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Sufferage: Death Nation Anarchy

Auf Dauer zu eintönig
Wertung: 6/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 44:36
Release: 19.06.2009
Label: Remission Records

Bis zum Jahr 2007 stand bei den Hamburger Death Metallern von Sufferage mit Jasmin noch ein Mädel in vorderster Front, nämlich am Mikro, was sich mit ihrem Ausstieg auf dem Vorgänger-Album „Everlasting Enmity“ änderte, als Ersatz für diesen Posten in persona von Fröhlich gefunden wurde. 

Betrachtet man allein das Cover der „Death Nation Anarchy“, hätte man sich für das aktuelle Werk schon etwas anderes vorgestellt, hat dieses Artwork zugegebenermaßen schon ziemlich viel Ähnlichkeit mit dem der Vorgänger-Scheibe. Andererseits könnte man darin eine Art Fortsetzungsgeschichte vermuten, dafür fehlt aber eine Bezeichnung ála „Pt. 2“ oder ähnliches. Aber nun gut, dies ist die optische Seite, verlagern wir uns auf die musikalische. 

Musikalisch bewegen wir uns bei Sufferage im technischen Death Metal guter alter, amerikanischer Schule; als Referenz-Bands kann man am ehesten Cannibal Corpse oder auch Malevolent Creation in Erwägung ziehen. 
Was den Jungs auf jeden Fall ganz groß auf die Plus-Liste gesetzt werden muss, das ist das technische Können der Musiker. Absolut präzise ist nämlich das Prädikat, mit dem sich die instrumentale Arbeit des Quartetts schmücken darf. Egal, wie schnell die Passagen sind, alles passt und ist exakt auf den Punkt gespielt, was besonders schön zu hören ist in dem Stück „Infested By Terror“ oder auch bei dem Song „Who Wins Who Suffer“, um nur zwei herausregende Beispiele zu nennen. 
 
Trotz aller technischen Finessen und allerhand gebotener Frickeleien gibt es dennoch etwas zu bemängeln: So ist seitens des Songwritings etwas zu wenig darauf geachtet worden, dass jeder einzelne Song etwas Eigenes beinhaltet. Zudem bollert es in fast jedem Song – Nuancen mal außen vor gelassen – relativ gleichförmig aus den Boxen. Abgesehen von ganz dezenten Melodie-Parts beispielsweise in „Clone Faces Breeding“ ist dies für die Eingängigkeit des Materials eindeutig zu wenig. Klar, es wird bei einer technischen Death Metal-Band keiner erwarten, dass jetz minutenlange Gitarrensoli aufgefahren werden, aber ein kleines bisschen mehr wäre vielleicht nicht verkehrt gewesen; oder wenn in der Vehement des Materials noch mehr Variabilität eingewebt worden wäre. Des weiteren klingt Fröhlich´s Organ über die komplette Strecke des Longplayers betrachtet zu wenig variabel. 

Schön, dass zumindest mal etwas Variation seitens des Tempos geboten wird, denn „Empty Sucked Existence“ und auch der Einstieg in „Cadaver Evolution“ bietet dem Hörer einen anderen Rhythmus als das ständige Dauerfeuer, auch wenn dies in diesem Song natürlich auch wieder vorkommt.  
Gerade dieser Song zeigt, dass die Band auch anders kann als ständig nur das Gaspedal bis zum Bodenblech herunter zu drücken und daher geht dieses Stück auch etwas tiefer in die Hirnwindungen als der Rest, der stellenweise leider ein wenig an einem vorbei rauscht. 
Eine Überraschung stellt das Instrumental „Nothingness” dar, das hier eingangs für Sufferage-Verhältnisse ziemlich viel Melodie geboten wird, aber auch verhältnismäßig langsam daherkommt. 

Dem technischen Anspruch dieses Outputs auf ganzer Linie gerecht geworden ist auch die Produktion der Scheibe, die in den Hamburger 3rd A. Studios aufgenommen wurde. Wuchtig und trotzdem transparent ist das Ergebnis geworden und macht beim Hören einfach nur Spaß. 

Fazit: Eine wuchtige Old School Death Metal-Scheibe mit sehr schön heraus gearbeiteten technischen Feinheiten und präzisem Zusammenspiel, die allerdings nur hier und da etwas Melodie durchscheinen lässt. Ein bisschen mehr Abwechslung hätte diesem Album aber auch nicht geschadet. So vermisst man leider den ein oder anderen Nackenbrecher, der sich im Hirn festfrisst.  


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