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Suidakra: Caledonia

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Wertung: 9/10
Genre: Pagan Death Metal
Spielzeit: 49:57
Release: 17.11.2006
Label: Armageddon Music Verwaltungsgesellschaft mbH

Okay, ich habe in letzter Zeit mal wieder viel „Kalkofes Mattscheibe“ geschaut und bin deswegen bis zum Rand aufgeladen mit Gehässigkeit. Jetzt brauche ich nur noch eine Platte an der ich es auslassen kann. Aber diese hier wird es definitiv nicht sein, denn bei Suidakra kann ich es mir einfach nicht vorstellen, dass sie ein gewisses Qualitätslevel unterschreiten. Als Fan der Band seit ihrem dritten Album „Lays From Afar“ habe ich ihren Werdegang seither stetig verfolgt und bin überzeugt, dass sie nie ein schlechtes Album veröffentlicht haben. Das einzige, was man ihnen vorwerfen kann, ist der leichte Stilwechsel bei vielen Songs auf der letzten Scheibe „Command To Charge“. Diese klang vielen Fans zu „modern“, auch wenn das jetzt abschreckender klingt, als es wirklich war.

„Caledonia“ geht „back to the roots“, was nicht zuletzt an der Rückkehr von Gitarrist/ (clean) Sänger/ Songwriter Marcel liegt. (So ganz nebenbei: Wie oft ist er eigentlich schon ausgestiegen?) Diese Tatsache und die ersten Hörproben haben mich dem Release bzw. erstmal dieser Promo entgegen fiebern lassen. Und zum Glück wurde ich nicht enttäuscht...

Obwohl ich den Opener „Highland Hills“ trotz eines schönem Beginns als etwas deplatziert empfinde. Denn für einen Song mit einer Länge von 8 Minuten passiert mir einfach zu wenig. Eine Komprimierung hätte dem Song gut getan, da er dennoch gute Ideen aufweist. So genug gemeckert, denn „A Blackened Shield“ entführt mich fast in die „Lays From Afar“ Zeit zurück, als noch wesentlich mehr Black Metal in den Riffs schlummerte. Was aber nicht heißen soll, dass Suidakra nicht auch Zeit für fantastische Melodien hätten.

Und von denen gibt es auch bei der Ballade „The Ember Deid (Part II)“ mehr als genug. Wo Teil 1 (auf „Signs For The Fallen“) es gerade mal auf 7 Sekunden brachte, kann Marcel hier gut 3 Minuten lang zeigen, was er kann. Mir kommt es vor, als würde er etwas rauer singen als früher. Steht ihm aber gut zu Gesicht!

Und was macht der Rest der Band?! Nun, Arkadius keift immer noch genauso wie früher, was nach wie vor einigen Leuten Magenschmerzen bereiten könnte. Alle anderen erfreuen sich an der erstklassigen Zusammenarbeit der beiden Männer am Mikro, nachzuhören zum Beispiel bei dem rasanten „Forth Clyde“. Gut produziert ist das ganze auch noch, so dass weder die Drums noch die untrennbar mit dem Bandsound verbundenen Folk und Pagan Elemente eingeschränkt werden. Und so hauen Suidakra gleich noch ein paar Highlights raus.

„The Distant Call“ verpflichtet einfach zum Mitsingen und würde sich auch gut in einem Irish Pub machen. Sofern der Besitzer nichts gegen ein paar E-Gitarren hat, versteht sich. Den krönenden Abschluss bildet die Single „The IXth Legion“, das aufmerksame Leser schon samt Video aus unseren News kennen sollten. Ich glaube, besser hätten die Jungs ihre Trademarks nicht in einem Song vereinigen können. Ausgefeilte Melodieläufe, abwechslungsreicher Gesang, „Ohrwurm-Faktor“ und kunstvoll verbundene Härte und Folkelemente. Das ist das, was die Band für mich schon immer ausgezeichnet hat. Als Abschluss fungiert übrigens das rein akustische „Farewell“.

„Caledonia“ wächst und wächst. Denn beim ersten Hören war ich ein wenig ernüchtert, weil sich mir die vielen kleinen Details noch nicht erschlossen hatten. Wahre Fans nehmen sich aber natürlich die Zeit. Wo wir gerade dabei sind: Ich kann es bis heute nicht verstehen, warum die Band auch bei ihrem mittlerweile achten Album nicht wesentlich mehr davon hat. Ihre Musik ist individuell, dürfte aber dennoch viele ansprechen v.a. weil ihre „Pagan“Einflüsse in ihrer Musik einfach authentisch sind und sie diesen Stil schon immer spielten, auch bevor er zum Trend wurde. Wer eine sauber produzierte Platte mit einer eigenständigen Mischung aus Death- , Heavy- und Pagan Metal sucht, kann hier gleich anfangen. Er bekommt noch nicht einmal die ewig gleichen Wikinger Geschichten geboten, sondern darf verfolgen, wie sich die Ureinwohner Schottlands gegen das römische Reich verteidigen. Ein (logisch!) geniales Cover von Kris Verwimp gibt es wieder einmal oben drauf.

Ihr merkt, worauf ich hinaus will: Ich erteile den Kaufbefehl!

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