Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Sufferage: Bloodspawn

Noch ein Stück vom Überfliegeralbum entfernt
Wertung: 8.5/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 42:7
Release: 10.11.2006
Label: Remission Records

Meine erste Vermutung, als ich den Bandnamen gelesen habe, ist glücklicherweise widerlegt worden. Zuerst dachte ich bei Sufferage an eine gar weinerliche Gothikkapelle, die mit ihrem Weltschmerz meinen heimischen Player zum schmelzen bringt. Aber da mich die Redaktion mit solcher, bei mir würgeähnliche Laute hervorrufende Musik verschont, konnte ich mich dann doch auf eine knappe Dreiviertelstunde Death Metal freuen.

Sufferage sind also alles andere als weinerlich sondern „voll auf die Zwölf“. Death Metal, der in meinen Ohren traditionelle Einflüsse aber auch neumoderne Elemente verbindet. Nein, keine (permanenten) Downstrokes, wie man sie von so vielen Metalcore-Kapellen hört. Ja ja, die meisten sind ja kein Metalcore mehr sondern nur noch Death Metal (wie die Bands das mittlerweile selber behaupten). Klingt ja auch cooler und nicht so abgedroschen. Aber zurück zum eigentlichen Thema. Was ich meinte ist das eigentliche Riffing von Sufferage, welches nicht permanent nach den Größen des Genres klingt, sondern neue Einflüsse mit einbringt.

Insgesamt orientieren sich die Herren und die eine Dame aus Hamburg eher an der straighten Variante vom Tod-und-Teufel-Genre und driften nur vereinzelt in wirklich komplizierte Läufe ab. Ich muss aber dazu sagen, dass ein Großteil der Platte trotzdem im Highspeed-Bereich angesiedelt ist. Raserei mit System also. Mit dieser Mischung setzen sich Sufferage in eine wirklich eigenständige Lücke zwischen Bands wie Bolt Thrower/Gorefest und Knüppelcombos ala Cannibal Corpse/Morbid Angel.

Aus der Taufe gehoben wurden Sufferage im Frühjahr 2000 und haben seitdem eine Demo-CD (2000) und ein Album namens „Raw Meat Experience“ (2003) in Eigenregie veröffentlicht. Dazu kommt noch eine DVD, auf der der Wacken-Gig der Band vom Jahr 2004 in Bild und Ton festgehalten wurde. Mehr gibt’s eigentlich zur Bandhistorie noch nicht zu sagen. Vielleicht noch das, dass die Hansestädter mit Jasmin Fleiner eine Dame hinter dem Mikro haben, die Szenegrößen wie Arch Enemy locker in die Tasche steckt. Hier wird mit ordentlicher Phrasierung und Schmackes gesungen und nicht pseudomäßig geröchelt. Ein großer Pluspunkt.

“Trained To Kill”, der Opener vom Album zeigt auch gleich ohne Umschweife, wo die Reise hingehen soll. Blastbeats knallen dir gleich zu Beginn um die Ohren und wechseln sich hier und da mit einem flotten Thashtakt ab. Cooles Teil...beinhaltet alle Facetten, die dem Hörer im Laufe des Albums immer wieder über den Weg laufen.

Und der erste Höhepunkt lässt mit „Allday Life“ gar nicht lange auf sich warten. Ein tonnenschwerer Bastard aus Geschwindigkeit und fettem Groove. Es überzeugen weniger die Riffs sondern das klasse Arrangement. Daumen hoch kann ich da nur sagen. Genauso wie bei „Not My Place“, die mit Abstand stärkste Nummer des gesamten Albums. Zuerst geht es fast Black Metal-mäßig durch die Gehörgänge und schlägt dann in Death/Thrash um. Dieses Wechselbad zwischen den Stilen, kombiniert mit geilen Riffs und einer vorzüglichen Gitarrenarbeit heben den Song mehr als beachtlich aus der Masse hervor. Hier zeigen Sufferage, dass sie mit ein bisschen Mut zu Stilwanderungen wirklich geile Sachen fabrizieren. Spannend und faszinierend.

Der Rest der Platte bewegt sich zwar nicht auf ähnlich hohem Niveau, fällt jedoch zu keiner Zeit in die Belanglosigkeit ab. Hier und da driften Sufferage in die melodische Death Metal Schiene ab, verfangen sich aber nie in zu vielen Melodien sondern setzen eher auf ein solides Riffing. Nach „Enticing Lies“ hat man auf alle Fälle die Gewissheit, hier einen starken Newcomer präsentiert bekommen zu haben. Sollten Sufferage noch eine Schippe an Arrangement und Abwechslung drauflegen, könnte vielleicht schon 2007 ein bärenstarkes Album von ihnen vorliegen, dass auch international nicht wenige aufhorchen lassen sollte.

Für alle Fans des gepflegten Death Metal muss ich hier meine ungeteilte Kaufempfehlung aussprechen. Zwar sind Sufferage noch ein gutes Stück von einem Überfliegeralbum entfernt, doch 15 Euronen sollte euch die Unterstützung dieses wirklich guten Newcomers wert sein. Zumal es bis auf die manchmal kraftlos tönende Snare auch soundtechnisch nichts zu meckern gibt. Ebenso wenig beim Artwork. Also bis auf ein paar rote Farbtupfer alles im grünen Bereich. Darum frisch gestrichen rein am 10.11. bei eurem Tonträgerhändler des Vertrauens.

comments powered by Disqus

Neues Album und Tour im nächsten Jahr

Sieben Alpha-Hein-Mücks