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Svartsot: Maledictus Eris

Die Pest ist besiegt
Wertung: 8.5/10
Genre: Folk Metal
Spielzeit: 46:17
Release: 29.07.2011
Label: Napalm Records

Man stelle sich vor, dass ein Drittel der Bevölkerung stirbt, ausgerottet wird, einer Seuche zum Opfer fällt. Nicht mehr vorstellbar in heutiger Zeit? Dann soll an dieser Stelle auf die Angst vor dem Ferkelschnupfen und EHEC erinnert werde. Im 14. Jahrhundert konnte man sich das so auch nicht vorstellen und doch warf ein Schiff den Anker vor der Küste Dänemarks und brachte via der Planken die Pest in das skandinavische Land. Was die Bevölkerung damals durchmachen musste, kann sich vermutlich hier in Europa auch niemand wirklich vorstellen. Dieses Leid, diese Trauer, Furcht und Angst der Menschen und der Überlebenden ist nun Inhalt des dritten Albums der Folk-Metal-Band Svartsot. Hier wird das gesamte Geschehen innerhalb elf Songs erzählt.

Der erste Song, das Intro in die Geschichte Dänemarks, ist dann auch ein ganz leises, instrumentales Stück. Die Geräusche von Wellen, leise Stimmen und Spielleute sind zu vernehmen. Mit Fortschreiten des Intros wird die Dramatik schon spürbar. Kirchenglocken läuten, das Geschrei von Kindern ist hörbar und es endet in einer Kneipe beim Öffnen eines Biers. So kann man sich die Ankunft des leisen Tods, der Pest wirklich vorstellen. Die Kirchenglocken zeigen schon an dieser Stelle in die Richtung der Spirale, wie damals Einzelnen die Schuld in die Schuhe geschoben wurde. Die Kirche, die den Ungläubigen die Schuld am Massensterben gab.

Svartsot bekommen es wunderbar hin, auf eine steigend aggressive Art das Geschehen in das heutige Jahrhundert zu transportieren. Erst leise, dann steigend lauter, bis all die Geschichten der Sterbenden und der Überlebenden erzählt wurden. Waren die vorherigen Alben noch laut und aggressiv, kommt hier ein weitaus dunklerer Ton vor. Svartsot haben sich dem Thema Pest nicht nur angenommen, um ein Konzept für das dritte Album zu haben, sie erzählen auf einfühlsame Art und Weise, was sich damals im Staate Dänemark ab 1350 zugetragen hat. Man hat den Eindruck zwischen „ Gud Giv Det Varer Ved!“ und „Farsoten Kom“ das Gefühl, den Tod kommen zu hören. Zwar wurde dieser immer der leise Tod genannt, aber hier hört man die tiefe Verzweiflung derer heraus, die überlebt haben und denen davor graut, dass sie die Nächsten sein könnten. Und obwohl durch Gitarre und Schlagzeug ein aggressiver Ton verbreitet wird, schaffen es die Dänen durch ihre Melodien Sympathien zu schaffen. Den Dudelsack fest im Griff kommt „ Holdt Ned Af En Tjørn“ daher und scheint ein kurzer Halt in der Geschichte zu sein. Die Band hangelt sich von Song zu Song, um ihre eigene Vergangenheit, den Mut, den immer vorhandenen Kampfgeist an die heutigen Pagan-Fans weiter zu geben. Diese werden auch sicher das dritte Album begeistert aufnehmen, denn die Umsetzung ist gelungen.

Dadurch, dass die dänische Sprache nicht für jeden Europäer verständlich ist, ist es schwierig der Geschichte zu lauschen und alles zu verstehen. Was besonders schade ist bei der Ballade „Spigrene“, mag man hier doch erahnen, dass die Pest umzingelt wurde, dass es erste Hoffnung gibt. Leider wird die Dramatik gesanglich nicht so gut rübergebracht. Zumal es bei „ Og Landet Ligger Så Øde Hen“ wieder in die Vollen geht. Der Band ist ein gutes Album gelungen, welches Fans finden wird. Allerdings fällt es schwer, dem Plot komplett zu folgen. Nach einer Dreiviertelstunde ist alles vorbei, zu kurz, um die Pest zu überwinden, aber lang genug, um zu hören, dass das was vorliegt gut ist, aber ausbaufähig bleibt.

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