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Svartahrid: Ex Inferi

Ungewohnt kraftloser Black Metal norwegischer Seelen
Wertung: 6.5/10
Genre: Black Metal
Spielzeit: 44:11
Release: 22.06.2010
Label: Soulseller Records

Svartahrid aus Norwegen huldigen nun seit über 16 Jahre dem Black Metal und geben diese Tradition auch nicht bei ihrem neuen Album “Ex Inferi” auf. Bei diesem Album verzichten sie aber ganz auf einen Bassisten, nachdem Nidgrim letztes Jahr die Band verlassen hat. Auch wenn man meist vom Bassisten kaum was mitbekommt, so trägt er doch einiges zum Sound bei. Die Lieder bekommen eine solide Grundlage und wirken oft kräftiger und genau das sind die Punkte, die an dieser CD zu bemängeln sind.

Während des Intros ist dies aber noch gar kein Thema: Majestätische Klänge bereiten einen düsteren Anfang. Die Untermalung der E-Gitarren durch Trommeln wirkt mystisch und kreiert einen ruhelosen Einstieg in „Ex Inferi“. Es wirkt zudem sehr cineastisch und verspricht nur der Vorgeschmack auf ein ergreifendes Album zu werden.

Die darauf folgenden Lieder wirken dann aber vergleichsweise dünn. Besonders beim Übergang zu „Cursed Seeds Of The Nazarene“ ist dies zu hören. Wo ist die ganze Atmosphäre hin? Statt eines bösartigen, unheimlichen Sounds, auf den man sich eingestellt hat, bekommt einen durchschnittlichen Black Metal, der viel zu wenig Druck aufbaut, um in irgendeiner Weise bedrohlich zu wirken.

Die Instrumente wie der krächzende und dämonisch verzerrte Gesang sind stimmig. Die Lieder, die alle dem Midtempo folgen,  sind recht melodiös. Die Melodien sind aber nicht markant genug, um echte Ohrwürmer hervorzurufen. Was den Songs aber wirklich fehlt - und das durchweg – ist die Kraft, die Black Metal zu so einer einvernehmenden, bösartigen Musik macht. Die Lieder variieren zwar in sich und sind vom Aufbau auch ganz ordentlich, zum wirklichen Punkt kommen die Norweger aber nicht. Trotz des schön fiesen Geschreis von Sänger Istar, plätschert das Album so dahin und man ertappt sich dabei, mit den Gedanken abzuschweifen. Wo waren wir gerade? Bedrohliche Stimmung? Ach ja…

Und das, obwohl sie von dem Einsatz des Keyboards und dessen Melodien an den Stil der doch erfolgreichen Dimmu Borgir erinnern, wie zum Beispiel in „Scale Of Worth“ zu hören. Im direkten Vergleich kann man aber feststellen, dass Svartahrid doch sehr schnell neben diesen untergehen – und das lediglich wegen ihrer fehlenden Kraft. Ansonsten neigen Svartahrid ein wenig zu oft zu Wiederholungen, so dass Lieder wie „March With Us“ ein wenig an passablem Eindruck einbüßen.

Dafür eher ein Kracher zum Mitbrüllen ist „Fire Hate Kill“, der durch seinen schnelleren Takt und seinen herausgehobenen Lyrics dynamischer und enthusiastischer wirkt und den ein oder anderen Black Metaller aus der Ecke hervorkommen lassen wird.

Auch sehr ansprechend gestaltet sich „Blessed By Darkness”, welches mehr Abwechslung als der Rest des Albums schafft und dadurch viel interessanter wirkt – auch wenn auch hier ein Bass eine gute Figur gemacht hätte. Ob es taktisch elegant war, auch bei diesem Lied das Wort „Fire“ in den Vordergrund zu stellen, besonders weil es als Folgelied von „Fire Hate Kill“ dient, sei dahingestellt. In Hinblick auf den Albumtitel und das entsprechende Thema des Albums wäre eine echte Kritik an dieser Stelle aber doch eher übertrieben.

Svartahrids fünftes Album beinhaltet zusammengefasst erfahrenen, melodiösen Black Metal, der leider mit Druck und Prägnanz geizt und sich dadurch nicht sonderlich von der Masse absetzt. Wirklich schade – die Ansätze sind professionell.

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