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Suidakra: Crógacht

Der achte Streich - gut wie immer
Wertung: 8.5/10
Genre: Pagan Metal
Spielzeit: 41:18
Release: 20.02.2009
Label: Wacken Records

Stolze 14 Jahre haben Suidakra schon auf dem Buckel und werden in Kürze mit „Crógacht“ ihr achtes Studioalbum (neben mehreren Eigenproduktionen und der letztjährigen DVD „13 Years Of Celtic Wartunes“) auf ihre Fangemeinde loslassen. Dieses wurde leider ohne Marcel Schönen aufgenommen, der die Band nach oben genannter DVD verlassen hat. Suidakra sind somit zum Trio geschrumpft, was die Band aber keinesfalls zurückgeworfen hat. „Crógacht“ ist, wie ihr an der Bewertung sehen könnt, abermals ein saustarkes Album geworden, das in keinerlei Relation zu ihrem (meiner Meinung nach viel zu geringen) Bekanntheitsgrad steht.

Die Monheimer Pagan Metal-Institution bleibt ihrem Stil natürlich auch auf dem neuen Album weiter treu. Melodischer Death Metal mit folkigen Einflüssen bildet die Grundlage, auf der auch mit einigen neuen Elementen experimentiert wird. Man hat Bagpipes, Banjos, Tin Whistles und sogar einen sechsköpfigen Chor integriert und den Stil damit weiter verfeinert. Dafür wurde allerdings der cleane Gesang zurückgefahren, was ja das Metier von Marcel gewesen war. Die wenigen cleanen Passagen werden 2009 von Arkadius übernommen, der nun die alleinige Herrschaft über den Mikroposten inne hat.

Im Vergleich zum Vorgänger „Caledonia“ gehen Suidakra direkter und aggressiver zu Werke, wie schon der Opener „Conlaoch“ deutlich macht. Speziell Drummer Lars zeigt sein Können auf eindrucksvolle und abwechslungsreiche Weise. Alles in allem ein typischer Suidakra Opener, der beweist, dass man Dudelsäcke auch so geschickt einsetzen kann, dass sie einem Song nichts von seiner Härte nehmen.

Es sind immer die kleinen Dinge, die einzelne Tracks zu etwas besonderem machen. Aufgrund der schnelleren Grundausrichtung, fällt es beim ersten Hören schwer, das Album nicht als großes Ganzes zu sehen und sich auf einzelne Songs zu konzentrieren. Da kommt der eingängige cleane Gesangspart in „Isle Of Skye“ gerade recht, der sich auch live sicherlich gut machen dürfte. So lockert man den Sound passend auf und erhebt sich aus der grauen Masse der melodischen Death Metal-Bands. Womit ich Suidakra natürlich nicht in eine bestimmte Schublade drücken möchte - sie würden ohnehin sofort wieder herausspringen.

Bewiesen wird diese Behauptung durch das fast vollständig akustische „Feats Of War“. Der Folksong steht ganz in der Tradition von „Rise Of Taliesin“ oder „The Ember Deid II“, weist aber auch eine entscheidende Neuerung auf. Erstmals seit „Lupine Essence“ wird der (gesamte) Gesang nämlich wieder von einer Frau übernommen. Im Gegensatz zur ehemaligen Keyboarderin Dani, die leider keinen besonders guten Job machte, überzeugt Tina Stabel mit ihrer angenehmen und kraftvollen Stimme auf ganzer Linie. Damit es aber nicht zu kuschelig wird, gibt es gleich danach mit „Shattering Swords“ einen urtypischen Suidakra-Track auf die Ohren, zu dem die Band auch ein Video gedreht hat. Besonders erwähnen möchte ich die vielleicht beste Gitarrenleistung des Albums.

Kein neues Album der Celtic Metaller ohne ein akustisches Instrumental: Nach Ohrenschmeichlern wie „And The Giants Dance...“ oder „Serenade To A Dream“ gibt es diesmal ein Kleinod namens „Àr Nasc Fola“ zu genießen. Es ist immer wieder beeindruckend, wie die Band scheinbar mühelos zwischen schnellen und ruhigen Momenten hin und herwechseln kann.

Der bereits erwähnte Chor, namentlich das Luisen Vocalensemble Berlin, wird auf „Crógacht“ eher unterstützend eingesetzt, aber beim Abschluss und zugleich längsten Lied „Baile's Strand“ schlägt seine große Stunde. Die Atmosphäre des stärksten Tracks der Platte profitiert sehr vom immer passend eingesetzten Gesang des sechsköpfigen Ensembles aus der Hauptstadt. Auch sonst ziehen Suidakra noch einmal alle Register ihres Könnens: für mich persönlich ist „Baile's Strand“schon jetzt ein ganz heißer Anwärter auf einen der vorderen Plätze bei unserer Umfrage „Lieder des Jahres 2009“.

Fazit: Sie können einfach keine schlechten Platten aufnehmen. Jeder, der Suidakra kennt, weiß, was ihn mit „Crógacht“ erwartet oder besser gesagt: worauf er sich freuen kann. Hier und da vermisst der geneigte Fan natürlich Marcel, weswegen mir der Vorgänger ein klein wenig besser gefallen hat. Das ist aber zu vernachlässigen, denn sonst hat die Band nichts von ihrer Kreativität eingebüßt und natürlich wieder eine Textgrundlage gewählt, die abseits der Wikinger und „Herr der Ringe“-Pfade wandelt. Qualitätsarbeit eben.

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