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Takara: Invitation To Forever

Insgesamt einfach zu altbacken und zu bieder
Wertung: 6/10
Genre: Melodic Metal
Spielzeit: 49:10
Release: 14.11.2008
Label: Prog Rock Records / SPV

Takara sind kein unbeschriebenes Blatt mehr, wurden sie doch bereits 1987 von Neal Grusky gegründet. Unterstützung fand der Gitarrist und Bandkopf bald in dem Ex-Yngwie-Malmsteen-Sänger Jeff Scott Soto, der das 1993 erschienene Debütalbum „Eternal Faith“ und ebenso die beiden Nachfolgewerke „Taste Of Heaven“ (1995) und „Blind In Paradise“ (1998) produzierte, sowie den Leadgesang übernahm.

Heutzutage sind Takara allerdings längst nicht mehr die gleiche Band wie damals; bereits vor dem vierten Album „Perception Of Reality“ gab es einige Veränderungen im Line-up. So verließ unter anderem auch Soto die Gruppe und wurde von Michael J. Flatters ersetzt, der auf der vorliegenden CD „Invitation To Forever“ – immerhin die erste Veröffentlichung seit gut sieben Jahren – seinerseits von dem Brasilianer Gustavo Monsato verdrängt wurde.

Inwieweit sich die Musik von Takara wegen der vielen Besetzungswechsel vor allem im Vergleich zu den ersten drei Alben, bei denen zumindest in den Bereichen Gitarre, Schlagzeug und Gesang Konstanz herrschte, verändert hat, kann ich leider nicht sagen, da „Invitation To Forever“ meinen ersten Kontakt mit der Band darstellt. Und wenn man sieht, dass Schlagzeuger Patrick Johansson und Bassist Bjorn Englen bei Yngwie Malmsteen spielen und Monsato bei Timo Tolkkis Revolution Renaissance mitmischt, dann ist das natürlich schon eine gewisse Referenz, die darauf schließen lassen könnte, dass man es hier mit einem richtig starken Silberling zu tun hat.

Namen garantieren aber nun mal nicht automatisch ein hochklassiges Produkt. Takara befinden sich irgendwo in der Schnittmenge zwischen Melodic Metal und Hard Rock, weisen ein hohes technisches Niveau auf und bieten solide Kost – mehr aber insgesamt eben leider auch nicht. Das Ganze hört sich einfach nicht so richtig zeitgemäß an, wirkt austauschbar und wie schon hundertfach gehört. Insgesamt eben einfach bieder und nach dem Motto: „Wir wollen niemandem wehtun“. Hinzu kommt eine viel zu dünne und ungleichmäßige Produktion – die Rhythmusgitarre dümpelt stets recht breiig im Hintergrund herum und über den Schlagzeugsound decken wir mal lieber den Mantel des Schweigens – und ein Sänger, der sich gerne in hohen Regionen aufhält, dort aber nicht wirklich hingehört. Zu oft schmiert Monsato in diesen Passagen, wodurch sich die Vocals häufig unsauber und wacklig anhören – ganz schlimm ist es ausgerechnet beim letzten Stück „Nowhere To Run“, bei dem der Gesang regelrecht an den Nerven zerrt.

Dennoch will ich Herrn Monsato nicht zu nahe treten, im Prinzip hat er sogar eine recht schöne Stimme, nur sollte er noch ein wenig daran arbeiten, beziehungsweise sich in Zukunft lieber in tieferen Gefilden bewegen, die ihm deutlich mehr liegen. Bei aller Kritik muss ich jedoch einräumen, dass einige der Vokalarrangements wirklich hübsch ausgearbeitet sind; für die Harmony-Passagen konnte man auch Ursänger Jeff Scott Soto noch einmal gewinnen, der allzu deutlich macht, dass er weiterhin der bessere Mann am Mikro ist.  

Es fällt insgesamt nicht leicht, die Platte zu beurteilen, da hier nichts wirklich schlecht ist: Die Instrumentalfraktion macht ihre Sache wie erwähnt mehr als anständig und im Songmaterial gibt es an sich – auch wenn nichts davon herausragend ist oder gar innovativ erscheinen würde – keine absoluten Totalausfälle, wenn man mal von den langweiligen, arg vorhersehbaren Nummern „555“ und „Nowhere To Run“ absieht. Stücke wie der Opener „Angel Of Lies“, der nachfolgende, mit sehr schönen Gesangsharmonien ausgestattete Track „Final Warning“ oder die hübsche Ballade „This Photograph“ jedoch sind zweifelsohne hörenswert und jeder Melodic Metal- / Rock-Fan, der sich nicht an der schwachen Produktion stört, kann hier auf jeden Fall mal ein Ohr riskieren.

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