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Symphony X: Symphony X

Vielversprechendes Debüt, das bereits andeutet, wo die Band hinwill
Wertung: 7/10
Genre: Progressive Metal
Spielzeit: 53:33
Release: 04.03.1996
Label: InsideOut

Manche Bands beziehungsweise Alben kommen schon auf merkwürdige Art zustande: Als der äußerst talentierte Gitarrist Michael Romeo Anfang der Neunziger einige Songs für ein instrumentales Gitarrenalbum schrieb und einstudierte, dachte er noch gar nicht so wirklich daran, eine ernsthafte Band ins Leben zu rufen. Das Demo, aus dem letzten Endes Romeos Soloalbum „The Dark Chapter“ entstand, und das einem japanischen Label in die Hände fiel, gefiel diesem jedoch dermaßen gut, dass es bei dem Gitarristen anfragte, ob er nicht eine Kapelle zusammenstellen könnte, die einen ähnlichen Stil wie auf dem Tape spielen würde.

Es dauerte nicht lange und da hatte Romeo mit Thomas Miller am Bass (den er schon länger kannte), Michael Pinnella an den Keyboards (welcher auch auf einem Track des „The Dark Chapter“-Albums auftaucht), Drummer Jason Rullo und Sänger Rod Tyler ein erstklassiges Line-up am Start, das dann 1994 vorliegende Scheibe aufnahm.

„Symphony X“ zeigt nicht nur bereits, dass hier eine technisch exzellente Combo am Werk ist, sondern dass diese auch schon auf ihrem Erstlingsalbum mit einem recht eigenständigen Stil aufwarten kann; die mehrstimmigen, chorartigen Gesangsarrangements erinnern teilweise stark an Queen, genauso wie viele von Michael Romeos Gitarrenharmonien, der ansonsten ziemlich eindeutig von Yngwie Malmsteen beeinflusst ist (im Gegensatz zu dem Schweden, der zumindest auf seinen neueren Alben nur noch am Griffbrett-Wichsen ist, jedoch weiß, dass Schnellspielen nicht alles ist), wie man an den an klassischer Musik (vor allem Barock) orientierten Läufen hören kann. Hinzu kommen etliche pfeilschnelle Doublebass-Passagen und zwischen Power- und Speed Metal pendelnde Riffs und schon hat man eine der wichtigsten, originellsten und besten Progressive-Bands der jetzigen Zeit zusammen.

Obwohl das Potential der Gruppe demnach zweifelsohne bereits auf „Symphony X“ herauszuhören ist – Songs wie der Quasi-Opener „The Raging Season“, das melancholische „Premonition“, die wirklich sehr schöne Ballade „Shades Of Grey“ und natürlich „Masquerade“, das 1998 noch einmal neu aufgenommen wurde, sind wirklich gelungen – und klar erkennbar ist, welchen musikalischen Weg die Amerikaner einzuschreiten gedenken, ist dennoch noch nicht alles Gold, was glänzt. Die äußerst dürftige Produktion wird dem Können der Musiker überhaupt nicht gerecht (allein die Doublebasspassagen hören sich an, als wenn man einfach nur zwei Stöcke gegeneinander schlagen würde) und die Instrumentalstellen wirken meist noch längst nicht so durchdacht wie auf den späteren Alben. So kann auch der die Platte abschließende Longtrack „A Lesson Before Dying“ Epen wie „The Divine Wings Of Tragedy“ oder „Through The Looking Glass“ zu keiner Sekunde das Wasser reichen.

Ganz besonders allerdings stellt sich natürlich die Frage, wie die Scheibe wohl geklungen hätte, wenn Russell Allen bereits hinter dem Mikro gestanden hätte – vielleicht wäre sie ein richtiger Klassiker geworden, zumindest ist die schon angesprochene Neuaufnahme von „Masquerade“ wirklich saustark und lässt diese Vermutung durchaus zu. Dabei ist Rod Tyler gar kein schlechter Sänger, wie man in „Taunting The Notorious“, bei dem es einige anspruchsvolle, hohe Passagen zu meistern gilt, gut hören kann, aber an einen Russell Allen kommt er kein Stück heran (das allerdings tun ohnehin nur ganz wenige), dazu fehlt es ihm insgesamt an Power, Durchschlagskraft und Variabilität. Interessant ist allerdings die Tatsache, dass Tyler Allen der Band selbst als seinen Nachfolger vorschlug, als er seinen Ausstieg verkündete.

Ein gutes Album ist Symphony X insgesamt dennoch gelungen – andere Bands wären froh, wenn sie so ein Debüt vorlegen könnten, außerdem zeigt schon das Zweitwerk „The Damnation Game“ eine in puncto Songwriting und Sound deutlich gereiftere Einheit. Mit Russell Allen war dann eben noch mal einiges mehr möglich; sein Einfluss auf die weiteren Alben der Proggies spielte eine nicht unerhebliche Rolle.

Anmerkung: Die CD erschien bereits 1994 in Japan, wurde über InsideOut jedoch erst 1996 weltweit veröffentlicht.

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