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Taaboo: 666-total evil

Dreckiger Gute-Laune-Hardrock mit einem Schuß Punk-Attitude
Wertung: 8/10
Genre: Hard Rock Punk
Spielzeit: 33:0
Release: 12.05.2007
Label: Eigenproduktion

„Spaß an der Freude“ dürfte die Hauptmotivation für dieses Demo der schwäbischen Formation Taaboo gewesen sein. Das gibt die Band aber auch ohne Umschweife zu. Hier ist die inzwischen sechste Eigenproduktion mit nun deutlicheren Metal Spuren zu reviewen. Als erstes fällt mir auf, dass diese Band eigentlich so ´ne Mischung aus den Böhsen Onkelz und den Dimple Minds mit einer guten Portion Punk sind. Das hört sich auf den ersten Blick zwar erstmal etwas seltsam an, aber hat definitiv seinen Reiz.

„Hass Mich“ könnte durchaus ein Cover der Böhsen Onkelz sein. Dass die fünf Musikanten aber wissen, was sie tun, hört man auf Anhieb. Hier sind keine untalentierten Hobbymusiker am Werk. Nein, rein musikalisch passt das. „Nichts Ist Wie Es Scheint“ ist ein sozialkritischer Song, welcher der viel gelebten Doppelmoral einen Spiegel vorhält. Ja, der Beginn der CD wird mit Onkelz-mäßigen Texten zelebriert.

„Reborn“ wartet dann überraschenderweise mit Death Metal-typischen Growls auf. Hört sich zwar nicht so wirklich böse an, was Fritz da am Mikro raushaut, aber der cleane Refrain setzt sich schnell im Schädel fest. Frank`s und Fetti`s Gitarren sorgen für den nötigen Drive. Den ruhigen Part kurz vor dem gelungenen Solo hätte ich hier aber niemals erwartet. Cool, was die Herren im Entenhausener Panzerknacker Outfit hier abliefern.

„Back To The Roots“ beginnt mit Klavier und Fritz`s Gesang. Ja, irgendwie hat man Anfangs das Gefühl, hier würde eine Ballade entstehen, bei der sich der Sänger so richtig schön quälen muss, um den Gesang passend zu integrieren. Aber der Song nimmt nach und nach immer mehr Fahrt und Power auf.

Mit „666-Total Evil“ kommt dann schon der nächste Höhepunkt des Silberlings. Der bedächtig langsam dahinrockende Song mit seinen Weisheiten über Headbanging mit Tinnitus ist eine gelungene Persiflage auf die ganzen unheimlich bösen Bands. Dies wird dann auch noch mit der wohl allen bekannten Pipi Langstrumpf Melodie veralbert. Dies aber nicht nur mal eben kurz, sondern in voller Länge. Genial, spaßig und absolut mit Kult behaftet.

„Invisible King“ ist eher eine Abgehnummer, welche aber trotzdem noch ein wenig mehr Gitarrenspeed hätte vertragen können. Der gehörige Punkeinschlag ist hier nun gar nicht zu verkennen. „Lüge Oder Wahrheit“ dürfte live zu einem guten Mitgröhlpart gereichen. Die Melodie geht ins Ohr, was will man mehr. Hervorzuheben wäre hier auch der Schluss des Songs, der wieder mal unverhofft die akustische Seite der Band beleuchtet.

„Morgen“ streift dann in Reggaegefilde ab. Irgendwie sehr strange, der Song dürfte aber zu einer Hymne für alle Nichtstuer und Faulpelze sein. Mit diesem Song wird das Bruttosozialprodukt sicher nicht gesteigert, aber das liegt wohl auch nicht wirklich im Ansinnen der Band.

Welches Thema darf auf einer Spaßscheibe auf keinen Fall fehlen? Sex! Richtig, dieser Song handelt von den ganzen umgangssprachlichen Worten für das Thema und der kurzen Beschreibung, was es alles für den Ausführenden bedeuten kann. Ob Last oder Spaß, nun gut, allzu tief versteift man sich dann aber doch nicht bei dem Thema. Irgendwie sagt der Song aber auch sehr viel über Taaboo aus. Man wird in die Musik reingezogen und kommt mit einem breiten Grinsen wieder heraus. Und das macht man eigentlich sehr gerne, denn die gute Laune nach dem Konsum ist fast schon garantiert.

„Dying“ bildet dann leider schon den Abschluss dieses mit nur 33 Minuten viel zu kurz geratenen Demos. Schade, da hätte ich mir eher noch einen richtigen Kracher gewünscht.

Fazit: Eine gelungene Scheibe mit hohem Gute Laune-Faktor auch trotz der teilweise kritischen Texte. Man spürt praktisch, mit wie viel Freude die Band unterwegs ist.

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