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Suicide Silence: The Black Crown

Deftig, heftig, und besser als die bisherigen Platten
Wertung: 7.5/10
Genre: Deathcore
Spielzeit: 38:15
Release: 18.07.2011
Label: Century Media

Der Name Mitch Lucker gilt in Genrekreisen inzwischen als beinah so omnipotent wie beispielsweise Lemmy unter Rockern. Der Sänger der Kalifornier Suicide Silence dürfte mit ein Grund für den kometenhaften Aufstieg der Combo seit ihrem 2007er Debüt „The Cleansing“ sein; inzwischen ist die Band über den Geheimtipp-Status weit hinausgeschossen und wirft dementsprechend mit „The Black Crown“ eine wahre Bombe als drittes Album in den Moshpit der Metalszene.

Deftig geht es zu auf dem Drittling, aber wesentlich durchdachter und differenzierter als noch auf den Vorgängern, ohne jedoch allzu steril und verkopft zu wirken – eine Hürde, die viele Deathcore-Bands nicht meistern können. Wurde auf dem letzten Output „No Time To Bleed“, das sich wie ein Holzwurm in das marode Gebälk der US-Billboard-Charts fraß und es sich auf Platz 32 bequem machte, noch ordentlich drauflos getrümmert, inklusive deftigen Pig Squeals und allem Drum und Dran, herrscht auf „The Black Crown“ beinah so etwas wie geordnetes Chaos. Die Aggression ist noch da, keine Frage, aber gebündelter als noch vor zwei Jahren und somit um einiges wirkungsvoller.

Von den Grindcore-Ausflügen der früheren Platten ist hier nicht mehr übermäßig viel zu spüren, oder die Anteile werden so fein in die Songs eingewoben, dass man nicht mehr das Gefühl hat, dauerhaft mit einer Abrissbirne zu kollidieren. Obwohl – gleich der Opener „Slaves To Substance“ poltert gehörig durch die Boxen, derbe Breakdowns am laufenden Band laden zum heimischen Mitmoshen ein und die Mischung zwischen leicht verzerrten Growls und fiesem Gekeife zündet genauso wie schon auf den vorherigen Platten der Band. Düster-bedrohlich schrauben sich die Gitarren im Refrain nach vorne, um in den Strophen einem dynamischeren Riffing Platz zu machen. Ein guter erster Eindruck – wenn das so weitergeht, kann man sich die Platte durchaus gefallen lassen.

„Fuck Everything“ mausert sich schon in den ersten fünf Sekunden zur neuen Bandhymne – man kann förmlich vor seinem inneren Auge die Massen von Moshern sehen, die bei dem Gitarren-Intro mit den Hufen scharren und sich für einen Circle Pit bereit machen. Zusätzlich zu den großartigen Instrumentals bringt Lucker hier wahrscheinlich die mitreißendste Gesangsperformance des ganzen Albums, als er eine geschlagene Minute lang aus tiefstem Herzen den Titel brüllt.

Auch hier geht’s allerdings scheinbar nicht ohne Gastauftritt – den ersten Besucher bildet ausgerechnet KoRn-Sänger Jonathan Davis, eine etwas überraschende Wahl, die sich aber nichtsdestotrotz ganz gut einfügt; obwohl „Witness The Action“ ein wenig klingt, als hätte man einfach einen Suicide Silence- und einen Korn-Song zusammen geschnitten. Dieser Effekt wird insofern verstärkt, da Davis eigentlich nur im Refrain zu Wort kommt – mit seiner unnachahmlichen Stimme mag er nicht so recht ins Deathcore-Bild passen, auf einem Album seiner eigenen Band wäre der Track allerdings bestimmt ein Highlight.

Prominent wird es auch beim richtig derben „Smashed“, wenn Suffocation-Sänger Frank Mullen sich das Mikro mit Lucker teilt. Die New Yorker waren mit die ersten, die es wagten, Hardcore und Grindcore zu vermischen – kein Wunder also, dass Suicide Silence sich ausgerechnet Mullen für das neue Album herausgepickt haben. Hier kommt der Grindcore-Anteil auch erwartungsgemäß heftig durch, inklusive leichten Pig Squeals und rasend schnellen Doublebass-Passagen. Mit „Cancerous Skies“ gibt es dann als Rausschmeißer noch einen fies-apokalyptischen Hammer vor den Latz geknallt – nicht übel, der Abgang!

Fazit: Mir persönlich gefällt „The Black Crown“ um Längen besser als alles, was die Formation bisher auf die Beine gestellt hat. Fans des gepflegten Geballers kommen ebenso auf ihre Kosten wie Mosher, Headbanger oder Gitarrenfrickeleien-Fetischisten. Ihren Platz an der Spitze des US-Deathcore können die Jung so sicherlich halten.

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