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Syzzy Roxx: Popmetal

Die Band geht unbeirrbar ihren Weg weiter und das ist auch gut so
Wertung: 8/10
Genre: Glam Rock
Spielzeit: 31:57
Release: 04.04.2008
Label: Eigenproduktion

Die Oldenburger Glam Rock-Kapelle Syzzy Roxx ist zurück. Von vielen belächelt, weil zur Zeit sicher keine allzu große Popularität ihrer Musikrichtung vorliegt, haben sie sich erneut aufgerafft, um gute Laune zu verbreiten. Viel geändert hat sich nicht, man hat zwar nun den Sänger von der Gitarre befreit und mit einem fünften Mann die zweistimmige Gitarrenfraktion wieder hergestellt, aber Outfit und Glam Rock sind geblieben. Was kann es Schöneres für einen Rezensenten geben als einen Kübel Scheiße auszukippen und sich lustig zu machen? Man könnte sich ernsthaft mit der Musik befassen, zumal auch schon der Vorgänger „Glamournizer“ ganz gut Punkte sammeln konnte.

„Mrs. Bigunz“ rockt erstmal richtig schön fett und heavy daher, bevor es deutlich beschwingter locker drauflos geht. Die Finger schnippen automatisch mit. Eigentlich ein Indikator für den Tiefsinn der Band, dass bei so einem Songtitel Blasinstrumente mit von der Party sind. Normalerweise sind diese absolut nicht mein Ding, aber hier werden sie schön unaufdringlich und einfach nur songunterstützend eingesetzt. Cooler Song mit viel Partyflair.

„Gloria“ ist da etwas gezähmter. Ohne Trompeten hämmert der Song durchgehend so kräftig wie er beginnt. Die Gitarristen Eddy Clifford und Danny Duke sorgen für ordentlich Heavy Rock-Feeling. Eine wirklich gelungene Hymne, welche die Band hier auch soundtechnisch gut umgesetzt hat. Der Bass von Mick Murdoc hätte für meinen Geschmack zwar ein wenig kräftiger aus dem Gesamtsound heraustreten können, aber auch so nickt der Kopf kräftig mit.

„Cold Nightz Hot Love“ kann mich dann aber nicht so wirklich überzeugen. Zu unspektakulär rockt man hier voran. In typischer US Rock-Manier wird der Refrain stadiontauglich serviert. Verstärkt wird dies durch den guten Gesang von Donny D`Marco. Hätte irgendwie auch aus den Demotagen von Bon Jovi und Konsorten stammen können. 

„Arrested!“ spielt da in einer anderen Liga. Schön in den Popo tretend treibt der Song unaufhörlich den Hörer an. Live könnte es sich um ein richtiges Highlight handeln, auch wenn man hier ein wenig am Text gespart hat und man kurz davor steht, den Refrain etwas zu häufig zu strapazieren, aber durch die nur knapp drei Minuten lange Ausarbeitung bleibt das gerade noch im grünen Bereich.

„Fear My Lovin`“ ist dann eine weitere Überraschung, denn die Bridge klingt wie von Udo Dirkschneider eingesungen. Das hätte ich sicher so nicht erwartet. Der Song ist ansonsten mit ein paar schönen Heavy Rock inspirierten Parts angereichert , weiß aber nicht so zu überzeugen wie die drei Anspieltipps zuvor.

Was darf auf keiner Glam Rock, Poser Rock oder Sleaze Rock-Scheibe fehlen? Die obligatorische Ballade. Und selbstverständlich wissen das auch die Oldenburger Jungs von Syzzy Roxx. „Home Is Where My Heart Is“ hat ein wenig Poison-Flair. Sehr, sehr starker, niemals schmalzig wirkender Schmachtfetzen. Man kann den Jungs vielleicht vorwerfen, dass sie musikalisch in einem falschen Zeitfenster gestrandet sind, aber Gefühl für richtig gute Melodien und Songs haben sie wirklich. Das dürfte live den Feuerzeugverbrauch in die Höhe treiben und zuhause den Kuschelfaktor explodieren lassen.

Zum viel zu frühen Abschluss gibt es dann noch eine extended Version von „Gloria“. Warum man das macht, weiß ich nicht, am naheliegendsten dürfte sein, dass es hier lediglich darum geht, die viel, viel zu kurze Spielzeit noch ein wenig zu strecken. Ein richtig guter Song, hier noch mal in einer längeren Version. Wenigstens wird er nicht ganz so extrem ausgeblendet wie im Original.

Fazit: Die Scheibe macht wieder einmal viel Spaß, auch wenn ich „Glamournizer“ nicht schlechter fand und als Gesamtwerk sogar noch ein bisschen höher bewerten würde. Die Band geht unbeirrbar ihren eingeschlagenen Weg weiter.

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