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Takida: Bury The Lies

Hard Rock mit Radio-Potential
Wertung: 7/10
Genre: Hard Rock/Alternative Rock
Spielzeit: 46:52
Release: 04.09.2009
Label: Roadrunner Records

Mal etwas Neues aus Schweden: Statt Death Metal gibt es mit Takida eine Band, die sich dem Hard Rock verschrieben hat. Dies jedoch nicht im traditionellen Sinne, denn die Schweden beschreiben ihre Musik als mit Pop-Einflüssen garniert – was man auch so stehen lassen kann, denn immer wieder hat man das Gefühl, hier und da ein wenig Nickelback herauszuhören.

Diesen Eindruck kann man grob an zwei Dingen festmachen: Zum einen wäre da das sehr poplastige Songwriting, zum anderen aber auch die Stimme des Frontmannes Robert Pettersson. Diese besitzt zwar immer noch mehr als genug Eigenständigkeit, erinnert aber in puncto Gesangsstil und Stimmfarbe immer mal wieder an Chad Kroeger. Ansonsten hebt man sich jedoch deutlich von dieser Schiene ab, denn Takida gehen wesentlich härter zur Sache als viele Bands aus diesem Bereich. Poppige, manchmal auch fröhliche Refrains treffen auf treibende Riffs und erzeugen so ein angenehmes Gesamtbild. Tatsächlich ist auf „Bury Your Lies“ kein wirklicher Ausfall zu finden, denn die fünf Schweden schreiben problemlos zahlreiche einprägsame Melodien und beherrschen auch ihre Instrumente zu Genüge, so dass auch hier nicht allzu viele Wünsche offen bleiben.

Mit „Evil Eye“ wählen Takida einen ungewöhnlichen Einstieg, denn der Song ist ebenso düster wie hart und begeistert mit starkem Riffing und einem überzeugenden Refrain. Das nächste Stück „Losing“ bietet dann das Kontrastprogramm zu dem vorher genannten Track: Die Stimmung ist deutlich positiver und auch die Gitarren braten hier nicht ganz so hart.

„The Dread“ präsentiert sich als stampfender Midtempo-Rocker, der zudem mit einem beeindruckenden Solo verfeinert wird, so dass man es hier mit einem Highlight des Albums zu tun hat. Für die ruhigeren Momente sorgen die beiden Halb-Balladen „Handlake Village“ und „Curly Sue“: Während erstgenannte einen leichten Kitsch-Faktor besitzt, aber ohne Frage problemlos die Charts stürmen könnte, wählt „Curly Sue“ einen deutlich melancholischeren Weg und stimmt nachdenklich.

Weitere Songs hervorzuheben ist nicht gerade einfach, denn bei aller Ohrwurm-Qualität verliert die CD nach einigen Durchläufen ihren Charme, was hauptsächlich den kaum variierenden Songstrukturen zuzuschreiben ist, die dem Album nach einer Weile die Fahrt nehmen – ein wenig mehr Abwechslung hätte hier wahre Wunder bewirkt.

Trotzdem bewegen sich alle Stücke auf einem hohen Niveau und sind handwerklich durchweg sehr gut gemacht. Dazu kommt, dass Tracks wie das mit hervorragendem Riffing ausgestattete „Poisened“ oder das basslastige „Bad Seed“ enorm von dem kraftvollen Gesang profitieren, der ein weites Spektrum abdeckt und auch Emotion nicht vermissen lässt.

So kann man Takida letztendlich attestieren, dass es ihnen gelungen ist, trotz poppiger Strukturen Härte nicht außen vor zu lassen und es so zu schaffen, ein breites Publikum anzusprechen. Im Prinzip kann man die Musik der Schweden immer noch ohne zu zögern modernen Hard Rock nennen, jedoch nicht in dem Sinne, wie Bands wie Shakra ihn zelebrieren, sondern eher mit einer Prise Alternative Rock. Da der Fünfer in seinem Heimatland sowieso schon beeindruckende Erfolge verbuchen konnte, wird dies mit „Bury Your Lies“ vermutlich erneut gelingen – aufgrund der hohen Hitdichte sollte die Chance auf den Durchbruch im restlichen Europa aber ebenfalls gut möglich sein. Wer also melodischen Hard Rock für zwischendurch sucht, kann hier ruhig einmal reinhören, wer jedoch auf eine Platte mit Langzweitwirkung hofft, sollte hier vorsichtig sein.

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