Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Symphony X: The Divine Wings Of Tragedy

Vielleicht das Magnum Opus der Band - in jedem Fall ein Meisterwerk!
Wertung: 10/10
Genre: Progressive Metal
Spielzeit: 65:26
Release: 24.03.1997
Label: InsideOut

„The Divine Wings Of Tragedy“ gilt bei vielen Fans als das beste Album von Symphony X, und das nicht zu Unrecht. Die Scheibe stellt das dritte Studiowerk der Band dar und markiert einen absoluten Höhepunkt ihres Schaffens. Ein eigener Stil – diese einzigartige Mischung aus klassisch-barocken Anleihen und speedigen Power-Metal-Riffs – hatte sich schon auf dem Vorgänger „The Damnation Game“ herauskristallisiert, ebenso wie man bereits die Fähigkeit demonstrierte, herausragende Kompositionen zu verfassen; auf „Divine Wings“ aber wurde all dies noch verfeinert, zudem sind die Songs noch bombastischer, komplexer und ausladender geworden, was sich insbesondere bei den beiden Longtracks, dem gut zehnminütigen „The Accolade“ und dem noch einmal doppelt so langen Titelsong zeigt.

Allein über eben jenes epische Titelstück könnte man schon Seiten füllen, so überragend ist es ausgefallen. Bis ins kleinste Detail durchkomponiert, haufenweise mit den für Symphony X typischen Trademarks – den wahnwitzigen Gitarre-Keyboard-Duellen und den mal schnörkeligen, mal kraftvollen Gitarrenriffs –, sowie mit zwischen den einzelnen Parts glänzenden Übergängen, Gesangslinien zum Niederknien und einem erhabenen, kanonartigen Chorarrangement zu Beginn ausgestattet, ist dies wohl bis heute das Meisterwerk der Prog-Combo aus New Jersey.

Nicht minder großartig ist jedoch das schon erwähnte „The Accolade“, das mit einem ruhigen Akustikintro, unterstützt von sanften Streichersounds vom Keyboard, beginnt, um sich dann in einen hymnenhaften Heavy-Metal-Song zu verwandeln, bei dem die markigen Gitarrenriffs klar im Vordergrund stehen, der aber trotzdem Platz für verträumte und sphärische Keyboardklänge bietet, zudem einmal mehr mit einem eingängigen Chorus aufwartet und außerdem zum Ende hin noch einen majestätisch-getragenen, mit edlen Hammond-Orgel- und Glocken-Sounds versehenen Part zu bieten hat. Auch lyrisch umschifft man trotz des an die typische Power-Metal-Thematik angelehnten Textes von Drachen und Rittern völlig problemlos jegliche Klischees.

Angesichts dieser beiden alles überstrahlenden Stücke soll der Rest hier aber nicht unter den Teppich gekehrt werden, denn auch sämtliche andere Songs der CD sind derart überzeugend, dass eine Zehn-Punkte-Wertung völlig unumgänglich ist (weswegen ich mir einzelne Anspieltipps auch schenke): „Of Sins And Shadows“ ist ein typischer SX-Opener mit Mitsing-kompatiblem Chorus und zum Headbangen aufforderndem Main-Riff, „Sea Of Lies“ besticht durch ein cooles Bass-Intro und das spektakuläre Tapping-Solo von Michael Romeo, und „Out Of The Ashes“ wäre, wenn es in der Welt gerecht zugehen würde, mit seinem grandiosen Refrain ein Superhit.

Für die besonders düsteren Momente sorgen dann das schleppende „Pharao“ und das mit einem unwiderstehlichen Groove versehene „The Eyes Of Medusa“, während „Witching Hour“, welches unmittelbar vor den Titelsong gestellt wurde, in dessen Schatten zunächst etwas unterzugehen scheint; doch auch dieser im Gegensatz zu seinen direkten Vorgängern wieder etwas fröhlicher anmutende, verspielte Song verdient es mit seinen hübschen Gesangslinien durchaus, beachtet zu werden.

Und doch ist dies immer noch nicht alles: Nach dem komplexen Titelstück haben Symphony X nämlich mit „Candlelight Fantasia“ noch ein weiteres As im Ärmel. Diese herrliche Halbballade, deren verträumte, wehmütige Gesangsmelodien einem eine Gänsehaut nach der anderen bereiten, ist der richtige Absacker nach dem anspruchsvollen 20-Minuten-Epos.

Das Fazit ist ganz klar: Mit „The Divine Wings Of Tragedy“ sind Symphony X endgültig an der Spitze des Progressive Metal angekommen. Überirdische Riffs, halsbrecherische Soli und ein einmal mehr überragend singender Russell Allen lassen das Quintett aus Jersey am Szene-Thron kratzen. Die Nummer eins im Prog-Bereich im Hinblick auf den kommerziellen Erfolg mögen auch heute immer noch Dream Theater sein, doch was das technische und kompositorische Niveau angeht, stehen die Jungs den New Yorkern in nichts nach und würden daher eigentlich noch viel mehr Aufmerksamkeit verdienen, als ihnen bisher zuteil geworden ist. Das war damals so und ist heute leider immer noch so. Um diese zu erreichen, sollte die Combo sich jedoch vielleicht etwas besser vermarkten – während Dream Theater beispielsweise eine DVD nach der anderen veröffentlichen, haben Symphony X es nach inzwischen sieben hervorragenden Studioalben immer noch nicht gebacken gekriegt, einen audiovisuellen Tonträger zu veröffentlichen. Das Potential, um einiges größer zu werden, ist weiterhin ungebrochen vorhanden, und muss endlich ausgeschöpft werden, nachdem man bereits damals den Grundstein für eine vielversprechende Karriere legte.

comments powered by Disqus

Wenn es im August schneit und trotzdem alle schweißgebadet nach Hause gehen

Fantastisches Open-Air, bei dem alle um die Wette strahlen

Familiäre und friedliche Metalparty am Kanal, Take 17

Fantastischer Abend, der viel zu schnell zu Ende ging

Trotz eher kurzem Set des Headliners ein schöner Konzertabend

Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann