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Svartby: Kom I Min Kittel

Anständige Songs, mieser Sound
Wertung: 6/10
Genre: Pagan Metal
Spielzeit: 33:22
Release: 08.02.2008
Label: Trollzorn

Die russische Folklore bzw. ihre metallischen Adaptionen scheinen in letzter Zeit wachsende Popularität in hiesigen Breitengraden zu genießen. Svartby, ein noch recht junges Quintett aus St. Petersburg, ist nämlich beileibe nicht die einzige Band, die das Genre neulich mit derartigen Beiträgen erweitert, wobei man diesbezüglich immer noch relativieren muss, ob solch ein quantitativer Überschuss auch wirklich als Bereicherung aufgefasst werden darf. Im Falle dieser fünf Russen darf man nämlich so manch berechtigten Zweifel haben…

Die Jungspunde scheinen jedenfalls einen echten Narren am kitschigen Klang des Keyboards gefunden zu haben. Ganze Passagen werden mit ausfallend bombastischen Tastenklängen zugekleistert, ohne das Ganze dabei irgendwie geartet in einen spannungsvollen Rahmen einzufügen. So entstehen mit der Zeit immer längere Instrumental-Passagen, die einerseits von den undifferenziert produzierten Key-Melodien getragen werden, andererseits aber nie so recht die hymnischen Aspekte der Musik hervorzuheben vermögen. Zwar bemühen sich die Russen besonders im zweiten Abschnitt ihrer neuen CD „Kom I Min Kittel“ um eine heroische Ausprägung ihrer Songs, so etwa in „Moder Av Alla Häxor“ oder „Stjärnfull Natt“, doch kommt wegen der teils recht kruden Arrangements selten auch wirklich Zählbares dabei herum.

Immerhin, Pep haben die Songs wider Erwarten schon. Was die künstlerischen Ambitionen angeht, haben sich Svartby zugunsten einer lebhaften, simpel strukturierten Herangehensweise hinreißen lassen, die in ihren flottesten Ergüssen ganz klar an Bands wie Finntroll oder Turisas angelehnt scheint. Nummern wie „Flykt Över Sömnigt Land“ sind sicherlich mit einer gewissen Partytauglichkeit ausgestattet, lassen sich aber von den unnötig komplizierten Keyboard-Einlagen und dessen kitschiger Soundschwemme immer wieder untergraben. So sieht’s dann wohl aus, wenn der Humppa dank Pseudo-Komplexität ins Walzer-Tempo hinuntergestuft wird…

Fazit: Nun, Herausragendes, gar Innovatives bieten Svartby auf ihrem Debüt, einer aufpolierten Nachlese ihrer gleichnamigen EP aus dem Jahre 2005, sicherlich nicht. Der Sound trägt ärgerlicherweise die Hauptschuld an diesem Dilemma, matscht er doch so richtig schön sämtliche Elemente zusammen und gibt den interessanteren Details und Ideen erst gar nicht die Möglichkeit, sich breiter zu entfalten. Logischerweise ist der Hörgenuss daher auch stark eingeschränkt und phasenweise absolut nicht mehr als solcher zu bezeichnen. Aufgrund der vielen Interludien verliert man sogar zwischenzeitlich die Lust, sich überhaupt weiter mit der Scheibe zu beschäftigen. Andererseits wird in Nummern wie „Julen Av Vedergällning“ offenbar, dass die Band eigentlich schon etwas drauf hat. Nur eben blitzen solche Highlights mehr als selten auf und schaffen es daher auch nicht, den schwächlichen Gesamteindruck noch entscheidend aufzupeppeln. Ergo ist dieser neue Exot auch musikalisch eine ganz klare Enttäuschung.

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