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Swingin' Utters: Love And Peace

Abwechslungsreiches Album, dem es etwas an Wiedererkennungswert fehlt
Wertung: 8/10
Genre: Punk
Spielzeit: 39:39
Release: 31.08.2018
Label: Fat Wreck Chords/Edel

Im vorigen Jahr feierten die Swingin' Utters ihr 30-jähriges Bestehen und haben somit schon ein paar Jährchen auf dem bandeigenen Buckel. Klar ist eigentlich auch, dass sich in dieser Zeit bereits eine stattliche Anzahl an Veröffentlichungen über die Ladentheke geschoben hat. Ein Jahr nach dem Jubiläum verzeichnet man nun den Neuankömmling „Love And Peace“, der mit 15 Titeln bestückt ist.

Wie bei Punk-Alben oft üblich, fallen die Titel eher knapp aus und sind sicherlich auch nicht von ausschweifenden Kompositionen geprägt. Auch die Kalifornier bilden da nicht unbedingt eine Ausnahme, dafür bieten sie allerdings ein Album an, welches unglaublich abwechslungsreich daherkommt und seinen eigenen Sound kreiert. So macht schon der Opener „Undertaker, Undertake“ mit seinen markanten Bass-Läufen richtig Spaß und sprüht nur so vor Energie, um direkt von einem so zurückgenommenen Stück wie „Sirens“ abgelöst zu werden. Dabei ist „Sirens“ nicht etwas von der Sorte „Mist, jetzt brauch ich schon beim zweiten Stück einen Kaffee“, sondern beschränkt sich einfach nur auf das Nötigste und wirkt damit ziemlich intensiv. Ähnlich verhält es sich mit dem abschließenden „H.L.S.“, was sich, bis auf ein kurzes und kräftiges Intermezzo im Mittelstück, auch sehr minimalistisch präsentiert.

Demgegenüber stehen Nummern wie „E.C.T.“ oder „Constant Companion“, die zum Abtanzen und Mitgrölen einladen. „Demons Of Springtime“ kommt ungemein fluffig daher und kann mit Tendenzen zum Surf-Punk aufwarten. Der direkte Nachfolger „Humans Potential“ steht dem in nichts nach, die nicht mal zwei Minuten gehen flockig ins Ohr und laden direkt zum Mitklatschen ein. Insgesamt steht hier also genügend frisches Material zur Verfügung, um die Klubs dieser Welt auseinanderzunehmen, zumal man „Louise And Her Spider“ mit seiner Folk-Note ebenfalls noch mitnehmen kann.

Neben diesen flotten Nummern bieten Swingin' Utters aber auch so intensive Stücke wie „Seeds Of Satisfaction“, welches fast schon düster wirkt, oder das gut durchdachte „Deranged“. Nicht nur ebenfalls in diese Kategorie fallend, sondern auch ein absolutes Highlight der Scheibe kommt gen Ende mit „Imitation Of Silence“. Hier wird auf Gitarrenarbeit gesetzt und mit deren Hilfe bekommt das Stück gar einen bedrohlichen Touch. Nach hinten hinaus schrauben die Drums das Energielevel noch etwas nach oben und bescheren ein schön noisiges Ende.

Insgesamt also ein gelungenes und vor allem vielseitiges Album, welches sich von Anfang bis Ende gut anhört. Ausfälle sind Fehlanzeige, Langeweile auch, einzig in puncto Wiedererkennungswert wird es etwas schwer. Selbst wenn man Swingin' Utters ihren eigene Soundkosmos zugestehen möchte, heben sie sich schwer von anderen Bands ab. Unterm Strich ist dies allerdings völlig egal, „Love And Peace“ ist einfach ein gutes Album.

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