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Symphony X: Twilight In Olympus

Nach "Divine Wings" der nächste Überflieger
Wertung: 10/10
Genre: Progressive Metal
Spielzeit: 52:51
Release: 13.03.1998
Label: InsideOut

Mit „The Divine Wings Of Tragedy“ hatten Symphony X die Messlatte extrem hochgelegt – dieses Zehn-Punkte-Meisterwerk zu überbieten, stellte praktisch ein Ding der Unmöglichkeit dar. Umso erstaunlicher, dass die Amerikaner mit „Twilight In Olympus“ tatsächlich ein nahezu ebenbürtiges Album nachlegten. Verändert wurde im Vergleich zum Vorgänger wie gehabt nicht viel, das Songwriting jedoch ist erneut auf allerhöchstem Niveau.

Der Eröffnungstrack „Smoke And Mirrors“ markiert wieder mal einen Opener, der sich gewaschen hat: Fettes, filigranes Gitarrenriffing trifft auf atemberaubende Soli und einen tollen Mitsing-Refrain, zudem wurde auch noch in cleverer Manier ein kurzes Zitat aus Bachs h-Moll-Messe eingeflochten – nicht weiter verwunderlich, die Barockeinflüsse waren schließlich immer schon einer der wichtigsten Bestandteile der Musik von Symphony X.

Überflüssig zu erwähnen, dass „Smoke And Mirrors“ schnell zu einem Livestandard und Bandklassiker avancierte – genau wie „Through The Looking Glass“, das Herzstück des Albums, welches mit gut 13 Minuten zwar nicht ganz so lang geraten ist wie „The Divine Wings Of Tragedy“, diesem in puncto Qualität jedoch in nichts nachsteht. In eben diesem Epos offenbart sich einmal mehr in aller Deutlichkeit die Vorliebe der Band für Fantasy- und mystische Themen; dem Text nämlich liegt Lewis Carrolls Roman „Alice hinter den Spiegeln“, dem Nachfolger des berühmten „Alice im Wunderland“, zugrunde. Musikalisch hingegen bekommt der geneigte Fan gerade in dieser ausladenden, progressiven Komposition alle Trademarks geboten, die das Quintett auszeichnen: Göttliche Gitarren- und Keyboardsoli, schöne Gesangslinien und einen sehr atmosphärischen, ruhigen Mittelpart.

Nicht ganz so typisch für die Band dagegen zeigt sich zunächst das an zweiter Stelle stehende „Church Of The Machine“, dessen Intro mit seinen spacigen Keyboardsounds sehr futuristisch anmutet und eine eher kalte, maschinelle (dem Titel also durchaus gerecht werdende) Atmosphäre verbreitet. Letztlich wird zwar auch dieser Track zu einem „traditionellen“ Song, dennoch ist die Nummer insgesamt etwas sperriger ausgefallen und braucht sicherlich ein paar Durchgänge, um sich so richtig im Gehirn festzusetzen, doch dann lässt sie einen gar nicht mehr los und entpuppt sich als eines der großen Highlights der Platte.

Ähnliches dürfte für das rhythmisch komplexe, recht düstere, sehr mystisch angehauchte „Orion – The Hunter“ gelten – doch gerade die Stücke, die aufgrund ihres progressiven Charakters etwas Zeit brauchen, sind ja letztlich meistens die besten. Allein der Instrumentalpart in der Mitte ist unheimlich spannungsgeladen, nicht nur wegen der unverhofften, aber genial eingebauten Pause gegen Ende.

Durchaus beachtet werden sollte auch das kurze Zwischenstück „Sonata“, bei dem ein Thema aus Beethovens achter Klaviersonate, der „Sonata Pathétique“, bearbeitet wurde, und das eine Überleitung zu „In The Dragon’s Den“ bildet, einer recht klassischen Symphony X-Uptempo-Nummer mit krachender Doublebass, genauso wie das mit orientalischen Sololäufen ausgestattete „The Relic“.

Den Abschluss des Ganzen bildet dann – ähnlich wie schon „Candlelight Fantasia“ auf dem Vorgänger – in Form von „Lady Of The Snow“ eine Ballade, die mit Windhauch und Panflöten-ärtigen Klängen eingeleitet wird und mit ihren an Queen angelehnten Chören und den sich durch den Song ziehenden, schleppenden Dreiklangsmelodien gleichwohl bombastisch wie erhaben daherkommt. Bei jener Lady handelt es sich im Übrigen nicht etwa um Hans Christian Andersens Schneekönigin, vielmehr ließen sich die Verfasser des Textes, Bassist Thomas Miller und Sänger Russell Allen, von Yuki Onna, einer Figur aus der japanischen Mythologie, inspirieren.

Für Miller war es nebenbei das letzte Album mit Symphony X, er verließ die Band während der anschließenden Tour aus persönlichen Gründen und wurde von Michael LePond ersetzt. Mit ihm ging ein langjähriges Mitglied und ein wichtiger Texter; auf die Qualität der folgenden SX-Alben wirkte sich dies jedoch glücklicherweise nicht negativ aus.

„Twilight In Olympus“ ist außerdem das einzige Album der Amerikaner, bei dem Drummer Jason Rullo nicht mitwirkte – er war zwischenzeitlich ebenfalls aus persönlichen Gründen ausgestiegen und wurde von Tom Walling vertreten –, auf dem Folgewerk „V – The New Mythology Suite“ saß Rullo allerdings bereits wieder hinter den Kesseln.

In jedem Fall hatte die Combo aus New Jersey ein weiteres Meisterwerk aus dem Hut gezaubert, das dem übermächtigen Vorgänger problemlos das Wasser reichen kann. Symphony X demonstrierten damit einmal mehr, dass sie sich nicht auf ihrem Lorbeeren ausruhen, sondern lieber alles daran setzen, einem Klassiker gleich den nächsten folgen zu lassen. – Ein großes Album, welches ohne jegliche Ausfälle daherkommt und daher konsequenterweise mit der Höchstnote ausgezeichnet werden muss.   

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