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Suicide Silence: No Time To Bleed

Gähn.
Wertung: 5/10
Genre: Deathcore
Spielzeit: 37:51
Release: 30.06.2009
Label: Century Media

Suicide Silence haben mit ihrem Debüt-Album „The Cleansing“, das ohne Ende gehyped wurde, ein überraschendes und vor allem brutales Deathcore-Debüt-Album veröffentlicht - und das obwohl auf der CD gar niemand „clean sing“t. Kleiner Scherz am Rande.

Nun steht inzwischen der Nachfolger „No Time To Bleed“ in den Startlöchern und man merkt direkt, dass der Hype ausgereizt werden will: Gleich in fünf verschiedenen Versionen kommt das Album auf den Markt. Da wäre die Standard-Version, eine exklusive Hot Topic-Variante mit der Bonus-CD „Live In Paris“, eine iTunes-Ausgabe mit einem Alice In Chains-Coversong, sowie eine Vinyl-Auflage und die Maximum Bloodshed-Edition mit dem Bonussong „Misleading Miligrams“ und einer Extra-DVD.

Man braucht kein Fachmann zu sein um schnell zu realisieren, was auf dieser Scheibe angesagt ist: Tempo, Brutalität und Aggression. Mit Songs wie „Something Invisible“ werden die Headbanger bedient, während bei vielen andern Songs durchgehend gemosht werden kann. Die Gitarren prügeln heftige, aber typische, tief gestimmte Deathcore-Riffs mit dem ein oder anderen wenig besonderen Breakdown raus, Frontmann Mitch strapaziert seine Stimmbänder ins unermessliche und wechselt unter anderem im Titelsong „No Time To Bleed“ von angestrengtem Black Metal-Keifen zu tiefen Growls als wäre es ein Kinderspiel.

Positiv zu erwähnen ist der Groove, der in Songs wie „Suffer“ gut zur Geltung kommt, wie die vertrackten Soli, die zwar nicht unbedingt besonders schön klingen oder sich durch geniale Melodien auszeichnen, allerdings technisch hoch anspruchsvoll sind. Wenn wenig verzerrte Gitarrenklänge zu hören sind, handelt es sich in der Regel um bedrohliche, stimmungsvolle Töne, die dem Sound eine unheimliche Note verleihen. Besonders erwähnenswert ist zudem der Song „…And Then She Bled“, der den Notruf einer Frau beinhaltet, die von einem – eigentlich – gezähmten Schimpansen angegriffen wurde. Bis auf den Mitschnitt wurde hier komplett auf Vocals verzichtet, sodass man diesen Song live vermutlich nicht zu sehen bekommt, höchstens vielleicht als Intro.

Als Produzent konnte man den Amerikaner ‚Machine‘ gewinnen, der unter anderem schon mit Bands wie Lamb Of God gearbeitet hat. Was das Mastering angeht, klingen die Songs ein gutes Stück weit danach, als wären sie live aufgenommen worden – klar kommen beispielsweise die Gitarren laut, druckvoll und ohne auffällige und nervende Störgeräusche aus den Boxen, allerdings ist dieses Album wahrlich nicht überproduziert, man hat sein bestes getan um einen schön dreckigen Sound beizubehalten, die Gitarren nicht zu glatt und sauber abzumischen und auch das Drumming klingt stark nach einem Live-Auftritt, besonders die etwas hohle Snare.

„No Time To Bleed“ ist auf Dauer einfach ermüdend, bei allem Respekt vor dem Erfolg dieser Band und der technischen Leistung hinsichtlich Tempo und vertrackter Soli – die Riffs sind einfach nur brutal und ohne Abwechslung, geschweige denn Wiedererkennungswert. Was die Ernüchterung über das Zweitlingswerk nochmals steigert, ist das lasche Cover der europäischen Version; Das Artwork der US-Variante ist deutlich stimmungsvoller und ansprechender ausgefallen. Wer das Debüt gut gefunden hat, kann mal reinhören, aber allen andern Anhängern von Deathcore kann man nur ehrlich und direkt sagen, dass es dieses Jahr definitiv bessere und innovativere Alben in diesem Genre gab – beispielsweise von Oceano, die dieses Jahr ein verblüffendes Debüt abgeliefert haben.

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