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Sulphur Aeon: Swallowed By The Oceans Tide

Sehr starkes Debüt, das fast alles richtig macht
Wertung: 9/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 44:44
Release: 28.12.2012
Label: Imperium Productions / FDA Rekotz

Seit dieser Retro-Trend vor einiger Zeit begonnen hat, sprießen Bands wie metalophile Pilze aus dem Boden, die sich in mehr oder minder bester Old-School Manier austoben. Oft genug endet das dann auch in höchstens halbwegs interessanter Stangenware - nur hin und wieder findet man doch Perlen, die sich etwas von der Masse abheben. Dazu gehören definitiv Sulphur Aeon! Und wer hat's gefunden? Die CD-Version erscheint bei F.D.A. Rekotz, die sich immer mehr als Fundgrube äußerst hörenswerter Bands etablieren. Daumen hoch schon mal dafür.

Was hebt „Swallowed By The Ocean's Tide“ denn nun von dem schon angemerkten Old-School-Standard-Death ab? Zum einen die Qualität des Songwritings: Ausfälle gibt es auf der ganzen Scheibe keine, was gerade für ein Debütalbum schon erwähnenswert ist. Alles wirkt sehr durchdacht und homogen konzipiert und komponiert, kein Song erreicht die Fünf-Minuten-Marke, unnötiges Rumgespiele gibt es nicht.

Zum anderen der generelle Sound der Band: Die Jungs haben es mit einigen Feinheiten geschafft, einen relativ eigenen, unverbrauchten (Unter-)Stil zu kreieren. Gerüst dabei bleiben natürlich die schweren, todesmetallischen Töne, der Bass drückt (fast schon zu) ordentlich, der Gesang ist mit reichlich Hall ausgestattet. Das machen sie auch sofort klar; nach einem passenden Intro gibt es mit „Incantation“ angenehm aufs Fressbrett! Wem beim Hören hin und wieder mal Namen wie Grave Miasma, Venenum oder Charon im Kopf schwirren, liegt nicht zu 100% falsch, und Sulphur Aeon wären auch definitiv eine passende Erweiterung im Roster von Sepulchral Voice gewesen.

Allerdings kommt hier im Vergleich zu vielen anderen Genrevertretern manchmal noch ein kluger, stets passender Einsatz von Keyboardklängen dazu, die die Stimmung immer mal wieder untermalen. Die größte Besonderheit liegt aber in der Gitarrenarbeit. Zwar können Sulphur Aeon wie zum Beispiel in „Monolithic“ auch sehr gut einfach mal längere Zeit durchbrezeln – natürlich immer wieder mit obligatorischen Tempowechseln. Aber die wirklich eigene Note kommt erst hervor, wenn noch Gitarrenmelodien über das Riffing gelegt werden, sowie in den leider etwas raren Soli. Die sind nämlich öfters mal nicht „typisch Death“, oder möglichst schnell/technisch, sondern stochern ganz unverfroren auch in melodischeren Heavy/Thrash-Gewässern herum, was sich aber wunderbar ins Gesamtbild einfügt – man höre sich nur mal das großartige „Inexarable Spirits“  oder „Beneath, Below, Beyond, Above“ an. Ganz typisch für das Genre, hört man auch hin und wieder kleine Black-Metal-Einflüsse raus, aber das soll nur am Rande erwähnt sein – die Mischung geht jedenfalls sehr gut auf.

Dem ein oder anderen Leser mag aufgefallen sein, dass bis hierhin noch kein Wort darüber verloren wurde, worum es in dem Album überhaupt geht. Nun, wie man am wirklich wunderschön gestalteten Coverartwork schon erkennen kann, ist „Swallowed By The Ocean's Tide“ ein Kozeptalbum zur Cthulu-Saga. Das ist zwar nicht gerade das unverbrauchteste Thema der Welt, aber wenn es um die Wiedererweckung um Cthulu und damit das Ende der Welt geht, dann ist die dazu passende Stimmung schon ganz gut eingefangen – auch wenn der Verfasser dieser Zeilen sich nicht damit rühmen kann, das Necronomicon oder sonst etwas von H.P. Lovecraft gelesen zu haben.

Düster und bedrohlich/beklemmend kommt die Scheibe größtenteils daher, auch wenn man definitiv schon bösere Töne gehört hat. Diese vermeintlich leicht positive Stimmungsnuance ist eine Konsequenz davon, dass die Songs recht eingängig sind und ohne große Ecken und Kanten ins Ohr gehen. Und genau da liegt der wohl einzige kleine Kritikpunkt. Mit einem Tick mehr Mut zur Dissonanz hätte man eventuell dem ein oder anderen Song etwas mehr Schärfe verleihen können. Und wo wir grade dabei sind: Der Sound ist gut und passend, aber ein wenig mehr Gitarre hätte auch nicht geschadet.

Trotzdem: „Swallowed By The Ocena's Tide“ ist – gerade für ein Debüt – ein absolut fettes Brett an extrem hochwertigem, hartem und trotzdem eingängigem und durchdachtem Todesmetall, wo wirklich jeder Freund härterer Klänge reinhören sollte.

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