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Syn-Drom: With Flesh Unbound

Ami-Death-Metal mit Polentouch aus Schweden
Wertung: 6/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 34:31
Release: 30.04.2010
Label: Vicisolum Productions

Syn:Drom mögen zwar aus dem Ikealand, dem schönen Schweden, kommen und sich grob als Death Metal-Band bezeichnen lassen, doch mit schwedischer Schule hat dieses Quintett kaum etwas am Hut. Generell wären bei dieser Band Hüte fehl am Platz, denn der brutale, direkte und vor allem schnelle Death Metal, der hier angeboten wird, lädt stark zum Dauer-Headbangen ein.

Um der Sprachästhetik wegen in der Kopfbedeckungs-Abteilung zu bleiben: „Da fliegt einem doch glatt der Hut weg!“ denkt man sich beim ersten Reinhören in dieses Album. Man kann schließlich nicht unbedingt behaupten, dass diese Band bekannt sei – oder dass sie nach Schweden klingt. Umso größer ist die Überraschung dann, wenn man hört, was die Musiker hier fabrizieren – und vor allem wie: Scheinbar haben sich die fünf Mannen viel mehr an etwas schwärzer orientierten Bands der Marke Morbid Angel ein Beispiel genommen und dazu großen Wert auf frickeliges Songwriting und beeindruckende Einzelaktionen an den Instrumenten gelegt.

Gelegentlich werden diese technisch anspruchsvollen Einlagen so ausgedehnt und häufen sich gleichzeitig, so dass gewisse Parallelen zu Nile nicht mehr von der Hand zu weisen sind – die Amerikaner waren eindeutig ein großer Einfluss für die Schweden. Auf dem neuesten Album „With Flesh Unbound“ wird konstant und mit aller Härte ohne Halten losgeprügelt, als gäbe es kein Morgen mehr; der Drummer blastet sich in einem Wahnsinnstempo die Drumsticks und Fußgelenke kaputt, während sich der Sänger die Seele aus dem Leib brüllt und die Mannen an den Gitarren und am Bass die Saiten ohne Gnade strapazieren.

Das vergleichsweise langsame Intro ist der einzige Quell der Ruhe auf dieser CD – in sämtlichen übrigen Songs wird von Anfang bis zum Ende geblastet und ein gigantisches Tempo beibehalten. Aufgrund dessen wirkt das Album auf Dauer doch etwas anstrengend und – was viel schlimmer ist – eintönig. Es fällt schwer die Songs auseinanderzuhalten, denn auch wenn man der Band ein enormes Können an ihren Instrumenten bescheinigen muss und auch das Songwriting nicht unbedingt schlecht ist, klingen die Songs unterm Strich dann doch zu ähnlich. Kein Riff bleibt wirklich hängen, zu ähnlich sind die andauernden Blast-Attacken, kein Refrain prägt sich wirklich ein und auch Tempowechsel vermisst man hier größtenteils. Einzig und allein der Track „Obsolete Gods“ bringt ein wenig Variation in das so düstere Album: Einige melodische Gitarren-Parts mit kurzen Erholpausen zwischen den Blast-Parts können schon viel bewirken und lassen den Song quasi zu einem Vorzeigestück des Death Metal-Genres avancieren.

Syn:Drom haben hier mit ihrem Full Length „With Flesh Unbound“ nicht gerade den ganz großen Wurf gelandet, doch mit ihrer dargebotenen Riffakrobatik sollte so mancher Fan von technisch anspruchsvollem Death Metal überzeugt werden können. Alles in allem klingt das ganze ziemlich amerikanisch, gemischt mit einer Spur Polen-Metal á la Vader und Behemoth: nicht neu, aber solide fabriziert, denn auch die Produktion ist akzeptabel und dank passend kratzigem Sound sehr stimmig.

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