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Suidakra: Lays From Afar

Die Definition eines "vergessenen Hochkaräters"
Wertung: 10/10
Genre: Melodic Folk/Black Metal
Spielzeit: 67:51
Release: 12.04.1999
Label: Last Episode

Wie ihr sicherlich schon längst bemerkt habt, tauchen hier bei den Reviews auch immer wieder Alben auf, die schon ein paar Jahre auf dem Buckel haben. Jüngstes Beispiel ist Franks Review von Trouble. Damit möchten wir euch ältere Klassiker ins Gedächtnis rufen oder vorstellen, die für eure Plattensammlungen bestimme eine gute Ergänzung darstellen würden. In meinem Fall geht es um das Drittwerk von Suidakra mit dem Titel „Lays From Afar“, welches genau vor zehn Jahren veröffentlicht wurde. Dieses markierte seinerzeit meinen Einstieg in die härteren Gefilde des Metals, auch wenn man aus heutiger Sicht das Album kaum als Black Metal bezeichnen kann. Ach ja, die Unwissenheit der Jugend...

Aber um gleich den Vorwurf zu entkräften, ich würde das Album nur aus nostalgischer Verklärtheit so gut bewerten, sei gesagt, warum „Lays From Afar“ auch heute noch die Entdeckung wert ist. Damals waren Suidakra noch näher am Black als am melodischen Death Metal, hatten aber schon ihre typische Meldodieführung. „Lays From Afar“ war ein wichtiges Album für die Band, machte es doch den Bandnamen auf großer Ebene bekannt und wurde erstmals international veröffentlicht.

Und gut tat es daran, das damalige Label Last Episode. Denn so eine Mischung aus Folk, Black und Heavy Metal habe ich in dieser Form auch heute, zehn Jahre später, nicht wieder gehört. Der Opener „A Darksome Path“ zählt bis heute zu meinen Favoriten der Band, vereint er doch abwechslungsreich knallharte Abgeh-Parts, ruhige Momente, Black Metal-kompatibles Gekreische und atmosphärische Spoken Word-Parts. Sogar die Keyboards gehen in Ordnung und sind nur dezent und songdienlich eingesetzt. Welch angenehmer Unterschied zu diversen Bands, die mit ihren Tasteninstrumenten gerne jedes noch so kleine Soundloch zukleistern.

„Lays From Afar“ pendelt immer wieder zwischen diesen Extremen hin und her und hat mit „The Hidden Quest“ sogar eine waschechte Ballade zu bieten. Diese wird natürlich, wie alle cleanen Vocals, von Marcel Schoenen gesungen, der der Band bis zum vorletzten Album „Caledonia“ die Treue hielt. Seitdem übernimmt Frontmann Arkadius Antonik auch diesen Teil am Mikro, aber das nur am Rande. „The Hidden Quest“ lebt wie das restliche Songmaterial auch, vom roten Faden, der sich durch die Platte zieht. Die keltische Folklore hatte es Suidakra eben schon immer angetan, was mittelalterliche Chöre (die weit weg vom Kitsch von Schandmaul und Konsorten sind) oder akustische Nummern wie das kurze Instrumental „Airne“ belegen.

Anspieltipps verbieten sich aufgrund der Klasse von vornherein, aber alle positiven Eigenschaften vereint wohl der Titeltrack „Lays From Afar“ (grob übersetzt: „Lieder aus der Ferne“) in sich. Der Spagat zwischen Eingängigkeit und Anspruch scheint einfacher zu sein, als man gemeinhin denkt. Natürlich darf man keine Musiker erwarten, die sich wie bei Dragonforce beinahe die Finger brechen, aber die vielen Details, die in die Musik eingebaut wurden, sind mehr als beachtlich. Wenn ihr also dieses Album nicht besitzt, ab zum Händler eures Vertrauens. Am besten achtet ihr übrigens darauf, dass ihr die Version im Digipack erwischt, denn diese enthält acht (!) Bonustracks. Besser gesagt: Sie enthält die in Eigenproduktion erschienene Debüt „Lupine Essence“, was natürlich nicht über die Andy Classen Produktion von „Lays From Afar“ verfügt, aber fast durchweg gute Songs enthält. "Fast" sage ich übrigens wegen „Sheltering Dreams“, dem Beweis, dass Daniela Voigt eine gute Keyboarderin, aber mit Sicherheit keine gute Sängerin war.

Fazit: Kaufen oder wieder aus dem Plattenschrank kramen und GANZ laut hören.

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