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Suicide Silence: You Can't Stop Me

Ein neuer Abschnitt
Wertung: 7,5/10
Genre: Deathcore
Spielzeit: 39:01
Release: 11.07.2014
Label: Nuclear Blast Records

Halloween vor zwei Jahren war ein schwarzer Tag für alle Suicide Silence-Fans, als Fronter Mitch Lucker des nachts mit seinem Motorrad tödlich verunglückte. Seitdem haben sich die Amis zwar eine verdiente Trauerzeit gegönnt, wollten aber nicht untätig sein und haben stattdessen alle Trauer, Wut und Verzweiflung kanalisiert und mit „You Can’t Stop Me“ und ihrem neuen Sänger, dem ehemaligen All Shall Perish-Fronter Eddie Hemida, ein Album geschaffen, das zum Teil noch auf Lyrics des verstorbenen Sängers basiert, aber dennoch nicht wirkt, als wäre der Neue am Mikro ein Lückenfüller. Im Gegenteil: Für mich persönlich liegt hier eines der stärksten Alben der Bandgeschichte vor.

Bereits seit 2002 werkeln die Jungs aus Kalifornien an ihrem Deathcore-Stil, einziges verbliebenes Gründungsmitglied ist nun Gitarrist Chris Garza. Das Debüt „The Cleansing“ wirbelte in der Szene ordentlich Staub auf, „No Time To Bleed“ und „The Black Crown“ wurden im Abstand von jeweils zwei Jahren nachgelegt und festigten den Ruf der Truppe.

Neben einem ausnehmend guten neuen Sänger haben Suicide Silence zwei recht hochkarätige und auch überraschende Gäste ans Mikro beordert: Das tatsächlich sehr Death-Metal-lastige „Control“ wird von Altmeister George „Corpsegrinder“ Fisher mit deftigen Growls veredelt, die in krassem Gegensatz zu den fiesen Schreien des jüngeren Kollegen stehen. Bei „Monster Within“ ist der Kollege Puciato, besser bekannt als Sängertier bei The Dillinger Escape Plan, mit von der Partie; hier wird dann auch wesentlich technischer agiert – sehr schön, wie Suicide Silence ihren Gästen genau die passenden Songs zugewiesen haben.

Bei „Ending Is The Beginning“ kann man den direkten Vergleich wagen, stammt der Track doch ursprünglich von der eher mittelmäßig produzierten „Suicide Silence“-EP und wurde für die neue Scheibe frisch eingeprügelt. Neben dem naturgemäß um Längen besseren Sound lässt sich aber auch feststellen, dass Eddie Hemida eine variablere Stimme hat als sein Vorgänger – ein Zustand, der dem Sound der Band sehr zugute kommt und der Monotonie Einhalt gebietet, die sich zumindest auf „No Time To Bleed“ schon eingeschlichen hatte, während der Nachfolger ja wieder eine Spur differenzierter ausfiel.

Dafür, dass die Schreiberin dieser Zeilen die Kalifornier immer ein wenig gleichförmig fand (wenn auch das erste Album tatsächlich ordentlich reingehauen hat), finden sich auf „You Can’t Stop Me“ einige auffallende Highlights: Da wäre beispielsweise „Sacred Words“, das mit einem wahnsinnig düsteren Refrain aufwartet und in dem sirrende Gitarren gegen Eddies Stimme ein klares Unentschieden davontragen.

Auch das finale „Ouroboros“ macht mächtig Eindruck und Dampf, in erster Linie die Tempowechsel und die Leadgitarre sorgen hier für ordentlich Abwechslung, wobei man besonders das ruhige, fast schwebende Gitarrenintermezzo hervorheben muss, das dem Track eine etwas gruselige Atmosphäre verleiht.

„You Can’t Stop Me“ steht fraglos zumindest auf einer Stufe mit dem letzten, wirklich guten Output der Truppe mit Mitch Lucker. Eddie Hemida macht seine Sache mehr als gut, füllt die schmerzhafte Lücke mit ordentlich Eiern und Wut im Bauch aus und auch die beiden Gastauftritte sind wunderbar gewählt. Suicide Silence haben sich wieder gefangen.

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