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Sylosis: Edge Of The Earth

Nicht schlecht, aber auch nicht wirklich essentiell
Wertung: 7/10
Genre: Melodic Death/ Thrash Metal
Spielzeit: 73:43
Release: 11.03.2011
Label: Nuclear Blast

Es ist nicht lange her, da konnte man nur die Hände über dem Kopf zusammenschlagen – viel zu grausig mutete es an, was da von der Insel dem Festland und auch dem Rest der Welt aufgedrückt wurde. Die Briten feierten und alle anderen schauten blöd. Doch 2008 belebte genau dieser Haufen aus „Cemetery Junction“ mit ihrem Debut „Conclusion Of An Age“ nicht nur die heimische Szene, sondern sie konnten auch anderswo phonstarke Begeisterung entlocken. Drei Jahre brauchten Sylosis, um mit „Edge Of The Earth“ endlich den Nachfolger zu präsentieren. Einer der Gründe für die Zeitverzögerung dürfte da gewesen sein, dass es wohl ordentlich im Bandgefüge knirschte und aus dem Frontmann Jamie Graham ein Ex wurde. Multiinstrumentalist Josh übernahm daraufhin auch den vakanten Gesangsposten.

Nun zeigt die Metalgeschichte, dass solche Experimente auch kräftig in die Hose gehen können und mit der Zeit einen ranzigen Geschmack annehmen. Nun denn, so schlimm ist es hier nicht geworden, obwohl Josh von Jamie gewaltig abgehängt wird. Dazu folgt jedoch später mehr.

14 Tracks mit einer Schlagdistanz von fetten fast 74 Minuten – da scheint sich einiges an Material angesammelt zu haben. Eine erste Bestandsaufnahme nach den ersten drei Durchläufen sieht so aus: fette Gitarren, ordentliches Gegröle, zahlreiche melodische Gitarren und fies ballernde Drums – alles, was so ein modernes Thrash-Scheibchen auch haben sollte. Doch der Bringer ist jetzt noch nicht dabei – ein paar Songs, die sich aus dem Meer der fünf Viertelstunden-Kanonaden auf die Wellenspitze hieven – Begeisterung sieht anders aus.

Der Gesang: Ein Hauch Death, eine winzige Prise Core und ganz viel Thrash, so malträtiert Josh seine Stimmbänder und dehnt sie bis aufs Äußerste, doch an die Leistung seines Vorgängers kann er nicht anstinken. Bei wenigen klaren Gesangsanteilen und eher fast durchgehend fiesen death-trashigen Schreien kommen dadurch kaum wirklich Spannungsspitzen zum Vorschein.

Die Gitarren: Ein Thrash-Riff packt das nächste und schleudert den Vorgänger in den Orbit, wahnsinnig verspielte Leads verdrängen leicht einschläfernde Langstrecken, doch die Gitarren sind definitiv der Pluspunkt auf „Edge Of The Earth“: mal schleppend heroisch aber dennoch gefühlvoll, im nächsten Moment rasend und zerstörerisch, quasi progressiv zermahlend.

Die Drums poltern und rasen häufig mit einem Affenzahn, die Doublebass glüht förmlich und hämmert mit hoher Oktanzahl mit dermaßen viel Power, dass auch sie zu jedem Modern-Thrasher gefallen dürften. Selbst Krachfetischisten dürften auch einmal darauf pochen, etwas mehr Varianz einzustreuen. So poltern sie äußerst brutal und nehmen sich erst in der zweiten Hälfte der CD ab und zu etwas zurück.

Zwei unterschiedliche Kostproben: Der Höhepunkt der Scheibe ist schnell erreicht, denn gleich der Track drei, „Empyreal“, zermalmt den Rest des Silberlings. Die irrwitzige Leadgitarre frickelt sich durch die Gegend, während die Drums mit aller Macht versuchen, die Melodie zu kastrieren.

Besonders ruhig ist da „Where The Sky Ends“ geworden – das erste Mal, dass Sylosis das Gaspedal nicht volle Möhren durchtreten, sondern sich in der Welt des Midtempo ausleben. Ein atmosphärischer Anfang mündet in einem Meer aus Riff und Melodie, die Drums halten sich vornehm zurück und klopfen eher wie ein Zweitakter und nicht wie ein Zwölfzylinder. Doch das Wichtigste ist dabei: Der Song wird nicht durch das raue Josh-Organ zerfetzt – ein kurzweiliges Instrumental.

Fazit: Nach mehreren Durchläufen haben sich einige Favoriten im Ohr eingenistet, doch ein großer Teil der CD rauscht noch immer vorbei. Sicherlich mag das u.a. auch daran liegen, dass Sylosis mit mehr als 70 Minuten einen entsprechenden Gegenwert für die hart erarbeitete Kohle abliefern, doch ein auf vielleicht 50 Minuten gekürzter und entsprechend entkernter Silberling hätte sicherlich mehr „value for money“, denn immer wieder rauschen einige Parts vorbei – man hat zwar den Luftzug nicht ignorieren können, aber die Identität bleibt verschleiert. Dabei haben Sylosis beileibe kein schlechtes Album eingespielt, aber eben auch kein überragendes. So wird es auf die Live-Präsenz ankommen, ob sie auf dem Festland wiederholt punkten können oder eher ihre Gagen in Lummerland einstreichen müssen. Es ist gut, aber nicht essentiell.

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