rock aus der Stadt der Lichter
Wertung: 7.5/10
Genre: Glam Rock
Spielzeit: 39:42
Release: 26.01.2010
Label: Roadrunner Records

Manche Begegnungen sind offensichtlich nur auf Schicksal zurückzuführen: Chris Babbitt und Mikey Cross kommen beide in Las Vegas zur Welt, im selben Krankenhaus und mit Unterstützung desselben Arztes. Später treffen sie sich in der High School wieder und tun das, was heutzutage wohl als logische Weiterentwicklung der Blutsbrüderschaft durchgehen mag: Sie gründen eine Band.

Diese hört auf den Namen Taking Dawn und steht stilistisch irgendwo zwischen den Stühlen; genau genommen zwischen melodischem Hard- und Glamrock aus den 80er Jahren und modernem Metalsound. Mit anderen Worten: Vielstimmiger Eunuchengesang trifft auf große Melodien, groovig-dumpfes Riffing geht Hand in Hand mit kreischenden und jaulenden Leadgitarren und Poser-Perücken-Attitüde umarmt Bodenständigkeit, denn von Jack-Daniels-Plattitüden und Backstage-Exzessen hält die vierköpfige Truppe eigenen Angaben zufolge nicht allzu viel - ihnen geht es vorrangig um die Musik. Das sagt zwar irgendwie jede Band von sich, aber gerade im Glamrock gibt es in der Hinsicht vielleicht noch am ehesten Nachholbedarf.

„Let me hear you say halle-fuckin'-lujah!“ - Babbitts Forderung im Titeltrack möchte man nur zu gern nachkommen. Ein knapp dreiminütiges Lehrstück in Sachen Rotzigkeit und Schimpfwortgebrauch (deshalb also der „Parental Advisory“-Sticker...); hektisch, hart, inklusive Gitarrensolo und schon auf Platte ziemlich spaßig – live vermutlich ein echter Kracher, und das ganz ohne Hookline.

Nicht, dass das auf Albumlänge so bleiben würde, im Gegenteil, denn Taking Dawn haben einen reichen Fundus an Melodien in petto, den sie großzügig unters Hörervolk verstreuen: „Like A Revolution“ zum Beispiel, „Save Me“ oder die Halbballade „Close Your Eyes“ bieten allesamt hohen Mitsingfaktor mit kraftvollen, gerne harmonisch-mehrstimmigen Gesängen. Dass Chris Babbitt den Platz am Mikro bekam, weil er von allen Bandmitgliedern am wenigsten schlecht singen konnte, nimmt man ihm dann auch nicht wirklich ab. Natürlich bewegen sich Taking Dawn mit ihrem Vokalpomp immer nah an der Grenze zum Kitsch; andererseits gehört ein bisschen Over-The-Topness ja irgendwie auch dazu – vor allem wenn sie gut gemacht ist.

So sehr man die Band für ihr Handwerk loben sollte, so sehr muss man sie für ihre Einfallslosigkeit im Songaufbau tadeln. Der ist nämlich bei allen Stücken ziemlich ähnlich und man wird das maue Gefühl, dass das obligatorische Gitarrensolo in jedem (!) Song stets zur gleichen Zeit irgendwo zwischen Songmitte und letztem Drittel beginnt, bis zum Schluss nicht los. Genau wie die stellenweise etwas zu glatte Produktion dürfte das aber wohl eine der Nebenwirkungen eines Majordeals darstellen.

Am Ende der Tracklist steht das Fleetwood Mac-Cover „The Chain“, das Taking Dawn gekonnt in ihren eigenen Stil übertragen – ja, inklusive Gitarrensolo – und damit trotz Coversong einen homogenen Abschluss hinkriegen. Wer es gitarrenlastig, latent bombastisch und melodisch bis hin zur Süßlichkeit mag, sollte dem Quartett aus Las Vegas mal sein Ohr leihen.

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