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Sunlight's Bane: The Blackest Volume: Like All The Earth Was Buried

Nichts für schwache Nerven
Wertung: 8/10
Genre: Grindcore, Crust, Black Metal
Spielzeit: 53:55
Release: 17.02.2017
Label: Innerstrength Records

Die US-Amerikaner Sunlight’s Bane bieten wahrscheinlich eine der anstrengendsten und härtesten Genre-Kombinationen, die man sich antun kann: Black Metal gemischt mit Hardcore gemischt mit Grind. Wer sich jetzt noch nicht mit Grausen abgewendet hat sondern wem womöglich im Gegenteil schon der Sabber läuft, der sollte sich die neue Scheibe „The Blackest Volume: Like All The Earth Was Buried“ zu Gemüte führen, denn der düstere Titel ist hier Programm.

Bis 2013 noch als Traitor unterwegs, steht die aktuelle Platte nun quasi auf Seite eins des Sunlight-Backkatalogs – mit „Antiquated Chapters“ gibt es aber zumindest auf Bandcamp noch eine Compilation mit frühen Traitor-Stücken und Split-Songs zu erstehen.

Auf dem aktuellen Output liefern die Jungs aus Michigan bitterbösen schwarzgefärbten Grindcore mit Crust-Anleihen, dass es einem die Schuhe auszieht. Das fängt knallhart in bester, niederknüppelnder Grind-Manier und „Praise The Venom Shield“ an und man stellt sich mental schon auf eine Stunde markerschütterndes Geprügel ein, bevor man im teils fast sludgigen „Begrudging Soul“ eines Besseren belehrt wird. Die Truppe wechselt hier spielend zwischen aufreizend langsamen, tief gestimmten Passagen und knallhartem, hysterischem Gebolze, dass einem direkt schwindlig vor Begeisterung werden kann. Dazu kommen noch unmenschliche Schreie – perfekt ist der Sound für den Ostermontag.

Songs wie das immer wieder durch Tempowechsel auffallende „Cursed Diminished Years“ oder das zu Beginn den Hörer mit verzerrten Schreien und monotoner Gitarre in Sicherheit wiegende „Dance Of Thorns“ bilden ungefähr ab, wie variantenreich sich die Amis auf der Platte austoben und vor allem auch, was sie dem Hörer zumuten wollen. Für schwache Nerven ist die Musik der Truppe aus Michigan nämlich nichts – fast schon zu zahm gerät da im ersten Anlauf das stampfende „The Blessed Ivory Tongue“,  das aber mit in den Hintergrund gemischtem Geschrei und unaufdringlicher, dennoch einprägsamer Melodie nur eine scheinbare Verschnaufpause abgibt.

Sunlight’s Bane schrammen immer mal wieder haarscharf an der Monotonie vorbei, beispielsweise wächst sich das eigentlich sehr biestige „No Taste More Bitter“ im Mittelteil zu einer etwas drögen Veranstaltung aus, glücklicherweise kriegen die Herrschaften aber noch die Kurve – und liefern nachfolgend mit „With Fear This Love Is Given“ einen der besten Songs der Platte ab, rasant prescht das Stück nach vorne, die eingestreuten melodischen Gitarren lassen ein kurzes Gefühl von Sicherheit aufkommen, bevor gruseliger, beinah gehauchter Gesang aus dem Nebel auftaucht – und Sunlight’s Bane lassen in knapp acht Minuten Spielzeit nicht einmal Langeweile aufkommen.

Wer sich mit „The Blackest Volume“ auseinander setzen will, braucht zwei Dinge: Zeit und ein richtig gutes Nervenkostüm, denn die elf Songs sind alles andere als einfach und könnten auch gestandene Fans mal zum ein oder anderen nötigen Päuschen verleiten. Durchhalten zahlt sich aber aus, denn die Band schafft hier eine durchweg düstere und unheilvolle Atmosphäre, die es sich zu erkunden lohnt.

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