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Svarrogh: Kukeri

Nicht wirklich viel Positives unterm Strich
Wertung: 4/10
Genre: Black Metal, Folk Metal
Spielzeit: 69:15
Release: 01.06.2006
Label: Heavy Horses Records

Bulgarien ist landschaftlich gesehen ein wunderschönes Fleckchen Erde. Da muss ich wirklich mal eine Lanze für brechen. Wer noch nicht da war, der sollte sich den Landesnamen fett in sein Vormerkbuch schreiben, lieber mal auf ein Saufgelage am Ballermann verzichten und ein wenig Kultur tanken. Denn gerade diese ist dort allgegenwärtig und in jedem kleinen Zipfel des Landes zu finden.

Und die musikalische Darstellung und Umsetzung dieser Kultur hat sich Herr Dimo Dimov groß auf seine Fahne geschrieben. Geschehen lässt er das unter dem Bandnamen Svarrogh (slawischer Gott des Feuers und der Sonne) und mixt rauen Black Metal mit folkloristischen Einflüssen. Aber ok, von einer Band zu sprechen ist etwas zu vermessen, schließlich ist er einziges Mitglied dieser „Band“ und spielt alle Instrumente selber und singt auch noch fleißig. Dass bei der Instrumentierung dann auch landestypische Zupf- oder Blasinstrumente eingesetzt werden, zeigt sehr deutlich, wie heimatverbunden dieses Projekt ist. Darüber hinaus sind die Texte in der Landessprache verfasst. Klingt manchmal ein wenig putzig, aber was solls.

Doch mit was kommt der Alleinstreiter denn nun auf seinem bereits dritten Album „Kukeri“ (das sind traditionelle bulgarische Folktänzer, die mit bösen Masken auftreten) um die Ecke? Bedauerlich aber wahr…mit viel viel Langeweile. Herr Dimov setzt außer bei den eingeschobenen Zwischensongs, die ich mal als Intros oder so bezeichnen will, auf ellenlange Kompositionen, die oft an der 10-Minuten-Marke kratzen. Wer sich an solche Längen heranwagt, sollte also vom Arrangement her einiges auf Tasche haben. Und genau das hat der Gute nicht. Einzelne Parts innerhalb der Songs funktionieren richtig gut, obwohl das Rad auch hier nicht neu erfunden wird. Im Gesamtkontext wirkt alles aber fad und unausgegoren. Und das nicht nur bei den Instrumenten sondern auch beim Gesang. So manch cleane Gesangspassage hört sich tierisch neben den Tönen an, so dass man sich fragt, ob das hier nicht schon gewollt ist.

Weil ich mit meiner Kritik nicht hinterm Berg halten möchte, sei auch noch etwas zur Produktion des Albums gesagt. Es ist sicherlich eine Kunst für sich, harte Gitarren mit natürlichen Instrumenten in Einklang zu bringen, so dass sich alles harmonisch ineinander einfügt. Hier ist der Schuss definitiv nach hinten losgegangen. Kaum eine Passage, wo sich die „exotischen“ Instrumente in den Gesamtsound stimmig integrieren. Klar sind Produktionen immer eine Geldfrage, dass bezweifle ich auch nicht. Aber mit ein paar Tricks und Kniffe bekommt man vieles auch Low-Budget hingebogen.

“Memories In The Dark Of The Ages” ist für mich der einzige Song, den ich ansatzweise ok finde, der Rest geht in Belanglosigkeit unter.

So gesehen bleibt nicht wirklich viel Positives unterm Strich. Die Konzeptidee finde ich gut, zumal es ja wirklich nicht viele Bands gibt, die bulgarische Traditionen zusammen mit hartem Metal vertonen. Die Umsetzung mündet jedoch in einer sicherlich mit viel Liebe zum Detail zusammengetragenen Platte, welche aber vom musikalischen Aspekt her nicht viel zu bieten hat und wie schon gesagt zu langweilig daherkommt.

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