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Symphony X: V - The New Mythology Suite

Symphony X' erstes Konzeptalbum - und ein erneutes Meisterwerk
Wertung: 10/10
Genre: Progressive Metal
Spielzeit: 62:46
Release: 09.10.2000
Label: InsideOut

Einem gutklassigen Debütalbum ließen Symphony X mit „The Damnation Game“ ein großartiges Zweitwerk folgten, welchem mit „The Divine Wings Of Tragedy“ und „Twilight In Olympus“ wiederum zwei Meilensteine des Progressive Metal folgten. Die spannende Frage war nun, was die Amerikaner als nächstes von sich verlauten lassen würden.

Die Antwort jedoch ist simpel: Schlicht ergreifend das nächste überragende Album. „V – The New Mythology Suite“, die fünfte Studioscheibe des Quintetts, folgt im Prinzip weiter dem eingeschlagenen Pfad. Verändert wurde erneut gar nicht so viel, bis auf die Tatsache, dass die Musik noch bombastischer geworden ist – allein die fetten Orgelteppiche von Michael Pinnella und die choralen Arrangements sorgen ein ums andere Mal für Gänsehaut –, und die direkten Klassik-Zitate noch zahlreicher, aber auch noch überlegter eingesetzt wurden. Schon im „Prelude“ hat man das „Dies Irae“ aus Giuseppe Verdis Requiem eingebaut und später wird beispielsweise das „Lacrymosa“ aus Mozarts Requiem zitiert. Die Symbiose von Klassik und Metal, wie sie Symphony X zelebriert, ist gerade auf diesem Album einfach einzigartig und beweist, dass die Band mehr ist als „nur“ eine Progressive-Metal-Band.

Nebenbei haben Romeo und Co. mit „V“ ihr erstes Konzeptalbum veröffentlicht – möglicherweise inspiriert durch das ein Jahr früher erschienene Meisterwerk „Scenes From A Memory“ ihrer Genrekollegen von Dream Theater, mit denen die Jungs aus Jersey wegen ihrer ebenfalls hoch angesehenen Stellung im Progressive-Metal-Bereich und ähnlich großartigem technischen Können ja gerne verglichen werden, wobei der Vergleich eigentlich hinkt, da die Bands letztlich doch völlig unterschiedlich sind (während Symphony X wie erwähnt sehr an Klassik orientiert ist, beziehen sich Dream Theater schon eher auf Jazz und Prog Rock). Daher lässt sich auch „V“ eher schlecht mit „Scenes From A Memory“ vergleichen, vom Niveau kommt es dem Magnum Opus des Traumtheaters jedoch ziemlich nahe.

Songs wie der Quasi-Opener „Evolution (The Grand Design)“, der erneut in der Tradition bärenstarker Eröffnungstracks der Marke Symphony X steht und mit pfeilschnellem Riffing und eingängigem Chorus aufwartet, das düstere, in den Strophen nahezu bedrohlich anmutende „Fallen“, die herrliche Halbballade „Communion And The Oracle“ (mein persönlicher Favorit), das mit orientalischen Klängen ausgestattete „Egypt“ und selbstredend das epische, zwölfminütige Finale „Rediscovery Part 2“ sind allesamt erste Sahne und lassen einen angesichts der Tatsache, dass es diese Band schon wieder geschafft hat, durch die Bank exzellente Songs zu schreiben, einerseits ungläubig mit dem Kopf schütteln, andererseits aber einfach nur in Bewunderung ob dieser Fähigkeit verfallen.

Sehr stimmig sind auch die kurzen Zwischenstücke, die die Songs miteinander verbinden und Brücken zwischen den einzelnen Kapiteln der Story schlagen. Hier muss ganz klar „The Death Of Balance“ hervorgehoben werden, bei dem Drummer Jason Rullo (ohnehin einer der Besten der Szene) so richtig zeigen kann, was er auf dem Kasten hat, und dem auf unnnachahmliche Weise das schon erwähnte „Lacrymosa“ von Mozart angefügt wurde. Was die Story angeht, so wird hier die Geschichte des legendären Atlantis erzählt, verwoben mit astrologischen Themen und ägyptischer Mythologie; des weiteren wird der klassische Kampf zwischen Gut und Böse behandelt (daran angelehnt auch das brillante Cover).

Es steht für meine Begriffe völlig außer Frage, dass Symphony X auch mit Album Numero fünf ein lupenreines Zehn-Punkte-Werk abgeliefert haben. Unzweifelhaft dürfte allerdings wohl auch sein, dass noch mehr Bombast kaum möglich war. Genau dies dachte sich die Band jedoch wohl ebenfalls und präsentierte sich dementsprechend auf dem nächsten Album „The Odyssey“ von einer deutlich raueren und härteren Seite.

Da es sich um ein Konzeptalbum handelt, das mit durchgängig hochklassigen Kompositionen ausgestattet ist, verzichte ich auf Anspieltipps und empfehle das Anhören der CD am Stück.

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