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Surreal Thoughts: Zebra-D

Gute EP, die in instrumentaler Hinsicht überzeugt, in Sachen Gesangsperformance hingegen leider nicht so ganz
Wertung: 7.5/10
Genre: Progressive Metal
Spielzeit: 17:54
Release: 07.09.2010
Label: Eigenproduktion

Aufmerksame Leser unserer Seite werden sich bestimmt noch an Surreal Thoughts erinnern, deren Debüt „Of Human Being“ bei uns Anfang des Jahres besprochen wurde. Eine muntere Mischung aus progressiv-verspielten, akustischen und todesmetallischen Elementen, die sowohl in handwerklicher als auch in songschreiberischer Hinsicht sehr gereift und vielversprechend herüberkam; lediglich der eintönige und auf Dauer sogar nervige Gesang von Frontmann Ilja Schmidt war das große Manko, das der Truppe auch eine noch bessere Bewertung als 7.5 Punkte verwehrte.

Inzwischen jedoch hat man sich von Ilja getrennt und Gitarrist Fabian Goßler übernahm wie schon bei der Bandgründung geschehen erneut die Vocals – man war mit der Gesangsleistung nicht mehr zufrieden und sah auch sonst musikalische Differenzen zwischen dem Sänger und dem Rest der Band. Damals hieß es außerdem, man wolle den Gesang wieder in etwas „gemäßigtere“ Bahnen lenken. Nun, es ist offensichtlich, dass man die vorliegende EP „Zebra-D“ so schnell nachschob, um die schwache Performance des Mannes am Mikrofon rasch vergessen zu machen, doch ist dies wirklich gelungen? – Um ehrlich zu sein, nicht so ganz. Weder sind die Vocals in irgendeiner Weise gemäßigter als zuvor, da weiterhin lediglich Growls zu hören sind (bis auf eine kurze Passage im letzten Song), noch ist die Leistung sonderlich bemerkenswert, wenn auch etwas besser als zuvor von Schmidt. Denn auch der Gesang von Fabian ist leider insgesamt zu eintönig, nicht sehr ausdrucksstark akzentuiert und einfach irgendwie farblos.

Das ist sehr bedauerlich, denn die drei Songs selbst sprechen erneut für sich – wobei man eher sagen sollte, die zwei Songs, da „Underneath Hell“ eine Neuaufnahme des (starken) Openers von „Of Human Being“ darstellt. Doch „Ride The Zebra“ und „Circles On The Surface“ sind zwei sehr gelungene Stücke, die von Musikverständnis, technischem Können und Spielfreude zeugen, die abwechslungsreich geworden sind und bei denen es viel zu entdecken gibt – mal schimmert Opeth durch, mal Maiden und trotzdem klingt das Endresultat eigenständig – Respekt, die Herren!

Produktionstechnisch ist wie beim Debüt Luft nach oben, das Ganze hört sich ziemlich dumpf an, aber das kann man bei einer Eigenproduktion verschmerzen. Bedauerlicher ist eben, dass die Darbietung am Mikro wieder nicht überzeugen kann. Aber wenn man hier jemanden findet, der zumindest annähernd an zum Beispiel Mikael Åkerfeldt heranreicht (und „annähernd“ wäre bereits ein Erfolg, denn ein solches Talent wie den Opeth-Fronter findet man schließlich nicht alle Tage), hätte man viel erreicht und noch wesentlich mehr Möglichkeiten. Ich glaube jedenfalls weiterhin, dass die Jungs einiges erreichen können.

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Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann