Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Swallow The Sun: Hope

Ein von der ersten bis zur letzten Minute fesselndes und großartiges Epos
Wertung: 10/10
Genre: Death Metal , Doom Metal
Spielzeit: 63:42
Release: 09.02.2007
Label: Spinefarm Records

Die Hoffnung … ein weit gestecktes Feld … So heißt es in dem bitteren Zitat, welches zugleich mein Motto ist: “Die Hoffnung ist die größte Lüge von allen …“. Und ganz, als ob die Finnen Swallow The Sun genau dieses Zitat auch kennen würden, widmen sie sich in ihrem dritten Studioalbum ebendiesem Begriff eingehend und mit all seinen Facetten. Jeder kennt die Spekulationen, die um ein jedes drittes Album einer jeden Band herumspuken. Swallow The Sun dürfte allerdings mit ihrem Werk „Hope“ der ganz große Durchbruch bevorstehen.

Die Songs zeichnen sich allesamt durch eine ungeheure atmosphärische Dichte aus und in jedem Song findet man Geschwindigkeitswechsel, die jeden Song zu etwas ganz Besonderem machen. Die Melodien der Gitarren und des Keyboards reißen den Hörer mit in tieftraurige Abgründe. Zum Keyboard sei noch zu sagen, dass die Songs nicht mit einem Soundteppich zugekleistert werden.

Aleksi Munter, der sich im übrigen auch für die Keyboardklänge auf dem Überalbum „Above The Weeping World“ von Insomnium verantwortlich zeichnet, schafft es hier vielmehr, auf geniale Weise eine verdammt melancholische Stimmung zu erzeugen. Wenn Mikko mal nicht growlt, dann erklingen cleane Vocals, die auf dem Vorgänger „Ghosts Of Loss“ noch nicht in dieser Menge vorzufinden waren.

Das Titelstück „Hope“ beginnt und man bekommt zunächst fast den Eindruck, als ob hier Insomnium ein neues Prachtstück ihrer Musik präsentieren würden. Bis dann Mikko mit zunächst cleaner und schließlich growlender Stimme seine Stimme erhebt. Ein solch starker Song gleich zu Beginn … was mag da bloss noch alles kommen?

Bei „These Hours Of Despair“ geht es von Beginn an dann etwas heftiger zur Sache, dann wechseln die Jungs in epische, aber heftige, Gefilde, was zusammen mit Mikkos Stimme, die gekonnt vom Ruhigem zum Growlen wechselt wieder mal ein Volltreffer wird. Aleksis Keyboards und nicht zuletzt die Gitarrenlines geben dem Ganzen einen dramatischen Anstrich … Geiler Song!

„The Justice Of Suffering“ scheint dann als waschechter Doom-Song durchzugehen. Hier gibt es zu den Growlparts sehr kontrastreiche cleane Vocals sowie verzerrte Gitarren. Das Besondere: Katatonia-Sänger Jonas Renkse ist in diesem Song mit von der Partie. In „Don´t Fall Asleep (Horror pt.2)“ kehrt zunächst Ruhe ein durch die cleanen Vocals von Mikko mitsamt weiblicher Unterstützung (absolut kitschfrei), doch dann, im Refrain, bricht die geballte Ladung Melancholie wieder über den Hörer herein. Ein wunderschönes Stück Death-/Doom Metal.

Allerdings sollten die Jungs dann doch nicht allzu experimentell werden, wie im letzten Zwischenstück des ansonsten astreinen Stückes „Too Cold For Tears“, denn das haben sie dank all ihrer Klasse in oben genanntem Genre nun wirklich nicht nötig. Das mich irgendwie an Sun Of Sadness erinnernde „The Empty Skies“ quillt vor Melancholie förmlich nur so aus den Boxen, dass es eine wahre Freude ist, sich ebendieser Stimmung völlig hinzugeben. „No Light, No Hope“ startet dann gleich mal für STS-Verhältnisse recht groovend, aber auch hier kommt keine Feierlaune auf, sondern der rote Faden der auf die Seele drückenden Melancholie wird auch hier konsequent und genial weitergesponnen.

Dann kommt mit „Doomed To Walk The Earth“ leider schon das letzte Stück dieses übergenialen Meisterwerkes „Hope“, in dessen Verlauf wieder eine engelsgleiche Stimme vorkommt und desweiteren ein unübertroffenes Instrumentalstück zu finden ist. Geht mächtig aufs Gemüt, dieses Stück … besonders das intrumentale Ende ab ca. Minute 5:00. Ein ganz großer Abschluss eines ganz großen Albums. Die melancholischen Töne lassen die Vermutung zu, dass sich im Verlauf des Epos mein oben genanntes Lieblingszitat bewahrheitet hat. Grandios gemacht!

Aber dem Ganzen setzt das dann noch folgende Stück die absolute Krone auf. Und zwar handelt es sich hierbei um „These Low Lands“. Dieser Song ist ein Cover von "Alavilla Mailla". Ich frage mich, warum es dieser grandiose Titel nicht auch noch auf „Hope“ geschafft hat. Das wäre dann ein weiterer ganz großer Song geworden. Man kommt in den Genuss dieses Liedes, wenn man die Single „Don't Fall Asleep (Horror Pt. 2)“ erwirbt. Noch interessanter ist, dass Amorphis-Frontmann Tomi Joutsen bei diesem Stück mit von der Partie ist.

Die Songs wurden derart perfekt abgemischt, dass sie alle die Emotionen an den Hörer übermitteln, welche die Band auch beabsichtigt hat. Ungeheuer druckvoll kommen die Stücke aus den Boxen. Note 1, setzen!

Fazit: Darf ich „Hope“ schon zu Beginn des Jahres zu den ganz großen Alben des Jahres 2007 zählen?  Ja, denn ich habe kaum Hoffnung, dass mich etwas in diesem Genre in naher Zukunft so schnell noch einmal so sehr beeindrucken kann … Daher vergebe ich gleich zu Beginn des Jahres meine ersten 10 Punkte und bedanke mich mit tiefer Verbeugung bei den Finnen für dieses Epos!

comments powered by Disqus

Familiäre und friedliche Metalparty am Kanal, Take 17

Fantastischer Abend, der viel zu schnell zu Ende ging