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Sunlight: My Own Truth

So Schmuse-Lala...
Wertung: 6/10
Genre: Melodic Metal/Hard Rock
Spielzeit: 40:23
Release: 04.05.2015
Label: Total Metal Records

Schon vor geschlagenen vier Jahren hatten die Hellas-Herren Sunlight mit der EP „Rockin' All Around“ einen ersten hart rockenden, melodisch metallischen Augenaufschlag vorgelegt. Warum sie nun so lange brauchten, um die schon vorhandenen drei Songs um weitere sechs Nummer zu ergänzen, bleibt erst einmal ihr Geheimnis. Interessanter ist da eher die Frage, wie sie denn die Macher hinter Total Metal Records überzeugen konnten, steht das Label doch eher für undergroundige Mucke härterer Ausrichtung.

Vielleicht sind es aber auch die Dollarzeichen in ukrainischen Labelaugen, denn „My Own Truth“ birgt auf dem ersten Blick einiges an kommerziellem Potenzial, allerdings verschleiert sich diese Aussicht von Durchlauf zu Durchlauf, denn am Ende ist es dann doch ein wenig zu seicht, um als kraftvoller Heavy Metal durchzugehen, zumal immer wieder (power)balladeske Songs eher Konsumenten von frühen Edguy bis aktuellen Wisdom ansprechen dürften – und das mit okayen Songs, was im Endeffekt zu wenig ist.

Denn tatsächlich kristallisieren sich auch nur zwei wirklich erwähnenswerte Nummern heraus. Zum einen wäre da die treibende Hard-Rock-Nummer „Eastern Train“, die das sonstige Songschema der Griechen aufsprengt und mit spielfreudigem Rock'n`Roll-Herzen überrascht – starkes Stück mit einem feinen Wink aus dem Deep Purple-Lager. Zum anderen ist da das anmetallisierte „Struggle For Deliverance“, welches nicht ganz so viel auf Kitsch herumbalanciert, der Refrain nicht ganz so zuckersüß ist, sich dennoch griffig einmischt und welches darüber hinaus einen gewissen epischen Touch nicht zu verhehlen vermag.

Ansonsten wird aber gerne die Fahne der Schnulzigkeit hochgehalten. Allein schon der Titeltrack „My Own Truth“ tropft regelrecht aus den Boxen, die poppige Note schnarcht auf kommerziellen Radiopfaden und auch die einsetzende Gitarrenpower gibt nicht viel her. Auch „When I See You“ ist nicht mehr als eine Randnotiz im Balladen-Kosmos, dem der ganz große Herzschmerz fehlt und der mit Pianotupfern aufgepeppt die Schnulzentheorie bestätigt. Wenn schon auf ruhig, dann doch eher wie beim Rausschmeißer „Lonely Man's Song“, wo die Streicher noch mehr Inhalt beisteuern, doch auch hier wird die Weltschmerzbühne nicht vollständig emotional ausgeschöpft. Löblich ist da das schwülstig startende „Rockin' All Around“, denn die Gitarren übernehmen dann doch das Melodic-Metal-Zepter und werden zwischendurch zwar wieder von den Tasten aufgemischt, allerdings haben hier die Griechen einen mehr als passablen Refrain ohne den ganzen Kitsch parat.

Schon der Opener „Back To Life“ ist ein Hinweis auf die balladesken Ausflüge und auf den teilweise auch kitschigen Gesamteindruck, auch wenn sich da noch eher ein gemischtes Gefühl einstellt. Am Ende aber können Sunlight nur bedingt überzeugen und sich kaum bei den Trillionen an gleichwertigen Bands durchsetzen. Es schadet allerdings Balladen-orientierten Fans nicht, ein Ohr in „My Own Truth“ zu investieren, ein bisschen feucht wird der Schlüpper sicherlich.

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