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Swedish Death Candy: Are You Nervous?

Trippiges Album voller verschiedener Einflüsse
Wertung: 7,5/10
Genre: Alternative/Stoner/Psychedelic Rock
Spielzeit: 45:03
Release: 27.09.2019
Label: Hassle Records

Der Name Swedish Death Candy ist ein wenig verwirrend, denn a) spielt in dieser Band nicht ein einziger Schwede und b) hat die Musik absolut nichts mit schwedischem Death Metal zu tun, wie man vielleicht annehmen könnte. Vielmehr haben sich ein Engländer, ein Koreaner und zwei Italo-Briten zusammengetan, um psychedelisch geprägten Alternative/Stoner Rock zu spielen, der erstaunlich viele Facetten offenbart. Nach dem 2017 erschienenen selbstbetitelten Debüt markiert „Are You Nervous?“ bereits das zweite Studioalbum der Multikulti-Truppe, das man laut Frontmann Louis Perry auf diesen Namen taufte, da man angesichts des rasanten technologischen Fortschritts und vor allem der nicht zu leugnenden Umweltprobleme schon mal nervös werden könne.

Natürlich eine berechtigte Bemerkung, die in der Vorab-Single „Modern Child“ in Form einer kleinen Science-Fiction-Story weitergesponnen wird, in der es um ein Waisenkind geht, das von Roboterpflegern aufgezogen wird – irgendwie verrückt, möglicherweise aber doch gar nicht mal so weit hergeholt. Musikalisch der wohl eingängigste Song der Platte, ist nachvollziehbar weswegen man das Stück als Single auswählte. Hier werden starke Parallelen zu Queens Of The Stone Age deutlich, die neben Black Sabbath und den Beatles als größte Einflüsse genannt werden.

Tatsächlich kombiniert der Vierer schweres Riffing und zarte Melodien immer wieder im Verlauf der Platte auf angenehm ungezwungene Weise: Insbesondere „Green“ ist ein Paradebeispiel, bei dem die beatlesken Tonfolgen unüberhörbar sind, welche jedoch stets von harschen Riffeinschüben durchbrochen werden, was erstaunlich gut funktioniert. Ähnlich verhält es sich mit „Always“, das mit LSD-vernebelten Synthesizern beginnt und anschließend zwischen einem mordscoolen, leicht bekifften Groove und heftigen Gitarreneruptionen schlingert.

Noch verdrogter wird es bei „Space Holiday“, das seinem Titel absolute Ehre macht, wobei die leiernden Keyboards im Hintergrund und die Slide-Gitarre, gepaart mit den entrückten Gesangsharmonien gleichzeitig auch eine Art Hawaii-Feeling assoziieren. Doch ob nun Urlaub auf Hawaii oder im Weltraum – stark gemacht ist das in jedem Fall und umso wirkungsvoller, als dass das darauf folgende „Mother Earth“ wieder eine härtere Gangart verfolgt, während „Slowly“ dann wiederum deutlich im Beatles-Fahrwasser schippert und nach Dopewolken riecht.

Überdeutlich zeigt sich anhand dessen, dass die größte Stärke von Swedish Death Candy ihre Wandlungsfähigkeit ist und wie sie diese umsetzen. Nie klingt es forciert, wenn sich Psychedelia und Härte abwechseln, die vielen verschiedenen Einflüsse werden völlig unverkrampft miteinander verbunden – auf die Spitze getrieben in „Journey To The 13th Floor“. Dank seiner hervorstechenden Länge von fast acht Minuten und dem wohl auf Roky Ericksons legendäre Band 13th Floor Elevators anspielenden Titel ohnehin schon ins Auge stechend,  startet die Nummer unmittelbar nach „Slowly“ mit einem punkigen, energetischen Part, um dann in einen Teil überzugehen, der sowohl doomige als auch psychedelische Elemente birgt. Sogar leicht proggige Anleihen sind hier zu vernehmen.

Zweifellos wissen die Schweden, die eigentlich keine sind, was sie tun, denn wie sie die verschiedenen musikalischen Zutaten zusammenrühren, ist äußerst geschickt und originell, womit sie aus dem Wust der inzwischen unzähligen Bands, die sich hauptsächlich auf „alte“ Musik beziehen (um das böse Wort „retro“ zu vermeiden) hervorstechen. Die Produktion ist dementsprechend recht roh, gerade die Gitarren tönen meist fuzzy, was der Sache absolut gerecht wird und eine gewisse Grundaggressivität garantiert. Nicht jeder Song mag ein  Volltreffer sein („A Date With Caligula“ beispielsweise hat trotz des witzigen Titels ein bisschen einen nervigen Füller-Charakter), aber insgesamt ist „Are You Nervous?“ definitiv kurzweilig.

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