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Sycronomica: Gate

Damit können die Jungs wirklich überzeugen
Wertung: 9/10
Genre: Black Metal
Spielzeit: 49:22
Release: 17.11.2006
Label: Armageddon Music Verwaltungsgesellschaft mbH

Sollten Labels irgendwann einmal dazu übergehen, dass man sich Promos nur einmalig anhören kann und dann nicht wieder, dann hätte eine Band wie Sycronomica schlechte Karten. Warum? Weil ich bei ihrem neuen und zweiten Album „Gate“ drei bis vier Durchläufe gebraucht habe, um die wirkliche Klasse des Albums zu erfassen. Wäre nur ein Durchlauf drin gewesen, hätte ich sicherlich eine Bewertung im unteren Bereich angesetzt.

Aber…bisher haben wir Schreiberlinge ja den Luxus, den Player mehr als ein einziges Mal zu starten. So entfaltete sich der epische Black Metal der Münchner von einem schattigen Mauerblümchen zu einer wahren, farbenprächtigen Pflanze. Zwar sind die Einflüsse von Bands wie Dimmu Borgir, Old Mans Child, Borknagar oder auch The Kovenant (zu den Zeiten, als sie noch Covenant hießen und mit einem Überhammer namens „Nexus Polaris“ die Welt beehrten) zu keiner Zeit zu verleugnen, doch gehen Sycronomica nicht mit weniger Qualität in den Ring. Ok ok, hier und da fehlt es noch an den Durchstarterideen innerhalb der Songs, doch die Münchner Barden sind auf dem besten Weg.

Textlich wird variiert zwischen deutschen und englischen Songs. Gerade im deutschen Underground eine Formel, die nicht wenige Bands verfolgen. Also kann man sich zum Teil zurücklegen und einfach nur lauschen, zum anderen heißt es, das Booklet aufschlagen und mitlesen. Sycronomica halten sich aber nicht nur an dem für Black Metal typischen Gekreische fest sondern geben auch hier und da eine Portion Death-Growls dazu.

Nach einem langweiligen Intro schlägt der erste reguläre Track „Beyond The Gates Of Life“ gleich wie eine Bombe ein. Hier erwartet den geneigten Hörer eine Achterbahnfahrt zwischen harschem Blast und atmosphärischen Slow-Passagen. Geile Melodien, intelligentes Songwriting und der Freiraum für jedes Instrument, sich vernünftig in Szene zu setzen. Der Song ist großes Kino kann ich da nur sagen. Einzig die Keys klingen an zwei kurzen Stellen wie im Hintergrund platzierte Tischhupen. Aber sehen wir mal darüber hinweg, weil der Mann an den Tasten sonst einen wirklich guten Job macht. Und das auf dem gesamten Album.

Beim Nachfolger „Für die Ewigkeit“ sorgen die Geigenklänge für einen leichten folkigen Touch, der aber weder befremdlich sondern gezielt eingeflochten rüberkommt. Vom Tempo gehen die Münchner hier eher gemütlich vor. Doch von Langweile sind sie weit entfernt. Es muss ja nicht immer wie wild gezappelt werden. Jeder hat das Recht, auch mal gemütlicherweise abmoschen zu dürfen oder sich bei den folkigen Klängen beim Nachbarn unterzuhacken und zu schunkeln. Eine wirklich starke Nummer.

So könnte ich jetzt jeden Song sezieren und einzeln auseinander nehmen, doch das lasse ich mal, sonst werde ich von der Redaktion noch wegen übermäßigem Geschwafel angemahnt. Die beiden vorgestellten Tracks zählen definitiv zu den Highlights des Albums und präsentieren den Sound der Band stellvertretend für die gesamte Platte wirklich gut. Loswerden möchte ich aber trotzdem noch, dass es Sycronomica verstehen, die Platte in ihrer Gesamtheit abwechslungsreich zu halten. Sofern ein Song mit viel Blast vorbei ist, wird das Tempo wieder gekonnt gedrosselt, ohne dabei an Intensität zu verlieren. Über den dann folgenden Song steigern sich die Kompositionen dann wieder allmählich. Geschickt sortiert die Tracklist…Daumen hoch.

Es bleibt ja nicht mehr viel zu sagen…glaube ich. Sycronomica können mich mit „Gates“ wie schon eindeutig mit Worten bewiesen, wirklich überzeugen. Auch wenn sie manchmal progressiver zu Werke gehen als viele andere Bands, macht dass das eigentliche Songwriting nicht kaputt oder überladen. Weil sie immer die Kurve kriegen, bevor sie sich in ellenlanger Soundspielerei verfangen. Kann man ihnen also nur die hier und da fehlende Originalität und das Fehlen einer handfesten eigenen Note vorwerfen. Doch mein Gott, das ist das zweite Album. Da kommt sicher noch viel vom eigenen Charakter hinzu. Warten wir die Nachfolgeralben ab.

Ich kann euch nur empfehlen, das Teil unbedingt anzutesten. Freunde oben genannter Bands können eigentlich blind zuschlagen. Aber denkt daran…gebt der Platte den ein oder anderen Durchlauf…ich bin mir sicher, ihr werdet sie nicht mehr missen wollen.

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