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Syranic: The Coriolis Delusion

Syranic machen sprachlos
Wertung: 9,5/10
Genre: Progressive Metal, Metalcore, Melodic Death Metal
Spielzeit: 23:35
Release: 30.12.2015
Label: Eigenproduktion

Fünfeinhalb Jahre sind ins Land gezogen, seit die Aachener Syranic ihre erste EP “The Windscale Inception“ den verblüfften Hörern um die Ohren knallten, bei uns aus dem Stand neun von zehn Punkten einfuhren und mit einem völlig wahnsinnigen Sänger aufwarten konnten.

Ende 2015 kam dann endlich ein neues Lebenszeichen der Truppe aus den Tiefen der Metalszene: „The Coriolis Delusion“ ist zwar mit fünf Tracks noch immer nicht als das erwartete Full-Length zu bezeichnen, aber gespannt war man natürlich trotzdem. Die Platte schaffte es etwas verspätet auf den Schreibtisch, beim Durchsehen des Line-Ups konnte man erkennen, dass Sänger Julian Parusel nicht mehr dabei war – hatte man einen würdigen Ersatz gefunden? Oder hatten die klaren Gesänge, die man auf dem Erstling teilweise kritisiert hatte, nun komplett alle Tracks überwuchert?

Mitnichten, muss man hier ausrufen, denn mit Kamil Albrecht und Thomas Fischer stehen zwei Sänger an vorderster Front, die unterschiedlicher kaum klingen könnten. Ist Kamil für recht hohen, klaren Gesang verantwortlich, zieht es einem bei Thomas‘ Geschrei schier die Socken aus – ach was, die Haut wird einem von den Füßen gehobelt, das wird schon beim Einstieg mit „Dysfunktion“ klar: Völlig geisteskrank und in einem Wahnsinnstempo kreischt der Mann hier los, nimmt dann ein bisschen Geschwindigkeit, aber kein Mü Aggression heraus und brüllt alles nieder, was ihm in den Weg kommt – trotzdem findet sein Kumpan einen Weg, zarten Klargesang unterzubringen. Wahnsinn. Gänsehaut. Man kann nur noch im Telegrammstil denken, alles andere überfordert das Hirn angesichts solch geballter Power.

Sollte man noch nicht sitzen, sollte man dies nun nachholen, denn der Sechser gönnt dem Hörer keine Pause: „Fallen King“ kommt als schleppende Dampfwalze daher, hier wird ein bisschen mehr auf Gitarrenarbeit gesetzt, richtig schön gerät wieder der Klargesang, der seit der ersten EP deutlich gereifter wirkt. Der Sound scheint überhaupt insgesamt noch eine Spur deftiger geworden zu sein, Songs wie „Control Hunter“ knallen so heftig aus den Boxen, dass man fast versucht ist, eine Spur leiser zu drehen. Macht man dann aber natürlich doch nicht, dafür ist der Song einfach viel zu gut.

Das finale „Yalda“ wirbelt noch mal ordentlich Staub auf, sägende Gitarren leiten den Track ein, da dürften sich live schon Dutzende Headbanger die Köpfe abgeschraubt haben. Syranic machen einfach irgendwie sprachlos, man will gar nicht zu viele Worte ob der wahnsinnigen Aggression verlieren, die hier durch die Boxen schlägt, da kann nicht mal Kamil seinen Kollegen noch ausbremsen, obwohl er stimmlich ein paar richtige Granaten raushaut. Hier kann – nein: hier muss sogar noch ein halbes Pünktchen mehr gegeben werden als bei der Vorgänger-EP. Selbst 9,5 Punkte erscheinen einem nicht ganz richtig, aber mit „Fallen King“ ist ein Track dabei, der die Dynamik ein kleines bisschen auszubremsen scheint. Dennoch: klasse Platte, klasse Sänger, klasse Instrumentalparts. Mehr fällt einem dazu wirklich nicht mehr ein.

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