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Suffokate: No Mercy, No Forgiveness

Starker Deathcore mit feinen Einzelheiten
Wertung: 7.5/10
Genre: Deathcore
Spielzeit: 36:01
Release: 23.02.2010
Label: Mediaskare

Suffokate – so extrem wie der Sänger aussieht, so extrem ist auch die Musik der Band. Dabei handelt es sich allerdings nicht um sinnloses Geballer aus möglichst vielen, möglichst großen Rohren, wie es beispielsweise bei den Genrekollegen von Carnifex üblich ist, sondern um clever strukturierten, brutalen Deathcore mit atmosphärischen Passagen.

Schon der Opener „Becoming The Nightmare“ zeigt, dass Suffokate nicht darauf aus sind, so brutal und extrem wie möglich zu klingen, sondern extrem aggressive Elemente mit passenden Elementen zu ergänzen, so sind die Vocals zwar bitterböse und unsagbar tief und auch das hämmernde Schlagzeug lässt sich nicht gerade als friedlich bezeichnen, doch die Gitarristen verstehen es, harte, treibende Deathcore-Riffs mit trostlosen Harmoniefolgen zu kombinieren, die genau den richtigen Melodiegrad aufweisen, um auch noch aus melodischer Sicht genossen werden zu können. Zwar ist das nicht bei jedem Song der Fall, so sind die schnelleren Tracks „Constant Urge To Kill“ oder „We Long For Your Blood“ nochmals deutlich aggressiver und kompromissloser ausgefallen und offensichtlich für eine fetzende Liveshow ausgelegt, doch immer wieder tauchen plötzlich zarte Melodien auf, die ein wüstes Gesamtbild der Songs aufzulockern wissen.

So geschehen bei dem Song „Force Fed“, der im einen Moment noch beklemmende Deathcore-Gitarren mit schleppender Bassdrum-Begleitung darlegt, im nächsten Moment dann aber mit einer regelrecht hymnenhaften Gitarre überrascht. Ebenfalls eine interessante Mischung aus Melodie und abgrundtiefer Wut stellt der Song „While They Sleep“ dar, in dem die Vocals elegant zwischen tiefen Growls und stark verzerrten Screams wechseln oder auch wie aus dem Nichts ein Gitarrensolo auftaucht. Mit dem stark Breakdown-lastigen Song „Holiness Is Next To Filthiness“, der zwar nicht unbedingt schnell ist, aber großartig die Emotionen ausdrückt, sollte es der Band bei der Live-Präsentation sicherlich gelingen, so manch eine Gänsehaut zu verursachen, wenn sie in den nächsten Wochen während der Hell Chose Me Tour die deutschen Bühnen besteigen.

Leider muss man sagen, dass einige Tracks wie „Not The Fallen“ oder „Taking Life“ nicht so innovativ sind wie der Opener oder die anderen besseren Stücke der Platte und „nur“ wie solider, aber altbekannter Deathcore klingen. Hinsichtlich der Produktion gibt es keine Mängel, der Klang ist überaus fett und klar und auch die für den Deathcore so wichtige, etwas raue Grundstimmung kommt gut zum Tragen.

„No Mercy, No Forgiveness“ ist ein starkes Deathcore-Album geworden, das trotz des Debüt-Charakters eine mehr als gleichwertige Alternative zu neuen Alben der großen, bekannten Deathcore-Vertreter darstellt. Wenn man dieses Genre aufgrund der Stimmung hört und sich gerne von komplexeren Gitarren-Effekten überraschen lässt, kann man mit diesem Album nicht viel verkehrt machen, will man sich mit einer Deathcore-Scheibe nur den Frust von der Seele wegschieben lassen, dann ist diese CD zwar ebenfalls geeignet, aber nicht die absolut empfehlenswerteste ihrer Art.

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