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Symphony X: Paradise Lost 5.1

Eine Neuauflage, deren Anschaffung sich lohnt
Wertung: 99/10
Genre: Progressive Metal
Spielzeit: 133:00
Release: 07.11.2008
Label: InsideOut Music GmbH

Ich gebe zu, ich habe 5.1 lange Zeit ignoriert und zumindest in der Musikbranche als Spielerei abgetan, die man nicht wirklich braucht. Inzwischen allerdings ist es ja geradezu Mode geworden, Alben im 5.1-Sound neu aufzulegen, gerade in der Progressive-Szene. So geschehen bei Opeths „Ghost Reveries“ und „Watershed“, Porcupine Trees „Fear Of A Blank Planet“ oder Dream Theaters „Systematic Chaos“.

Bei Bands mit derart ausufernden Arrangements und bombastischen Sounds macht es allerdings noch am ehesten Sinn und nun also haben auch Symphony X diesen Schritt gewagt und präsentieren ihren aktuellen Output „Paradise Lost“, basierend auf den gleichnamigen Schriften von John Milton, im 5.1-Gewand.

Veröffentlicht als fettes Digipack mit CD (normale Albumversion) und DVD (5.1-Mix plus Videoclips zu „Set The World On Fire“ und „The Serpent’s Kiss") macht das Teil schon optisch etwas her, doch das Entscheidende ist natürlich in erster Linie der neue Mix. Und um es gleich vorweg zu nehmen: Jens Bogren, der bereits für die 5.1-Sounds der beiden letzten Opeth-Alben verantwortlich zeichnete, hat ganze Arbeit geleistet.

Der Klang ist druckvoller, die Gitarrensoli klarer, die Backing Vocals stechen viel deutlicher hervor (zum Beispiel beim Chorus des überlangen „The Walls Of Babylon“) und überhaupt wird dieses neue Soundgewand der Dynamik der Musik des Quintetts mehr als gerecht. Auch Soundeffekte wie der Flanger am Anfang vom bereits erwähnten „The Walls Of Babylon“ machen sich in solchem Mix natürlich prächtig.

Sehr schön sind auch die zu Artwork und Booklet passend gestalteten Hintergrundbilder auf dem Bildschirm und ebenfalls lobend erwähnt werden muss die Tatsache, dass man die Lyrics auf der Mattscheibe mitlesen kann, während die DVD läuft. So etwas sollte zwar eine Selbstverständlichkeit sein, ist es nach meiner Erfahrung jedoch meistens leider nicht.

Die beiden Videoclips sind ebenfalls passend zum optischen Konzept von „Paradise Lost“ gehalten; die Band post in „Set The World On Fire“ vor einer düsteren Felsenkulisse, durch die Lavaströme fließen und bei „The Serpent’s Kiss“ innerhalb eines Szenarios, welches wohl den Sündenfall darstellt.

Diese beiden Clips sind ganz nette Gimmicks, allerdings aus meiner Sicht (ich halte nun mal nicht besonders viel von Musikvideos) verzichtbar, zumal „Set The World On Fire“ leicht gekürzt daherkommt, wenngleich die Schnitte nicht so stümperhaft vollzogen wurden wie in vielen anderen Fällen.

Natürlich ist so eine Wiederveröffentlichung eine zwiespältige Angelegenheit, weil alle, die sich das Album schon gekauft haben, im Prinzip in die Röhre gucken – wer die CD aber noch nicht sein Eigen nennt, sollte sich besser für diese Version entscheiden. Zwar fehlt hier das Live-Bonusmaterial, das bei der limitierten Auflage der normalen Edition enthalten ist, aber die Qualität dieser Live-Aufnahmen ist ohnehin so unter aller Kanone, dass man da nicht viel verpasst und lieber warten sollte, bis die Amerikaner endlich mal eine richtige Live-DVD herausbringen.

Was das Musikalische selbst auf „Paradise Lost“ angeht, so handelt es sich um ein weiteres, großartiges Symphony X-Album, das noch etwas härter ausgefallen ist als „The Odyssey“ und in jedem Falle besser produziert wurde. Manch einem mag der Bombast früherer Tage fehlen, aber es ist definitiv respektabel, wie diese Band es schafft, ein Killeralbum nach dem anderen rauszuhauen, ohne sich zu wiederholen, aber auch ohne allzu viel zu verändern.

Viel mehr braucht man an dieser Stelle dazu nicht zu sagen, zumal ihr alles, was das Musikalische betrifft, in der Rezension zur normalen Ausgabe nachlesen könnt. Kollege Niclas hat dort schon alles Relevante erwähnt und völlig zu Recht neun Punkte vergeben. Aus diesem Grund sehe ich auch von einer Bewertung ab.

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Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann