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Svalbard: It's Hard To Have Hope

Eine starke und wichtige Platte
Wertung: 8,5/10
Genre: (Black) Metal, Post-Hardcore
Spielzeit: 37:38
Release: 26.05.2018
Label: Holy Roar Records

Die britischen Svalbard sind nicht nur auf den ersten Blick eine ziemlich kompromisslose Band. Die Truppe um Sängerin Serena Cherry ist zwar bereits sieben Jahre im Business, hat es aber erst 2015 zur Veröffentlichung des Debütalbums „One Day All This Will End“ gebracht, einem düster betitelten Brocken, der scheinbar den Startschuss legte für deprimierende Albumtitel. Die neue Veröffentlichung nennt sich „It‘s Hard To Have Hope“, was nicht nur verdammt wahr ist, sondern auch ziemlich niederschmetternd klingt – aber dass etwas schwierig ist, heißt ja noch lange nicht, dass es unmöglich ist. Entsprechend verweben Svalbard auf ihrer neuen Scheibe immer auch hoffnungsvolle Passagen – bei Titeln wie „Femi-Nazi?!“ oder „Pro-Life?!“ allerdings nur schwer vorstellbar.

Erwartungsgemäß begrüßt einen die Platte mit einer düster-zornigen Mischung aus (Black) Metal und Post-Hardcore, dominiert von Serenas bitterbösem Gebrüll, apokalyptischen Gitarren und unheilschwangerem Drumming. Man hört schon beim Opener „Unpaid Intern“ mit seinem beinah gruselig zu nennenden Gitarrenintro: Die Platte ist nichts für schwache Nerven, hier wird der ganze Frust der Band auf die Gesellschaft und die derzeit herrschende Ordnung gebündelt, kanalisiert und dem Hörer ohne Betäubung um die Ohren geschlagen, bis das Blut spritzt. Das machen Svalbard allerdings so geschickt, technisch versiert und ausdauernd, dass man kaum glauben kann, dass es sich hierbei erst um das zweite Full-Length-Album der Truppe handelt.

„Pro-Life?“ startet dann fast verschlafen mit leisen Instrumentals und ätherischem Gesang, nach knapp 40 Sekunden schlägt die Stimmung allerdings in schwarzmetallisches Geballer um, unterstützt von gequältem Geschrei. Zum Refrain hin nimmt der Track noch ein bisschen mehr Fahrt auf, verliert aber die Melodiespur nicht aus den Augen. Bei all der Wut zimmern Svalbard nämlich nicht stumpf drauflos, sondern bemühen sich sehr gekonnt um das Einweben melodischer Passagen – gerade in den letzten Sekunden kann „Pro-Life?“ da nochmals Extrapunkte sammeln.

„How Do We Stop It?“ macht dann schon durch die Gitarren eine ordentliche Gänsehaut, sieht man sich den Text an, wird der Song noch wichtiger, spricht er doch scheinbar eigene Erfahrungen an, die die Sängerin in der Vergangenheit gemacht hat; nämlich die zunehmende ekelhafte „Mode“, dass junge Frauen (und auch Männer) auf Konzerten belästigt und begrapscht werden, ohne die Möglichkeit zu haben, sich in der Menge zur Wehr zu setzen: „As a teenage girl, no one said I should speak out/As a teenage girl, no one said I could seek help/When I was watching a band and I was unable to fight off his hands“. Hier wird all die Scham und der Frust herausgeschrien, den sicherlich viele Opfer sexueller Übergriffe mit sich herumtragen – ein starker Song mit sehr eindeutigem Text.

Insgesamt ist den Briten hier eine musikalisch starke und gerade durch die direkten und schnörkellosen Texte eine wichtige Platte gelungen, die sicherlich eine Schneise in die immer noch Männer-dominierte Metalwelt schlagen wird. Dabei heben Svalbard nicht belehrend den feministischen Zeigefinger, sondern setzen sich textlich mit (teils leider) alltäglichen Begebenheiten auseinander, die Männer und Frauen heutzutage oftmals zu erdulden haben. Aber auch ohne das textliche Verständnis dürfte die Platte bei vielen Metal- und Post-Hardcore-Fans einen Nerv treffen.

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