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Synasthasia: Style Collector

Fröhlich vermischte Genres funktionieren bestens
Wertung: 8.5/10
Genre: Power/ Thrash/ Core/ Melodic Death
Spielzeit: 44:28
Release: 23.03.2012
Label: Sound Guerilla

So, erst einmal zurücklehnen, ein kleines Bierchen öffnen, endete doch die letzte Synasthasia-Scheibe „Instructed By The Devil“ mit einem schmissigen, bei ex-The-Pit.de-Frank viel zu schlecht davongekommenenen Metallerhammer „In Beer We Trust“. Im Kopfkino laufen dabei kleinen Filmchen wie die Arschparade bei der vorletzten CD-Release-Show, die dann in etwas kleinerer Aufmachung auch am Feier-Abend zu neuen CD „Style Collector“ gar wiederholt wurde. 14 Jahre sind sie schon aktiv, diese Duisburger, und Frontmann Jochen ist auch schon beim zweiten Album mit dabei. Warum das erwähnenswert ist? Nun ja, weil er in der Vergangenheit bei Livekonzerten auch mal gerne etwas schief lag, nicht schlimm oder gravierend, aber halt ein wenig schief. Doch bei den letzten Stippvisiten hatte er schon einen ernormen Sprung nach vorn gemacht und als dann noch die Listening-Session im bandeigenen Studio anstand, konnte dieser Eindruck zumindest bei den Growls bestätigt werden.

Wie jetzt, Growls? Ja sicher, es war doch in der Vergangenheit immer schön einfach, Synasthasia in die Power-Metal-Ecke zu schieben, doch diese Zeiten sind nun endgültig vorbei, denn albumtitelgerecht wird der eingeschlagene Weg konsequent ausgebaut, die einmal besetzte Nische soll doch nicht kampflos wieder hergegeben werden. So, CD liegt im Player, ein apokalyptisch anmutendes „If the world is nothing but a fucking nightmare…“ tönt da noch, doch unvermittelt brettern die Duisburger Jungs los, dass die Kanne droht, auf den Boden zu gleiten. Meine Herren, was legen denn die Power Metaller plötzlich für ein Tempo vor, reizen schnell die Grenze zum Thrash an, wenn da nicht der melodische Jochen-Gensang wäre, der dann aber auch jäh von Schallys Melodic-Death-Gebrüll ergänzt wird.

Tja, der Titel „Style Collector“ hat es ja schon irgendwie verraten, hier werden keinen Gefangenen gemacht, Kompromisse sind auch völlig fehl am Platze. Power Metal, Thrash und ein wenig Melodic Death sind also schon im Opener „Awaking“ vorhanden. Mit „Dead From Inside“ hauen sie gleich in die Metalcore-Schiene, hören sich zweitweise wie Narziss an, verlassen aber den Core-Weg gerne wieder und setzen mit Jochens Gesang wieder auf die melodische Metalschiene.

Deutlich rockigere Gefilde betreten sie dann mit dem Rausschmeißer „The Ride“, der hier als Bonustrack angegeben ist und so gar nicht als Übrigbleibsel daherkommt, später scheppern sie dann doch noch schnell dem Ende entgegen und bauen wiederholt Einsprengsel von Schallys Core-Gebrüll ein. Das kommt ja auch nicht ganz von ungefähr, doch Synasthasia müssen schon ein wenig aufpassen, nicht zu sehr in des Gitarristen Zweitrolle bei Blood Of God zu verfallen. Doch bei den ganzen Core-Anteilen liefern sich die Gitarren lieber immer wieder irrwitzige Duelle, melodische, mitgrölgeeignete Refrains treffen immer wieder auf Melodic-Death-Gepeitsche.

Nicht immer war die Kritik ungerechtfertigt, wenn es in der Vergangenheit darum ging, wohin Synasthasia denn nun wollen, doch mit der vorliegenden CD „Style Collector“ geben sie dem Kind auch gleich den passenden Namen, mischen fröhlich verschiedene Genres in einen Topf und schütten ein Album aus, welches trotz der vermeintlichen Gegensätze bestens funktioniert. So vergehen die 45 Minuten wie im Fluge und schnell verpufft die anfängliche Warnung „…to face your fears and wake up“ in Wohlgefallen. Synasthasia sind auf dem richtigen Weg, um nicht in der Masse an Veröffentlichungen unterzugehen.

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