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Taenya: Invasion Intestinale

Party ist die Devise!
Wertung: 8/10
Genre: Death Metal/Grindcore
Spielzeit: 40:6
Release: 01.01.2007
Label: Eigenproduktion

Handgeschriebener Promozettel und eine Sauklaue, die einem fetten Death/Grind-Brett verdammt würdig ist – yeehaa! „Invasion Intestinale“ nennt man den kleinen, dreckigen Bastard aus Frankreich, der von der jungen Taenya ausgepresst worden ist. Taenya ist in diesem Fall natürlich die Band, bestehend aus John, David, Jordane und Romain.

Die frische Band existiert erst seit 2006, bringt aber jetzt mit ihrem Debütalbum „Invasion Intestinale“ ein ziemlich ausgereiftes Stück Todesblei mit fetter Grindschlagseite und weiteren kranken Einflüssen auf den Markt, um den Spaß zurück in die Moshpits zu bringen. Wo sich heutzutage viel zu oft viel zu ernstes Geprügel auf der Tanzfläche durchsetzt, hauen Taenya eine Bombe direkt in die Mitte – Party! Denn auch vor Funk, Jazz, Fungrind und Crust haben die Jungs keine Angst. Das soll aber natürlich auch nicht heißen, dass man nicht vernünftig Death Metal zocken könnte, denn das stellt ja die fettige Grundmasse dar.

Wenn ich jetzt Vergleiche ziehen müsste, dann wären wir vom Verrücktheitsgrad und der Abwechslung zwar nicht ganz bei den Apokalyptischen Reitern, aber auf einem guten Weg dahin, die Härte ähnelt All Shall Perish und den Grindfaktor gibt’s von Nasum mit auf den Weg. Klingt nett? Ist es auch! Zwar nicht überragend, aber sicherlich etwas für Anhänger der etwas morderneren Spielart des Death Metal mit wenigen, nervigen Core-Elementen und raren schwedischen Melodie-Schwuchteleien.

Man startet stilvoll mit ordentlichem Mid-Tempo Death/Thrash und ein paar kleinen Soli, um im zweiten Song nach einem Softie-Intro die Dampfwalze auszupacken. Stetig und langsam geht’s nach vorn, von ein paar Ausbrüchen einmal abgesehen! Und wieder ein solch nettes Intro, Track Nummer 3 will erstmal Verwirrung stiften, bis kurz darauf feinster Grind-Mosh die Nachbarn schocken darf. Lustige Gitarrenspielchen und Knüppelpassagen inbegriffen. Ui, ein kleines Zwischenspiel. Anderthalb Minuten melodisches Erstgang-Bretzeln, damit dann ohne Zwischenstop direkt in den dritten Gang geschaltet werden kann beim darauf folgenden Song. Der Sänger gluckst und gurgelt, was das Zeug hält.

Liedchen Nummer 6 hat mit angenehmem Tempo und ´ner Packung Groove sicherlich die Nackenakrobaten auf seiner Seite. Und für die Tierliebhaber hört man auch noch irgendetwas zwischen Schwein, Frosch und Elefant am Ende quieken. Das Schema wird weiter verfolgt. Das flüchtende Wildschwein auf der Schlachtbank findet in Track 7 sein Zuhause, grindiges Highlight! Jetzt sind wir aber auf den Geschmack gekommen, neben dem Tierpark hören wir jetzt auch noch einen hysterischen Mexikaner im Hintergrund schreien. Die Mucke bleibt kompromisslos. Stück Nummer 9 ist auch wieder ein Nackenbrecher edelster Couleur und herrlich blubberndem Bassspiel. Das lustige Emo-Intermezzo spiegelt nur den Humor der Franzosen wider. Funky geht’s weiter, und zwar mit Fun(k)-Grind.

Nach dieser Dreiviertelminute werden dann die beiden letzten Kracher ausgepackt. Der erste lockt einen mit Geflüster und Gothic-Geschwülsten erst auf eine falsche Fährte, bis dann der Vernichtungsschlag in Form von mindestens 16 Saiten und diversen Fellen und Becken auf den Hörer einprasselt. Auch hier wieder mit Schweinekriegattitüde. Der letzte Song auf dem etwa vierzigminütigen Silbereisen ist dann noch ein kleines Mosh-Gewitterwölkchen, welches die Platte mit einem fetten Rülpser in die Freiheit entlässt.

Fazit: Meine Fresse, Spaß macht die Platte ja, das muss man ihr lassen. Wer Ernsthaftigkeit, perfekte Instrumentenbeherrschung oder ausgefeilte Strukturen will, der geht sich bitte woanders ausheulen. Bei Taenya gibt’s netten Death/Grind mit Groove und ohne Anspruch auf irgendetwas. Party ist die Devise!

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