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Surrender The Coast: Lost Souls

Wild, wütend, auf Dauer aber einfach zu eindimensional
Wertung: 5,5/10
Genre: Hardcore
Spielzeit: 27:22
Release: 22.02.2015
Label: Redfield Digital

Viel verrät das world wide web nicht über Surrender The Coast. Die Band ist allerdings auch noch relativ jung, hat 2012 ihre erste EP veröffentlich, war in der Folge auf Tour und meldet sich nun mit einem Mini-Album zurück. Wie der Name schon andeutet ist dieses „Mini-Album“ ein Werk, das irgendwo zwischen einer kurzen EP und einem vernünftigen Langspieler liegt. Bei acht Songs, die insgesamt eine Spielzeit von weniger als einer halben Stunde einnehmen, fragt man sich da natürlich schon, warum es nicht zu mehr gereicht hat. Fehlten Zeit oder das nötige Geld, oder mangelt es dem Quartett gar schon in dieser frühen Phase an guten Ideen?

„Lost Souls“ beginnt verdammt wütend. Von aggressiven Drums unterstützt, brüllt Fronter Andy Connelly hier ins Mikro und einige knüppelharte Breakdowns machen aus der Nummer einen wirklich verdammt geilen Song. Dieses Niveau kann die Band im weiteren Verlauf allerdings kaum noch erreichen. Teile von „A Blissfull Ignorance“ und dem Titletrack, sowie der Schlusstrack „Archetype“ kommen zwar noch einmal nah dran, das war es dann aber auch.

Der Rest des Albums krankt an Einfallslosigkeit. Viele Phasen hören sich gleich dermaßen gleich an, dass man manche Songübergänge kaum bemerkt. Zwar können die Briten definitiv mit ihrer Aggressivität punkten, da es aber an Abwechslung fehlt, lassen Ermüdungserscheinungen nicht lange auf sich warten und so mutiert das konstante Gekeife des Frontmannes schnell von energetisch mitreißend zu anstrengend-nervig. Denn gerade gesangstechnisch wünscht man sich einfach etwas mehr als das ewig gleiche aggressive Geschrei.

Dabei kann man nicht einmal sagen, dass es Surrender The Coast nicht zumindest instrumental probieren, ihre Songs wenigstens um ein paar Dimensionen zu erweitern. Intros wie das von „Thrones“ sind aber nun einmal nicht im positiven Sinne minimalistisch, sondern schlicht und ergreifend langweilig. Generell ist der Song ein guter Beweis dafür, dass die Truppe den Großteil ihres Charmes verliert, sobald sie das Tempo ein wenig zurückschraubt. Dieser Trick funktioniert nämlich nur als kurze Variation in einem ansonsten flott nach vorne preschenden Song.

Zwar ist Hardcore nicht unbedingt für seine für abwechslungsreichen Songstrukturen bekannt und dementsprechend würde auch niemand Wunderdinge von Surrender The Coast erwarten. Die Tatsache, dass sich viele der Songs erschreckend ähnlich sind, stört dann aber doch gewaltig. Überzeugen können die vier Musiker in der Regel nur, solange sie die aggressive Wut-Schiene fahren. Und auch wenn sie das zugegebenermaßen wirklich verdammt gut machen, ist das gerade im Hinblick auf die ohnehin schon kurze Spielzeit auf Dauer einfach zu wenig, um „Lost Souls“ zu einem langfristig interessanten Album zu machen. Die Sternstunden der Platte hieven sie in der Bewertungsskala zwar noch auf ein durchaus akzeptables Level, beim nächsten Mal ist aber definitiv eine Steigerung nötig, um ein mehrdimensionaleres Album auf die Hörer loszulassen.

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